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Information für die Wissenschaft Nr. 44 | 18. Juni 2019
Qualitätssicherung von Forschungssoftware durch ihre nachhaltige Nutzbarmachung

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) erbittet Anträge zur nachhaltigen Nutzbarmachung von Forschungssoftware. Diese sollten zum Ziel haben, Forschungssoftware, die das Potenzial hat, deutlich über ihren ursprünglichen Kontext hinaus Verwendung in der Forschung zu finden, für die Wiederverwendung und eine mögliche Weiterentwicklung aufzuarbeiten sowie zur Qualitätssicherung durch eine fachliche Community zugänglich zu machen. Die Vorhaben sollten sich an Best-Practice-Beispielen zur nutzerzentrierten Weiterentwicklung und zur communitybasierten Qualitätssicherung oder sogar zum Aufbau ganzer Softwareökosysteme orientieren oder hierzu neue und innovative Konzepte entwickeln und erproben.

Hintergrund

In allen Phasen wissenschaftlichen Arbeitens wird heute Software genutzt, sei es zur Generierung, Verarbeitung, Analyse oder Visualisierung von Forschungsdaten. Wird diese Software hierzu im Rahmen der Forschung eigens entwickelt, spricht man von Forschungssoftware.

Die mit Forschungssoftware realisierten Verarbeitungsschritte können wesentlichen Einfluss auf die erzielten Forschungsergebnisse haben und werden somit integraler Bestandteil von Forschung. Oftmals ist eine kritische Interpretation oder Reproduktion der erzielten Ergebnisse für Dritte nicht oder nur schwer möglich, vor allem wenn die Software nicht verfügbar ist. Gleiches gilt für die Übertragung in einen neuen oder umfassenderen Forschungskontext.

Oftmals ist jedoch nicht sichergestellt, dass eine Wiederverwendung über das Forschungsprojekt hinaus überhaupt möglich (Fit for Re-Use) oder auch nur eine unabhängige Qualitätssicherung (Fit for Purpose) gegeben ist.

Um diesen Herausforderungen begegnen zu können, erbittet die DFG Anträge zur nachhaltigen Nutzbarmachung von Forschungssoftware. Diese sollten der Ermöglichung einer unabhängigen Qualitätssicherung von Forschungssoftware und der mit dieser Software erzielten Forschungsergebnisse dienen und können insbesondere auch zur Verbesserung der Softwarequalität beitragen.

Ziel der Ausschreibung ist es, Forschungsergebnisse und -methodiken aus bereits geförderten DFG-Projekten, die in Form von Forschungssoftware vorliegen, nachhaltig abzusichern und verfügbar zu machen.

Antragsvoraussetzungen

Die aktuelle Fassung der Forschungssoftware muss in wesentlichen Teilen im Rahmen eines geförderten DFG-Forschungsvorhabens entstanden sein. Sie muss quelloffen allgemein verfügbar und für die akademische Verwendung und Erweiterung kostenfrei nutzbar sein, hierzu ist die Software bereits mit entsprechenden Lizenzen versehen. Gleiche Bedingungen gelten auch für die im Rahmen der Ausschreibung geförderte Aufbereitung der Software. Eine umfassende Planung für die Veröffentlichung (Veröffentlichungsort(e), Zeitpunkt und Reifegrad, Bekanntmachung, etc.) und ein geeignetes Lizenzierungsmodell sind anzugeben.

Es kann nur Forschungssoftware aufbereitet werden, die in ihrem Entwicklungsgrad bereits den Status eines Prototyps erreicht hat. Förderfähige Vorhaben müssen dazu die folgenden Voraussetzungen nachweisen:

VoraussetzungBeschreibung
NutzungsnachweisDie erfolgreiche Nutzung der Software zur Erlangung wissenschaftlich hochwertiger Ergebnisse ist in mindestens einem Forschungsprojekt nachgewiesen (z. B. durch hochrangig veröffentlichte wissenschaftliche Publikationen, deren Ergebnisse maßgeblich durch die betreffende Forschungssoftware erreicht wurden).
EignungsnachweisDarstellung und Begründung der Eignung der Forschungssoftware im Vergleich zu alternativen Lösungen (Stand der Forschung, Anwendungsfälle und Konkurrenzanalyse).
NutzungspotenzialEin hoher, über den eigenen Standort hinausgehender Bedarf zur Nutzung der Forschungssoftware zum Zwecke der Replikation, Reproduktion oder deutlichen Ausweitung oder Diversifizierung des Nutzungsszenarios ist gegeben, z. B. nachgewiesen durch schriftliche Absichtserklärungen.

Nicht förderbar sind Vorhaben, die eine Forschungssoftware zum Gegenstand haben, die bereits den Status eines Produkts erreicht hat oder für die bereits Infrastrukturen zur nachhaltigen Bereitstellung, Nutzbarhaltung, Verbreitung und Archivierung geschaffen wurden oder deren Nutzung über mehrere Communities hinweg bereits etabliert ist. Software, für die eine kommerzielle Unterstützung verfügbar ist, kann ebenso nicht gefördert werden.

