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Prof. Dr. Jochen Feldmann - Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2001

Lebenslauf

Persönliche Daten 

Geburtsdatum 03.08.1961

Geburtsort Olpe, NRW

Familienstand verheiratet mit Ursula Feldmann, geb. Strohmeier

Kinder: Alina Feldmann (geboren am 25.2.1997) 

  

Schulausbildung 

1968-1972 Grundschule, Olpe-Rhode

1972-1981 Städtisches Gymansium Olpe

1981 Abitur

1981-1982 Grundwehrdienst

  

Studium 

1983-1988 Studium der Physik an der Philipps-Universität Marburg

1988 Diplom

  

Praktika 

1982 2-monatiges Industriepraktikum bei der Firma Mäurer und Wirtz (Stolberg)

1985 3-monatiges Praktikum in Festkörperphysik an der Hebräischen Universität Jerusalem (Israel)

  

Promotion 

1988-1990 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Physik der Universität Marburg. Dissertation zum Thema "Kurzzeitdynamik optischer Nichtlinearitäten und elektronischer Anregungen in Typ-II Halbleiter-Heterostrukturen".

  

Beruflicher Werdegang 

1990-1991 Post-Doc bei den AT&T Bell Laboratories, Holmdel, USA

1991-1995 Wissenschaftlicher Assistent am Fachbereich Physik der Universität Marburg

1994 Habilitation zum Thema Kohärente Dynamik optisch erzeugter Wellenpakete in Halbleiter-Heterostrukturen

1994 Ruf auf eine C4-Professur an der Universität Rostock (abgelehnt)

1995 Annahme einer C4-Professur an der Ludwig-Maximilians-Universität München; Leitung des Lehrstuhls für Photonik und Optoelektronik an der Sektion Physik

1999/2000 Visiting Fellow bei JILA, University of Colorado, Boulder, USA

  

Auszeichnungen 

2000 Ruf auf ein Ordinariat an der Universität Wien

1983-1988 Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes

1989  Wissenschaftspreis der Industrie- und Handelskammer

1991 Dissertationspreis der Philipps-Universität Marburg

1994 Gerhard Hess Förderpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft

1995 Walter Schottky Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

1999 Philip Morris Forschungspreis

2000 Preis für exzellente Lehre des Freistaates Bayern

1999/2000 Visiting Fellowship bei JILA, University of Colorado, Boulder, USA

Forschungsschwerpunkte

Optoelektronische Bauelemente wie Leuchtdioden (LEDs), Halbleiterlaser, Solarzellen und Photodetektoren werden heutzutage aus anorganischen Materialien meist in Form von hochreinen Kristallen hergestellt. Zusammen mit der Glasfasertechnologie ermöglichen solche kristallinen Bauelemente z.B. die optische Übertragung immer größerer Datenmengen in immer kürzerer Zeit. Ohne sie wären die moderne Telekommunikationstechnologie und das optische Internet undenkbar. Solch kostspielige, mechanisch unflexible und für große Flächen eher ungeeignete Kristalle sind für eine Reihe anderer Anwendungen irrelevant. So werden für flache Bildschirme keine anorganischen kristallinen Leuchtdioden, sondern organische Flüssigkristalle bzw. in naher Zukunft organische Leuchtdioden (OLEDs) eingesetzt. Insbesondere wenn es um große Flächen wie bei Bildschirmen oder um mechanische Flexibilität (Stichwort: aufrollbarer Bildschirm) geht, dann sind die weichen organischen Materialien den harten anorganischen Materialien prinzipiell vorzuziehen. Allerdings wird erst seit einem Jahrzehnt ernsthaft versucht, weiche organische Materialien wie bestimmte Polymere z.B. für organische Leuchtdioden einzusetzen.

Während diese OLEDs in relativ kurzer Zeit eine fast beispiellose Erfolgsgschichte geschrieben haben und mittlerweile vor der Markteinführung stehen, stecken die Forschungsarbeiten zu organischen Laserdioden und zu organischen Solarzellen bzw. Photodetektoren noch in den Kinderschuhen. Auf diesem Gebiet konnte unsere Gruppe in den letzten Jahren mehrere entscheidende Impulse geben. Zum einen gelang es uns, den weltweit ersten mechanisch flexiblen Plastiklaser zu realisieren. Zum andern konnten wir mit Hilfe einer der Natur abgeschauten Präparationstechnik großflächige Photodetektoren mit erstaunlich guten Kenndaten herstellen. So wie eine biologische Zelle ihre Haut, die Zellmembran, selbstorganisierend aufbaut, so können sich bestimmte organische Moleküle fast von selbst zu einer funktionierenden Solarzelle oder sogar zu einem farbigen Pixelfeld (=Farbdisplay) anordnen. Das Prinzip der Selbstorganisation gepaart mit der unendlichen Vielfalt der organischen Chemie macht für uns den eigentlichen Reiz der "Optoelektronik mit weichen organischen Materialien" aus.

Von besonderem Interesse ist für uns der Fall, wenn der harte anorganische Kristall in eine weiche organische Hülle gesteckt wird und dann die Vorteile beider Materialwelten genutzt werden können. Hierzu müssen die harten anorganischen Kristalle aber zunächst sehr klein gemacht werden. Durchmesser in der Größenordnung weniger Nanometer sind hier wünschenswert. Solche Nanopartikel, die sowohl aus Metallen als auch aus Halbleitern bestehen können, stehen ebenfalls im Mittelpunkt unserer Forschungsarbeiten. Es ist uns erstmals gelungen, einzelne metallische Nanopartikel optisch zu vermessen und dabei die Einflüsse der direkten festen oder flüssigen Umgebung zu untersuchen. Aus diesen grundlegenden Forschungarbeiten haben sich mittlerweile eine Reihe sehr anwendungsnaher Projekte herauskristallisiert, in denen versucht wird, die Metallpartikel als kleinste optische Sensoren für biochemische Reaktionen oder als optische Nanoschalter einzusetzen.

Unsere Forschungsprojekte bewegen sich an der Schnittstelle Physik/Chemie oder immer mehr auch an der Schnittstelle Physik/Biologie. Daher sind an unserem Institut ebenso viele chemische wie physikalische Labors zu finden. Diese interdisziplinär ausgerichtete Forschungsaktivität funktioniert letztlich aber nur deswegen, weil es mehrere intensive Kooperationen mit chemisch bzw. biologisch ausgerichteten Arbeitsgruppen aus Wissenschaft und Industrie gibt.