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Pressemitteilung Nr. 28 | 8. Juni 2004
Mensch und Natur in Westafrika

DFG-Sonderforschungsbereich legt Abschlussbuch vor

Afrika - mit diesem Kontinent verbindet man in der westlichen Öffentlichkeit vor allem Hunger, Krankheit, Kriege und Dürrekatastrophen. Aus kultureller Perspektive wird Afrika weit weniger wahrgenommen. Der Frage, wie sich eine spezifische Kulturlandschaft im Zusammenwirken von Mensch und Natur in Westafrika entwickelt, ist der Sonderforschungsbereich 268 "Kulturentwicklung und Sprachgeschichte im Naturraum Westafrikanische Savanne" nachgegangen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat dieses Forschungsvorhaben von 1988 bis 2002 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main gefördert. Die Ergebnisse liegen nun in einem Abschlussbuch vor.

Ziel des Sonderforschungsbereiches war es, durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen neue Einsichten in das Wesen der Kulturentwicklungen in der westafrikanischen Savanne zu gewinnen. Sprachwissenschaftler, Archäologen, Geografen, Botaniker und Ethnologen arbeiteten daher zusammen und untersuchten in den Regionen Benin, Burkina Faso und Nigeria neben ökonomischen, sozialen und religiösen Aktivitäten der Menschen auch die Entwicklung und Überlieferung von Sprachen und Literaturen. An den Arbeiten waren auch afrikanische Partner beteiligt. Die Savanne ist für diese Untersuchungen besonders geeignet, da sie einen Übergangsraum zwischen extremen Trockengebieten und den feuchten Tropen bildet. Diese Region wird sowohl von sesshaften Feldbauern als auch von nomadisch lebenden Viehzüchtern genutzt. Die gegenseitige Beeinflussung von kultureller Entwicklung und Veränderungen in der natürlichen Umwelt werden hier besonders sichtbar, beispielsweise im Siedlungs- und Landschaftsbild. Nach Abschluss des Sonderforschungsbereiches werden in Frankfurt nun einige seiner Arbeitsschwerpunkte in der DFG-Forschergruppe "Ökologischer Wandel und kulturelle Umbrüche in West- und Zentralafrika" weitergeführt.

Den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Sonderforschungsbereiches war es über die Forschungsarbeit hinaus ein wichtiges Anliegen, auch die Öffentlichkeit über ihre Arbeit zu informieren und zu versuchen, dem Klischee vom "dunklen Kontinent" ein differenziertes Bild afrikanischer Kultur entgegenzusetzen. Zu diesem Zweck haben sie eine Ausstellung mit dem Titel "Leben in Westafrika" konzipiert, die 2002 im Senckenberg-Museum in Frankfurt eröffnet und seither an weiteren Orten in Deutschland gezeigt wurde (weitere Informationen: www.lebeninwestafrika.de).

Sonderforschungsbereiche der DFG sind durch eine fächerübergreifende Kooperation der Forscher einer Hochschule gekennzeichnet und werden in der Regel über 12 Jahre gefördert. Ziel ist dabei auch die Profilbildung an der Hochschule. Der Sonderforschungsbereich 268 hat dazu beigetragen, den Schwerpunkt Afrikaforschung in Frankfurt weiter zu vertiefen und langfristig zu etablieren.

Deutsche Forschungsgemeinschaft
"Mensch und Natur in Westafrika"
Sonderforschungsbereiche
Herausgegeben von Klaus-Dieter Albert et al.
2004, 537 S., Preis 119,- Euro
WILEY-VCH Verlag GmbH, Weinheim
ISBN 3-527-27734

Weiterführende Informationen  

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  • Heike Klebe, Tel.: 0228/885-2109, Fax: 0228/885-2180, E-Mail: Heike.Klebe@DFG.de