Zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen

Logo: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - zur Startseite Deutsche Forschungsgemeinschaft

Ursula M. Händel-Tierschutzpreis 2011

DFG zeichnet Ersatzmethoden zu Tierversuchen aus

Der Ursula M. Händel-Tierschutzpreis 2011 ging an Dr. Arne Hansen, Alexandra Eder, Sebastian Schaaf und Professor Thomas Eschenhagen sowie an Dr. Maria Moreno-Villanueva und Professor Alexander Bürkle. Sie sind aus 14 Vorschlägen ausgewählt worden. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis wurde am 24. Januar in Berlin verliehen. Er zeichnet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die sich vorbildlich und nachhaltig darum bemühen, den Tierschutz in der Forschung zu verbessern.

Professor Thomas Eschenhagen und seine Arbeitsgruppe

Gruppenbild der Preisträger: Arne Hansen mit dem Vorsitzenden den Senatskommission Gerhard Heldmaier, DFG-Präsident Matthias Kleiner, Sebastian Schaaf, Alexandra Eder, Thomas Eschenhagen (v.l.n.r.)

Gruppenbild der Preisträger: Arne Hansen mit dem Vorsitzenden den Senatskommission Gerhard Heldmaier, DFG-Präsident Matthias Kleiner, Sebastian Schaaf, Alexandra Eder, Thomas Eschenhagen (v.l.n.r.)

© DFG / Fotograf David Ausserhofer

Das Forscherteam rund um Professor Thomas Eschenhagen am Hamburger UKE befasst sich mit den Wirkungen pharmakologischer Stoffe auf das menschliche Herz. Diese kardialen Wirkungen werden bislang hauptsächlich im Tierversuch geprüft. Die Hamburger Wissenschaftler entwickeln dafür ein innovatives Ersatzverfahren, das humane embryonale Stammzellen nutzt. Aus diesen differenzieren die Forscher Gewebe, das die Eigenschaften von Herzmuskelgewebe aufweist und besonders flexibel für das Screening der Wirkstoffe eingesetzt werden kann. Schlagkraft und -dauer des Herzens können hier ebenso vorgegeben und variiert werden wie andere für die Untersuchung wichtige Parameter. Das in seiner Entwicklung bereits weit fortgeschrittene und in international renommierten Fachjournalen publizierte Verfahren macht zudem eine weitgehend automatisierte Versuchsdurchführung und -auswertung möglich.

Professor Alexander Bürkle und Dr. Maria Moreno-Villanueva

Die Preisträger Professor Alexander Bürkle (l.) und Dr. Maria Moreno-Villanueva mit dem Vorsitzenden der Senatskommission Gerhard Heldmaier (h.) und DFG-Präsident Matthias Kleiner (r.)

Die Preisträger Professor Alexander Bürkle (l.) und Dr. Maria Moreno-Villanueva mit dem Vorsitzenden der Senatskommission Gerhard Heldmaier (h.) und DFG-Präsident Matthias Kleiner (r.)

© DFG / Fotograf David Ausserhofer

Die Konstanzer Preisträger Dr. Maria Moreno-Villanueva und Professor Alexander Bürkle untersuchen die Genotoxizität, also die Wirkungen chemischer Stoffe, die Änderungen im genetischen Material von Zellen auslösen. Hierzu wird bislang in großen Mengen Serum benötigt, das aus Rinderföten gewonnen wird. In dem nun ausgezeichneten Verfahren wird dagegen in Zellen ein Farbstoff eingebracht, der je nach Wirkung der untersuchten Stoffe in unterschiedlicher Weise fluoresziert. Seine Intensität ist dann besonders hoch, wenn die DNA in der Zelle als Doppelstrang erhalten bleibt, was darauf schließen lässt, dass keine Genotoxizität vorliegt. Die Intensität des Farbstoffs verringert sich dagegen, wenn auch die Zahl der Doppelstrang-DNA ab- und die der Einzelstrang-DNA zunimmt. Dies lässt auf Brüche im genetischen Material und damit auf Genotoxizität schließen. Auch dieses, bereits zum Patent angemeldete Verfahren ist in hohem Maße automatisiert und ermöglicht es, zahlreiche Substanzen in kurzer Zeit zu testen.

Zu den Personen

Reden und Laudationes

Weitere Informationen