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Prof. Dr. Andreas Reckwitz - Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2019

Soziologie, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder

Prof. Dr. Andreas Reckwitz
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Prof. Dr. Andreas Reckwitz

© DFG

Mit Andreas Reckwitz wird einer der führenden und originellsten Gesellschaftsdiagnostiker der Gegenwart mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet. Er legte ebenso umfassende wie detailreiche Analysen des Strukturwandels moderner westlicher Gesellschaften vor und verband dabei soziologische Untersuchungen des Alltags, der Arbeits- und der Konsumwelt bis hin zur digitalen Subjektivierung. In seiner 2006 erschienenen Habilitationsschrift „Das hybride Subjekt“ bearbeitete Reckwitz sein zentrales Thema der modernen Subjektivität, die er anhand einer Folge von „Subjektkulturen“ seit dem 18. Jahrhundert analysierte. Diesen Ansatz vertiefte er 2012 in dem breit rezipierten Buch „Die Erfindung der Kreativität“. Darin klassifizierte er Prozesse gesellschaftlicher Veränderung als Dynamiken der Ästhetisierung in den Bereichen der Kunst, des Konsums und der Arbeitswelt insgesamt. Reckwitz‘ Arbeit kulminierte 2017 in dem gesellschaftstheoretischen Entwurf einer „Gesellschaft der Singularitäten“. Hier zeichnete er detailliert die Entwicklung von einer Industriegesellschaft hin zu einer Wissens- und Kulturökonomie nach, in der es darum geht, „Singularitätskapital“ zu mehren. Auf dieser Basis schlug Reckwitz eine neue Theorie sozialer Klassen vor und beleuchtete die Formen der Politik, die dieser Gesellschaft entsprechen.

Andreas Reckwitz studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Philosophie in Bonn, Hamburg und Cambridge und wurde in Hamburg promoviert, wo er sich auch 2005 habilitierte. Noch im gleichen Jahr folgte er einem Ruf an die Universität Konstanz; hier war er am Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“ beteiligt. Seit 2010 ist er Professor für Vergleichende Kultursoziologie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder sowie regelmäßiger Gastprofessor an der Universität St. Gallen.

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