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Pressemitteilung Nr. 59 | 6. November 2006
DFG-Verbindungsbüro in New Delhi feierlich eröffnet

Weiteres Abkommen unterzeichnet - Enge Zusammenarbeit mit DAAD und AvH

Auf einen Schlag wurde es ruhig in dem mit rund 150 Gästen vollbesetzten Hörsaal der Jawaharlal Nehru Universität in Indiens Hauptstadt New Delhi. Die Redner der Festveranstaltung zur offiziellen Eröffnung des Verbindungsbüros der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in New Delhi betraten die Bühne, um je eine Flamme an einer großen Öllampe zu entzünden - die in Indien übliche Lichtzeremonie zu besonderen Anlässen.

In seiner Eröffnungsrede bezeichnete DFG-Präsident Professor Ernst-Ludwig Winnacker die Intensivierung der bilateralen wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland als eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Büros. Der Austausch mit Indien sei bislang mehr eine Einbahnstraße - so kamen 2005 im Rahmen des Abkommens mit der Indian National Science Academy (INSA) 36 indische Wissenschaftler nach Deutschland, während nur neun deutsche Wissenschaftler den Weg nach Indien fanden. Um die Zahl deutscher Wissenschaftler in Indien zu erhöhen, werde die DFG zusammen mit ihrer indischen Partnerorganisation, dem Department of Science and Technology (DST), ab Beginn des Jahres 2007 neue Programme auflegen.

Professor V. S. Ramamurthy, langjähriger Staatssekretär im indischen Wissenschaftsministerium, betonte in seinem Grußwort die strategische Bedeutung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland und bezeichnete sie als Basis für die Zusammenarbeit auch im politischen Bereich. Der Austausch von Nachwuchswissenschaftlern und die Veranstaltung von kleinen Symposien seien Erfolgsmodelle, die fortgeführt und ausgebaut werden müssten. Der Vizepräsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Professor Max Huber, und der Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), Dr. Georg Schütte, begrüßten die DFG als Partner in New Delhi und unterstrichen die Möglichkeiten der Zusammenarbeit durch die Kombination der Programmangebote und die Nutzung der Netzwerke der ehemaligen Stipendiaten des DAAD und der AvH.

Im Rahmen eines Empfangs im Garten der Residenz des deutschen Botschafters in New Delhi, Herrn Bernd Mützelburg, unterzeichneten am Abend DFG-Präsident Professor Winnacker und der amtierende Staatssekretär im indischen Wissenschaftsministerium, Professor T. Ramasami, einen Vertrag zur Intensivierung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Das Programme of Cooperation (POC) genannte Abkommen sieht für den Zeitraum 2007 bis 2009 unter anderem gemeinsame Workshops zu verschiedensten Forschungsthemen, Kurzzeitaufenthalte in beiden Ländern sowie Programme für deutsche Nachwuchswissenschaftler in Indien und indische Wissenschaftler in Deutschland vor. Außerdem wird ein gemeinsames Beratungsgremium eingesetzt, dem je drei deutsche und indische Wissenschaftler angehören werden. Die Finanzierung der Projekte des neuen Abkommens erfolgt von beiden Seiten.

Das nach Peking, Washington und Moskau vierte DFG-Verbindungsbüro konnte nach umfangreichen Umbaumaßnahmen im Sommer seine Räumlichkeiten im Gebäude der ehemaligen DDR-Botschaft, heute Industrie- und Handelskammer, in New Delhi beziehen. Erster Direktor ist Dr. Gernot Gad, zuvor Programmdirektor in der Gruppe Internationale Zusammenarbeit in der Geschäftsstelle der DFG in Bonn. Er fasst seine Aufgabe in New Delhi so zusammen: "Das Interesse an Indien hat gerade im Bereich der Wissenschaft in den letzten Jahren sprunghaft zugenommen. Ich beobachte auch bei den indischen Nachwuchswissenschaftlern ein verstärktes Interesse an Kooperationen mit Deutschland."

Die verstärkte Zusammenarbeit mit dem DAAD, der seit mehr als 40 Jahren in New Delhi tätig ist, sowie mit der AvH, die mit einer Vertrauenswissenschaftlerin vertreten ist, wird auch in der Verlagerung der Büros der anderen Organisationen in das gemeinsame Haus deutlich. Es trägt den Namen "German Center for Research and Higher Education" und bietet für indische Wissenschaftler jeden Alters sozusagen alles unter einem Dach.

Das Programm anlässlich der Eröffnung des DFG-Verbindungsbüros umfasste ein zweitägiges Symposium indischer Nachwuchswissenschaftler, die in den vergangenen Jahren am Nobelpreisträgertreffen in Lindau teilnehmen konnten. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Chemiker, Physiker und Lebenswissenschaftler, diskutierten mit den angereisten deutschen Wissenschaftlern, darunter die DFG-Vizepräsidenten Jörg Hacker (Infektionsbiologie) und Helmut Schwarz (Chemie), aktuelle Aspekte ihrer Fächer. Parallel dazu veranstalteten der DAAD und die AvH Informationstreffen mit ihren ehemaligen Stipendiaten.

Die Delegationen der indischen und deutschen Wissenschaftler werden heute vom indischen Staatspräsidenten, Dr. Abdul Kalam empfangen.

Die Zweigstelle des DFG-Delhi-Büros in Hyderabad, die in enger Zusammenarbeit mit dem dortigen Goethe-Zentrum eingerichtet wurde, wird am Dienstag, dem 7. November 2006, eröffnet.

Weiterführende Informationen

Die Kontaktdaten des Verbindungsbüro New Delhi lauten:

  • DFG Delhi Office
    2, Nyaya Marg, Chanakyapuri
    110 021New Delhi
    Tel. +91 11 4168-0490
    Fax +91 11 4168-0494
    info@newdelhi.dfg.de