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Der Communicator-Preis 2018 geht an Antje Boetius

Die Bremer Meeresforscherin erhält die Auszeichnung für ihr vielseitiges und Disziplinen übergreifendes Engagement in der Wissenschaftskommunikation.

Prof. Dr. Antje Boetius
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Prof. Dr. Antje Boetius

© Alfred-Wegener-Institut / Kerstin Rolfes

Die Meeresforscherin und Geomikrobiologin Professorin Dr. Antje Boetius ist Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven, Leiterin der HGF-MPG-Brückengruppe für Tiefseeökologie und -Technologie am Bremer Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie sowie Professorin für Geomikrobiologie an der Universität Bremen. Boetius erhielt die Auszeichnung für ihre vielseitige und langjährige Vermittlung ihrer Forschung über die Tiefsee und die Polarregionen und auch allgemeiner Fragen des Wissenschaftssystems und der Wissenschaftskommunikation.

Die Jury hob bei ihrer Entscheidung Boetius’ Selbstverständnis als Wissenschaftlerin hervor, für die die Vermittlung von Erkenntnissen an unterschiedliche Zielgruppen und ihr Engagement für eine Verbesserung des Dialogs zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei zeichne sie eine sehr persönliche und authentische Art der Kommunikation aus. Boetius mache überdies auch das Vorläufige und Prozesshafte wissenschaftlichen Arbeitens deutlich und klammere die damit verbundenen Unsicherheiten nicht aus.

Antje Boetius gilt mit ihrer Teilnahme an mehr als 45 seegehenden Expeditionen und der Leitung einer Vielzahl von internationalen Forschungsprogrammen als ausgewiesene Expertin der biologischen Ozeanografie, mikrobiellen Ökologie und Biogeochemie. Für ihre Forschung an methanzehrenden Mikroorganismen der Tiefsee erhielt sie 2009 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG. Sie ist Mitglied des DFG-Senats.

Boetius ist zugleich Brückenbauerin zur Öffentlichkeit. Ihre Vermittlungsarbeit in Print- und Onlinemedien, Hörfunk und Fernsehen umfasst im Wesentlichen drei Schwerpunkte: Das „Abenteuer Tiefsee“, zu dem sie unter anderem mit ihrem Vater, dem Schriftsteller Henning Boetius, 2011 ein Sachbuch verfasst hat. Zum Thema „Mensch und Ozean – Chancen und Risiken des globalen Wandels“ hält Boetius zahlreiche Vorträge, in denen sie sich Fragen der Einordnung von Klimawandel, der Zukunft des Ozeans und der Artenvielfalt widmet. 2014 und 2016 leitete sie zudem zwei Aufsehen erregende Arktis-Expeditionen, die mit Dokumentationen und Medienbeiträgen direkt an die Öffentlichkeit vermittelt wurden.

Zum Dritten ist Antje Boetius die Karriere von Frauen in der Forschung ein Anliegen, wobei sie ihre eigenen Erfahrungen auf akademischen Karrierewegen, in Leitungsfunktionen wie auch auf Expeditionen teilt. Seit 2015 ist sie zudem Leiterin des Lenkungsausschusses von "Wissenschaft im Dialog", wo sie sich besonders im „Wissenschaftsjahr 2016/17 – Meere und Ozeane“ engagierte.