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Prof. Dr. Peter Hegemann - Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2013

Biophysik, Humboldt-Universität zu Berlin

Prof. Dr. Peter Hegemann
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Prof. Dr. Peter Hegemann

© DFG / David Ausserhofer

Peter Hegemann kann ohne Wenn und Aber als der Begründer eines der dynamischsten aktuellen Forschungsfelder in den Lebens- und Neurowissenschaften angesehen werden: der Optogenetik beziehungsweise Neurophotonik. Ausgehend von frühen eigenen Forschungen an der einzelligen Grünalge Chlamydomonas wies Hegemann als erster nach, dass die unterschiedlichsten Zelltypen durch Licht „schaltbar“ sind, sobald sie mit einem bestimmten Lichtrezeptor-Protein – dem Kanalrhodopsin-2-Protein – ausgestattet sind. Dies eröffnete die von vielen Wissenschaftlern herbeigesehnte Möglichkeit, die Auswirkungen von Änderungen etwa der Ionenzusammensetzung oder des pH-Wertes in Zellen ohne gröbere Eingriffe untersuchen zu können. Mithilfe der Kanalrhodopsine konnte Hegemann sodann einzelne Nervenzellen wie auch komplexe neuronale Netzwerke bis hin zum Mäusegehirn mit präzisen räumlich-zeitlichen Lichtmustern anregen. In jüngeren Arbeiten führte Hegemann sogar gezielt Verhaltensänderungen in der Maus durch Licht herbei. Seine – oft gemeinsam mit Karl Deisseroth aus Stanford – entstandenen Arbeiten sind fundamental für die Grundlagenforschung und als Werkzeug in den Lebenswissenschaften; darüber hinaus können sie aber auch zur Behandlung von neuronalen Krankheiten, die auf einer Beeinträchtigung von Sinneszellen beruhen, oder von Autismus und Schizophrenie beitragen.

Nach dem Studium der Chemie in Münster und München promovierte Peter Hegemann bei Dieter Oesterhelt am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, bevor er als Postdoktorand an die Syracuse University nach New York ging. Nach Stationen in München und Regensburg ist er seit 2005 Professor für Experimentelle Biophysik an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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