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Prof. Dr. Onur Güntürkün - Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2013

Biologische Psychologie, Universität Bochum

Prof. Dr. Onur Güntürkün
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Prof. Dr. Onur Güntürkün

© DFG / David Ausserhofer

Onur Güntürkün erhält den Leibniz-Preis als einer der Wegbereiter und wichtigsten Vertreter einer biologisch fundierten Psychologie. Sein grundlegendes Ziel ist es, zu ergründen, wie Wahrnehmung, Denken und Handeln im Gehirn entstehen. Dabei gilt sein Blick solch unterschiedlichen Einzelthemen und Gegenständen wie dem motorischen Lernen, der Angst und den Entscheidungsprozessen oder dem Risikoverhalten und dem Küssen. Güntürküns Arbeiten sind gekennzeichnet durch die Verknüpfung psychologischer, biologischer und neuroanatomischer Fragestellungen, Konzepte und Befunde aus artvergleichenden Verhaltens- und Neurowissenschaften. So konnte er am Beispiel von Elstern zeigen, dass Vögel, obwohl sie keinen cerebralen Cortex haben, sich genauso wie Primaten selbst im Spiegel erkennen und damit so etwas wie ein Selbstkonzept entwickeln können. Ausgehend von diesem Befund wies Güntürkün nach, dass sich die Vorderhirnstrukturen von Vögeln und Primaten in einem evolutionären Prozess einander angenähert haben und trotz unterschiedlichen Aufbaus in ihren neurobiologischen Grundlagen und in ihren im Verhalten zu beobachtenden Leistungen konvergieren. In seinen Arbeiten, so auch über die funktionellen Hirnasymmetrien von Tauben – die denen des Menschen ähneln –, erweist sich Güntürkün auch methodisch immer wieder als höchst kreativ.

In Izmir in der Türkei geboren, besuchte Onur Güntürkün die Schule in Baden-Baden und Izmir und kehrte nach Deutschland zurück, um in Bochum Psychologie zu studieren und zu promovieren. Nach Forschungsaufenthalten in Paris und San Diego habilitierte er sich in Konstanz. Seit 1997 ist er Professor für Biopsychologie in Bochum. Über seine vielfach ausgezeichneten Arbeiten hinaus genießt er auch als akademischer Lehrer einen ausgezeichneten Ruf – und als Wissenschaftsvermittler, der mit seiner eigenen Begeisterung für die Forschung auch seine Zuhörer und die Öffentlichkeit in den Bann zu schlagen versteht.

Zur Person

GEPRIS

Laudatio und Dankesrede

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