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Pressemitteilung Nr. 40 | 15. September 2000
Communicator-Preis 2000 an Albrecht Beutelspacher

Gießener Mathematiker erhält 100.000 DM für die beste Vermittlung von Wissenschaft in die Öffentlichkeit

Der erste Preisträger des neu geschaffenen Communicator-Preises heißt Albrecht Beutelspacher. Der Gießener Mathematiker erhält den mit 100.000 Mark dotierten Preis für seine herausragenden Leistungen in der Vermittlung seiner Wissenschaft in die Öffentlichkeit. Die Verleihung erfolgt am 15. September 2000 im Rahmen einer Wissenschaftsshow des WDR, die am 4. Oktober (21.45 - 22.45 Uhr) in der ARD ausgestrahlt wird. Überreicht wird der Preis von Dr. Arend Oetker, dem Vorstandsvorsitzenden des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft.

Der Stifterverband stellte den Betrag von 100.000 Mark als Wissenschaftspreis zur Verfügung; die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) schrieb ihn im September vergangenen Jahres als Communicator-Preis aus. Insgesamt gingen rund 200 Bewerbungen aus allen Fachgebieten ein, die nach den Kriterien Relevanz, Zielgruppe, Originalität und Nachhaltigkeit beurteilt wurden. Die Jury, bestehend aus Journalisten, Kommunikations- und PR-Fachleuten, diskutierte nach einer Vorauswahl rund 60 Bewerbungen, die in die engere Wahl gekommen waren. Vier Kandidaten kamen in die Endauswahl; letztlich fiel die Entscheidung einstimmig für den Mathematiker Albrecht Beutelspacher.

Symbolisiert wird der Preis durch ein von dem Kölner Künstler Michael Bleyenberg gestaltetes Hologramm, das nicht nur den Gedanken der Transparenz in der Wissenschaft verdeutlichen soll, sondern auch sichtbar macht, dass es sich lohnt, bestimmte Dinge ins "rechte Licht" zu setzen - denn nur dann entfaltet auch das Hologramm seine ganze Leuchtkraft.

Ein ausführliches Porträt des Preisträgers, ein Interview mit ihm sowie ein Bericht über die Konditionen des Preises stehen Ihnen zum Abdruck, auch ohne Namensnennung, zur Verfügung (Im Internet unter http://www.dfg.de/aktuell/c_preis2000/).

Albrecht Beutelspacher ist Professor für Geometrie und Diskrete Mathematik am Mathematischen Institut der Universität Gießen. Seine besonderen Forschungsinteressen liegen auf dem Gebiet der Kryptographie, der Kombinatorik und Projektiven Geometrie. Beutelspacher wurde 1950 geboren, nach dem Studium der Mathematik mit den Nebenfächern Physik und Philosophie an der Universität Tübingen arbeitete er zunächst an der Universität Mainz, wo er auch promovierte und habilitierte. Von 1986 bis 1988 war Albrecht Beutelspacher im Forschungsbereich der Firma Siemens AG in München tätig, seit 1988 lehrt er an der Universität Gießen. Zahlreiche Forschungsaufenthalte führten ihn in die USA, nach Kanada und Belgien und immer wieder nach Italien.

Mit einer Reihe außergewöhnlicher Projekte versucht Albrecht Beutelspacher seit Jahren, ein breites Publikum für die abstrakte Wissenschaft der Mathematik zu begeistern. Dabei setzt er auf Modelle und Denksport. Im Mittelpunkt steht immer der Alltagsbezug der Mathematik, über den Beutelspacher der Öffentlichkeit einen neuen Zugang zur Welt der Zahlen, Formeln und Formen eröffnet. Seine Ausstellung "Mathematik zum Anfassen" zog bereits zehntausende Besucher an und wird derzeit zum ersten mathematischen Mitmach-Museum der Welt ausgebaut. Mehrere seiner Mathematik-Bücher sind zu heimlichen Bestsellern geworden, das jüngste und bisher erfolgreichste Buch: Pasta all'infinito - Meine italienische Reise in die Mathematik, spiegelt seine Liebe zu Italien und zu seinem Fach gleichermaßen wider.