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Pressemitteilung Nr. 36 | 3. Juli 2008
Mehr Freiräume für die Forschung

Exzellenzinitiative - European Research Council - Eigene Stelle: DFG legt Jahresbericht 2007 vor

Für die deutsche Wissenschaft war 2007 ein erfolgreiches Jahr. Die zweite Runde der Exzellenzinitiative belebte die Forschungslandschaft ebenso wie der neue European Research Council (ERC), für den die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Pate stand. Zudem wurden traditionelle DFG-Förderverfahren noch besser auf die aktuellen Bedürfnisse der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugeschnitten.

All dies eröffnete der Wissenschaft und Forschung deutlich größere Freiräume, wie der DFG-Jahresbericht 2007 zeigt, den die größte Forschungsförderorganisation Deutschlands am heutigen Donnerstag im Rahmen ihrer Jahrespressekonferenz in Berlin vorstellte. Dabei spiegeln sich die Freiräume bereits symbolisch im Titelbild, das ein renommierter Wissenschaftsfotograf eigens für den Jahresbericht angefertigt hat: Auf ihm öffnet sich über der Bonner Geschäftsstelle der DFG ein schier endloser Sternenhimmel.

Wie der reich bebilderte und journalistisch geschriebene Bericht zeigt, stand 2007 nicht zuletzt im Zeichen der zweiten Runde der Exzellenzinitiative, deren Ergebnisse am 19. Oktober in Bonn verkündet wurden. Dabei wurden weitere 21 Graduiertenschulen für die strukturierte Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und 20 Exzellenzcluster für den Ausbau der innovativen Spitzenforschung bewilligt. Sie überzeugten die international besetzten Gutachtergruppen ebenso wie die Gemeinsame Kommission von DFG und Wissenschaftsrat und schließlich den für die Entscheidung zuständigen Bewilligungsausschuss aus Wissenschaft und Politik. Darüber hinaus wurden weitere sechs Universitäten für ihre innovativen Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung mit dem begehrten Exzellenzstatus und Fördergeldern in Millionenhöhe ausgezeichnet. Die 47 Exzellenzeinrichtungen der zweiten Runde sind an 28 Hochschulen angesiedelt und werden nun bis 2012 mit insgesamt mehr als einer Milliarde Euro gefördert.

Mehr Freiräume für die Forschenden: Das will auch die Ende 2007 im Hauptausschuss der DFG beschlossene Neuausrichtung der "Eigenen Stelle" erreichen. Sie ermöglicht es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, für eigene Forschungsprojekte innerhalb Deutschlands Gelder für sich selbst einzuwerben. Bisher konnte die "Eigene Stelle" in der Regel nur innerhalb von sechs Jahren nach der Promotion eingeworben werden. Nun ist dies ohne jede zeitliche Befristung und für einen Zeitraum von drei statt bisher zwei Jahren möglich. Mit den Änderungen will die DFG das stark nachgefragte Nachwuchsprogramm der "Eigenen Stelle" für mehr Forscherinnen und Forscher öffnen und zugleich vereinfachen.
An eine handverlesene Zahl junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor ihrem ersten DFG-Antrag richten sich die neuen DFG-Nachwuchsakademien, die sich 2007 als fächerübergreifendes Förderinstrument etablieren konnten. Per Auswahlverfahren bestimmte "early postdocs" sollen in Vorträgen, Praktika und Laborbesichtigungen mit dem neuesten Stand besonders innovativer und wichtiger Techniken und Methoden vertraut gemacht werden - und das gezielt in Bereichen, in denen es in Deutschland an qualifiziertem Nachwuchs mangelt. Eine zweite Phase eröffnet den Teilnehmern die Möglichkeit eines ersten eigenen Projektantrags bei der DFG.

