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Der Communicator-Preis 2009 geht an Jutta Allmendinger

Die Berliner Sozialwissenschaftlerin wird für die öffentliche Vermittlung ihrer Forschungen zu gesellschaftlich drängenden Fragen ausgezeichnet.

Jutta Allmendinger

Die Professorin an der Humboldt-Universität (HU) zu Berlin und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) wurde durch den Communicator-Preis für ihre herausragende öffentliche Vermittlung ihrer Forschungsarbeiten zu drängenden gesellschafts-, bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Themen ausgezeichnet. Jutta Allmendinger ist die erste Wissenschaftlerin, die den Communicator-Preis erhält, der in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben wird. 

Mit der Professorin für Soziologie erhält eine Wissenschaftlerin den Communicator-Preis, die nach Einschätzung der Jury hohe wissenschaftliche Qualität mit nachhaltiger praktisch-politischer Umsetzung und wirksamer öffentlicher Darstellung zu verbinden vermag.

Die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeiten bringt Jutta Allmendinger seit mehr als einem Jahrzehnt auf vielfältige und sehr sichtbare Weise in die Medien und die Öffentlichkeit. Bestes Beispiel hierfür ist ihre Artikelserie "Frauen auf dem Sprung – Männer unter Druck?", die 2008 in der Zeitschrift Brigitte erschien. Mit ihr wurde die aktuellsten Forschungsergebnisse der Soziologin zum Zusammenhang von Geschlecht, Lebensentwurf und Lebenslauf im wahrsten Sinne des Wortes "in Serie" von einem Millionenpublikum aufgenommen und diskutiert. Auch die seit 2007 erscheinende Kolumne im Handelsblatt, eine Vielzahl von Beiträgen in den großen überregionalen Tages- und Wochenblättern sowie regelmäßige Auftritte in Hörfunk- und Fernsehsendungen sind Ausweis von Jutta Allmendingers großem medialen Engagement und von ihrer Fähigkeit, wissenschaftliche Sachverhalte publikumsnah und –wirksam darzustellen.

Ebenso beeindruckend ist aus Sicht der Jury Allmendingers intensive Vortragstätigkeit in den vergangenen Jahren. Damit brachte sie die Ergebnisse ihrer Studien sowohl in den politischen Parteien – gleich welcher Couleur – als auch in Unternehmen oder etwa auf dem Deutschen Katholikentag und dem Evangelischen Kirchentag zu Gehör. In Anhörungen vor parlamentarischen Gremien, durch die Mitarbeit an öffentlichen Expertenberichten oder im Sozialbeirat der Bundesregierung sorgt Allmendinger schließlich auch an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Anwendung für die Vermittlung sozialwissenschaftlicher Forschung.

In all ihren Beiträgen und Vorträgen zeichnet sich die Soziologin dabei durch eine klare Sprache aus – und die Bereitschaft, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen und auf den Punkt zu bringen: "Ein ausbruchssicheres Gefängnis: Wer nichts lernt, bleibt arm" – "Von der Magd zum Markt: Trotz unbestreitbarer Fortschritte bleibt die Geschlechtergerechtigkeit eine bloß diskursive Idee" lauten nur zwei ihrer vielen pointierten Beitragstitel.

Diesen "Mut zur unbequemen Wahrheit" hob auch DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner nach der Entscheidung der Jury für die Preisträgerin hervor. "Mit Jutta Allmendinger wird eine charismatische Wissenschaftlerin und glänzende Wissenschaftsorganisatorin und -vermittlerin ausgezeichnet", so Kleiner. Für den Präsidenten des Stifterverbandes, Dr. Arend Oetker, ist es "ein wichtiges Signal in die wissenschaftliche Gemeinschaft", dass mit Allmendinger erstmals eine Sozialwissenschaftlerin den Communicator-Preis erhält. Für die Sozialwissenschaften in Deutschland ist gerade in diesen schwierigen Zeiten der Dialog mit Politik und Gesellschaft essentiell. Jutta Allmendinger versteht sich darauf seit Jahren aufs Beste."