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Information für die Wissenschaft Nr. 77 | 30. Oktober 2020
Schwerpunktprogramm „Entangled Africa: Innerafrikanische Beziehungen zwischen Regenwald und Mittelmeer (ca. 6000 bis 500 Jahre vor heute)“ (SPP 2143)

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat im April 2017 die Einrichtung des Schwerpunktprogramms „Entangled Africa: Innerafrikanische Beziehungen zwischen Regenwald und Mittelmeer (ca. 6000 bis 500 Jahre vor heute)“ (SPP 2143) beschlossen. Als Laufzeit sind sechs Jahre vorgesehen. Die DFG lädt hiermit ein zur Antragstellung für die zweite dreijährige Förderperiode.

Hintergrund und wissenschaftliche Zielstellung

Afrika ist der Kontinent, dem wir zahlreiche kulturelle Inspirationen und Innovationen verdanken und der in archäologischer Hinsicht ein Hotspot für die Erforschung der Menschheitsgeschichte ist. Dabei stehen relativ gut erforschten Räumen und Zeitstufen nahezu unbekannte Regionen und weitgehend unverstandene Zusammenhänge gegenüber. Die bisherige Erforschung dieser Zusammenhänge erfolgte vor allem von außen, mit einem starken Fokus auf die außerafrikanischen – das heißt europäischen und vorderasiatischen – Einflüsse.

Dieses Schwerpunktprogramm wagt einen grundlegenden Perspektivwechsel. Sein Ziel ist, das vielschichtige Geflecht weitreichender Beziehungen und Interaktionen der afrikanischen Vergangenheit im Raum zwischen Mittelmeer und Regenwald sichtbar zu machen. Mittels eines breiten geistes- und naturwissenschaftlichen Methodenspektrums werden Beziehungen und Vernetzungen erörtert, die in den letzten 6000 Jahren einen prägenden Einfluss auf die menschlichen Gesellschaften hatten und die auch heute noch in unserer modernen und globalisierten Welt von Bedeutung sind.

Methodischer Rahmen

In diesem archäologischen Schwerpunktprogramm arbeiten die Mitglieder in enger Kooperation mit ihren afrikanischen Partnerinnen und Partnern. Da Vernetzung erforscht werden soll, muss die Thematik der Projekte auf Überregionalität ausgerichtet sein. Drei Fragestellungen hinsichtlich Vernetzung stehen innerhalb des Programms im Vordergrund:

  • Welche Indikatoren für überregionale Kontakte und Vernetzungen lassen sich erfassen?Empirische Grundlagenforschung erfasst die überlieferten Anzeiger überregionaler Kontakte (z. B. ortsfremde Objekte oder Materialien, deren Herkunft es zu klären gilt; Akteure, die sich anhand innovativer Technologien wie Nahrungsproduktion, Keramik- oder Metallherstellung oder Architektur erkennen lassen oder die durch Schriftquellen nachgewiesen sind).
  • Welche Formen nahmen diese Interaktionen und Vernetzungen an?
    Form und Organisation von Interaktionen, ihre räumliche Ausdehnung, zeitliche Tiefe und Infrastruktur werden analysiert (z. B. Mechanismen, wie welches Mobilitätsschema hinter dem Kontakt steckt: Migration, Austausch oder Handel; Beantwortung von Fragen zu Ursache oder Motivation, unter anderem im Zusammenhang mit der Ausbreitung technischer Innovationen).
  • Welche Muster lassen sich erkennen?
    Welche Territorien sind zu welcher Zeit und auf der Basis welcher Mechanismen vernetzt? Hier werden ganz konkret die besonderen Einflussgrößen der letzten sechs Jahrtausende in den Blick genommen (z. B. welche Rolle spielte die geografische Situation; auf Grundlage welcher Klima- und Umweltveränderungen sowie gesellschaftlichen Umbrüche entstehen Vernetzungsmechanismen).