Die Leistungsfähigkeit und das hohe Ansehen der DFG und ihrer Förderprogramme zeigten sich 2007 nicht zuletzt daran, dass sie über Ländergrenzen hinweg modellbildend wirkten. Dies gilt besonders für den Anfang 2007 in Berlin feierlich eingeweihten European Research Council (ERC) in Brüssel, der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erstmals europaweit die Möglichkeit eröffnet, im Bereich der Grundlagenforschung aus einem Topf von insgesamt 7,5 Milliarden Euro Drittmittel einzuwerben: Schon die beiden Grundprinzipien des ERC - wissenschaftliche Exzellenz und politische Unabhängigkeit - sind an die bewährten Maximen der DFG angelehnt. Und bei der Programmentwicklung des sogenannten ERC Starting Grants zum Aufbau eigenständiger Forschergruppen für den wissenschaftlichen Nachwuchs stand das Emmy Noether-Programm der DFG Modell. Zudem wurde die Auftaktveranstaltung zum ERC im Februar 2007 in Berlin von der DFG ausgerichtet.

Im Berichtsjahr erhielt die DFG schließlich eine neue Doppelspitze: Anfang Januar übernahm mit Matthias Kleiner erstmals ein Ingenieurwissenschaftler das Präsidentenamt. Ihm folgte Anfang September 2007 als neue Generalsekretärin die Juristin Dorothee Dzwonnek, die vom Hauptausschuss auf Vorschlag des DFG-Präsidiums bestellt wurde. Gemeinsam mit Matthias Kleiner bildet sie nun den Vorstand der DFG.

Zahlen und Fakten 2007

Die Einnahmen der DFG beliefen sich 2007 auf 1,733 Milliarden Euro. Davon kamen 62,9 Prozent vom Bund, 36,7 Prozent von den Ländern und 0,4 Prozent aus Stiftungen und privaten Zuwendungen.

In den Förderverfahren wurden 1004 laufende Programme mit insgesamt 21 089 einzelnen Forschungsprojekten bewilligt. Die Bewilligungssumme lag insgesamt bei 2,167 Milliarden Euro (inklusive Fördermitteln, die sich über mehrere Jahre verteilen). Davon wurden 635,4 Millionen Euro für die Einzelförderung und 136,1 Millionen Euro für die direkte Nachwuchsförderung bewilligt. Auf die sogenannten Koordinierten Programme der DFG entfielen insgesamt 1,182 Milliarden Euro, davon unter anderem 440,9 Millionen Euro für 292 Sonderforschungsbereiche, 119,9 Millionen Euro für 267 Graduiertenkollegs, 159,5 Millionen Euro für 121 Schwerpunktprogramme, 150,2 Millionen Euro für 219 Forschergruppen (inklusive Klinische Forschergruppen), 41,5 Millionen Euro für sechs DFG-Forschungszentren und 2,2 Millionen Euro für zwei Geisteswissenschaftliche Zentren. In den Programmen der Exzellenzinitiative wurden 184,5 Millionen Euro bewilligt.

Aufgeschlüsselt nach Wissenschaftsbereichen verteilte sich die Bewilligungssumme zu 38,5 Prozent auf die Lebenswissenschaften, zu 25,7 Prozent auf die Naturwissenschaften, zu 21,6 Prozent auf die Ingenieurwissenschaften und zu 14,2 Prozent auf die Geistes- und Sozialwissenschaften.

Weitere Informationen

Im Internet ist der Jahresbericht 2007 auf der DFG-Homepage unter

  • www.dfg.de/jahresbericht/

zugänglich. Dort findet sich auch der Berichtsteil "Programme und Projekte" mit einer Übersicht zu den bewilligten Fördermaßnahmen sowie Kurzprofilen zu Koordinierten Programmen, Hilfseinrichtungen und Preisträgern (deutsch/englisch).

Der Jahresbericht kann in gedruckter Form oder als DVD-ROM-Version mit zusätzlichem Berichtsteil "Programme und Projekte" beim Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG bestellt werden.
Ansprechpartner:

Michael Hönscheid,

Tel. +49 228 885-2109,

Fax +49 228 885-2180,

Michael.Hoenscheid@dfg.de.