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Dr. Melina Schuh - Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträgerin 2019

Zellbiologie, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie (Karl-Friedrich-Bonhoeffer-Institut), Göttingen

Dr. Melina Schuh
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Dr. Melina Schuh

© DFG

Melina Schuh wird für ihre grundlegenden Forschungen zur Fortpflanzungsbiologie mit dem Leibniz-Preis 2019 ausgezeichnet. Darin beschäftigte sie sich vor allem mit der Reifeteilung von Eizellen, der Meiose. Dieser Prozess bildet die Grundlage für die sexuelle Vermehrung von höheren Organismen. Die Erforschung der grundlegenden Mechanismen der Ei-Entwicklung in Säugetieren ist kompliziert, da Eizellen nur in geringen Mengen zur Verfügung stehen und sie sich je nach Spezies unterschiedlich entwickeln. Melina Schuh konnte jedoch zeigen, dass sich humane Eizellen deutlich von Mäuse-Eizellen unterscheiden und die Arbeit mit Mausmodellen deshalb nur bedingt Erkenntnisse zur menschlichen Fruchtbarkeit und Reproduktion liefert. Sie entwickelte zudem eine Vorgehensweise, um die Chromosomensegregation in einzelnen menschlichen Eizellen durch bildgebende Verfahren zu verfolgen. Auf diese Weise konnte sie auch die fehlerhafte Segregation eingehender untersuchen, die unter anderem zur Trisomie 21 führen kann. Um einzelne Proteine in Eizellen gezielt ausschalten und so ihre molekularen Funktionen bei der Reifeteilung aufklären zu können, entwickelte Schuh ein Verfahren zur gezielten Manipulation der Gen-Ausprägung, die sie live im Mikroskop beobachten konnte. Mit diesem Verfahren sollen in Zukunft neue Ansätze für die Behandlung von Fruchtbarkeitsverlusten und Erbkrankheiten beim Menschen entwickelt werden.

Nach dem Studium der Biochemie in Bayreuth wurde Melina Schuh 2008 am Europäischen Molekularbiologie Laboratorium (EMBL) in Heidelberg promoviert. Im Anschluss wechselte sie als Gruppenleiterin an das MRC Laboratory of Molecular Biology in Cambridge, an dem sie zuletzt als Programme Leader tätig war. 2016 wurde Schuh als Direktorin der Abteilung Meiose an das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen berufen.

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