Antragstellung

Projektanträge sollten den räumlichen und zeitlichen Bezugsrahmen einhalten, das heißt auf Afrika zwischen Mittelmeer und Regenwald und auf einen Zeitraum zwischen 6000 und 500 Jahren vor heute fokussieren. Mindestens eine der drei oben genannten Hauptfragen ist dabei inhaltlich an zentraler Stelle zu berücksichtigen. Kooperationen mit anderen Forschungsvorhaben, die bereits in der ersten Förderphase aktiv waren oder gleichzeitig im Rahmen des Schwerpunktprogramms beantragt werden, sind ausdrücklich erwünscht und sollten bereits im Antrag genannt werden. Bitte beachten Sie bei der Konzeption der Projektanträge, dass der finanzielle Gesamtrahmen für die Ausschreibung begrenzt ist.

Reichen Sie Ihren Antrag in englischer Sprache bitte bis spätestens 31. Januar 2021 bei der DFG ein. Die Antragstellung erfolgt ausschließlich über das elan-Portal zur Erfassung der antragsbezogenen Daten und zur sicheren Übermittlung von Dokumenten. Bitte senden Sie ein weiteres Exemplar des Antrags in elektronischer Form an die Programmkoordination (siehe unten).

Im Falle eines Erstantrags bei der DFG, beachten Sie, dass Sie sich vor der Antragstellung im elan-Portal registrieren müssen. Ohne Registrierung bis zum 17. Januar 2021 ist eine Antragstellung nicht möglich. Bitte wählen Sie im Registrierungsformular bei den abschließenden Angaben ebenso wie bei der Antragstellung „SPP 2143 – Entangled Africa: Innerafrikanische Beziehungen zwischen Regenwald und Mittelmeer (ca. 6000 bis 500 Jahre vor heute)“ aus der angebotenen Liste der Ausschreibungen aus. Die Bestätigung der Registrierung erfolgt in der Regel bis zum darauffolgenden Arbeitstag.

Sofern Sie beabsichtigen, einen Neuantrag einzureichen, wählen Sie bitte unter „Antragstellung – Neues Projekt – Schwerpunktprogramm“ im elektronischen Formular „SPP 2143“ aus der angebotenen Liste aus. Antragstellerinnen und Antragsteller, die bereits gefördert werden und einen Fortsetzungsantrag stellen wollen, müssen den Antrag über die Registerkarte „Antragstellung – Antragsübersicht/Fortsetzungsantrag“ einreichen. Hier wird Ihr in der Förderung befindliches Projekt angezeigt.

Berücksichtigen Sie bitte beim Aufbau Ihres Antrags das DFG-Merkblatt 54.01 zu Sachbeihilfen mit Leitfaden für die Antragstellung und die Hinweise im Merkblatt Schwerpunktprogramm 50.05, Teil B.

Weiterführende Informationen

Detaillierte Informationen zum Schwerpunktprogramm erhalten Sie im Internet unter:

Forschungsvorhaben, die bereits in der ersten Förderphase aktiv waren, erreichen Sie unter:

Das elan-Portal der DFG zur Einreichung der Anträge finden Sie unter:

Die Merkblätter DFG-Vordruck 50.05 und 54.01 stehen unter:

Inhaltliche Fragen beantworten Ihnen die Koordinatoren des Schwerpunktprogramms:

  • Privatdozent Dr. Jörg Linstädter
    Dr. Johanna Sigl
    Deutsches Archäologisches Institut (DAI)
    Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen (KAAK) Bonn
    Dürenstr. 35–37 
    53173 Bonn
    Tel. +49 228 997712-0 
    Link auf E-Mailspp2143@dainst.de 

Auskünfte zur Antragstellung bei der DFG erteilen:

Hinweis:

Diese "Ausschreibung - Information für die Wissenschaft" ist unter Externer Linkwww.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2020/info_wissenschaft_20_77
erreichbar. Bitte verwenden Sie ausschließlich diese URL, um das Dokument zu zitieren oder per Link einzubinden.