Arbeitsprogramm

Mit dem Arbeitsprogramm sind Arbeitspakete zum Erreichen folgender Ziele darzustellen:

  • Entwicklungsziel: Ausgehend vom Entwicklungsstatus der Forschungssoftware zum Zeitpunkt der Antragstellung ist mit einer Ist-Soll-Analyse darzustellen, welche notwendigen Anpassungen und qualitätssichernden Maßnahmen (z. B. Refactoring) an der Forschungssoftware vorgenommen werden sollen.
  • Eignung: Der Ausbau der Alleinstellungsmerkmale ist darzustellen.
  • Nutzungsziel: Ausgehend vom Nutzungsstand der Forschungssoftware zum Zeitpunkt der Antragstellung ist darzustellen, welche Nutzergruppen erreicht werden sollen und wie dies umgesetzt werden kann.
  • Interne Qualitätssicherung: Es ist darzustellen, welche Techniken der Qualitätssicherung (z. B. Validierung, Verifikation, Test, Audit) geplant werden. Quantifizierbare Qualitätsziele (z. B. in Bezug auf Verständlichkeit, Korrektheit, Wartbarkeit, Aktualität, Benutzbarkeit) sollen angegeben und deren Erhebung beschrieben werden.
  • Externe Qualitätssicherung: Es ist darzustellen, welche Vorgehensweisen und Methoden zur Unterstützung und Beförderung der Qualitätssicherung der Forschungssoftware und der damit erzielten Ergebnisse durch die Community geplant sind (z. B. Entwicklung von Dokumentationsstandards für (softwareintensive) Experimente, Definition und Veröffentlichung von übertragbaren Benchmark-/Testszenarien, Ausbildungsaspekte in Bezug auf methodische Kompetenz der Softwareentwicklung, etc.).
  • Evaluation: Zu allen vorgenannten Punkten sollten Leistungsindikatoren definiert werden und anhand derer eine Evaluation der Zielerreichung vorgenommen werden.

Mit dem Arbeitsprogramm sind darüber hinaus folgende Maßnahmen zur Nachhaltigkeit darzustellen:

  • Maßnahmen zur Archivierung, Versionierung, Bug-Reporting/Tracking und Quell-Code-Dokumentation
  • Konzept zur Beschreibung der Software (z. B. Manuals, Screencasts, Tutorials, etc.)
  • Maßnahmen zur Verbreitung und Auffindbarmachung der Software
  • Lizenzierungsmodell und Veröffentlichungsplan, die sicherstellen, dass die Software quelloffen allgemein verfügbar und für die akademische Verwendung und Weiterentwicklung kostenfrei ist

Art und Dauer der Förderung

Im Rahmen der Ausschreibung können sämtliche im Programm „Sachbeihilfe“ verfügbaren Module beantragt werden, siehe dazu DFG-Vordruck 50.01. Die Mittel müssen projektspezifisch begründet sein. Von den Antragstellerinnen und Antragstellern wird eine angemessene Eigenleistung erwartet.

Im Rahmen dieser Ausschreibung können einmalig Mittel für bis zu drei Jahre beantragt werden.

Termine und Antragstellung

Die Zulassung zur Vollantragstellung setzt voraus, dass bis 1. August 2019 eine unverbindliche, kurze Absichtserklärung (max. 3 Seiten) per E-Mail an Link auf E-Mailchristiane.mohren@dfg.de eingereicht wird, die folgende Informationen enthält:

  • kurze Skizze der Projektziele
  • Nennung und Nachweis der Forschungssoftware
  • Nennung der beteiligten Antragstellerinnen und/oder Antragsteller
  • knappe Darstellung der bisherigen Nutzung und Eignung der Forschungssoftware sowie des Nutzungsbedarfs (qualitativ) und des Nutzungspotenzials (quantitativ)
  • eine grobe Schätzung des Finanzbedarfs
  • Fachklassifikation des Faches, in dem die Software primär zum Einsatz kommt, entsprechend der DFG-Fachsystematik (siehe unten)

Förderanträge sind in Englisch zu verfassen und können bis 6. November 2019 eingereicht werden.

Weiterführende Informationen

Sofern nicht in diesem Ausschreibungstext anders angegeben, gelten die Regeln des Programms „Sachbeihilfe“. Die für die Antragstellung einschlägigen Merkblätter sind zu finden unter:

Bitte beachten Sie insbesondere das Merkblatt zum Programm Sachbeihilfe (DFG-Vordruck 50.01) sowie den Leitfaden für die Antragstellung – Projektanträge (DFG-Vordruck 54.01):

DFG-Fachsystematik:

Das elan-Portal der DFG zur Einreichung der Vollanträge finden Sie unter:

Bitte wählen Sie bei der Eingabe die Ausschreibung „Forschungssoftware 2019“ aus.

Die Ausschreibung wurde in Zusammenarbeit der Gruppen II-ING und III-LIS vorbereitet.

Bei Fragen und zur Beratung wenden Sie sich bitte an:

Fachlich:

Formal:

Hinweis:

Diese "Ausschreibung - Information für die Wissenschaft" ist unter
Interner Linkwww.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2019/info_wissenschaft_19_44
erreichbar. Bitte verwenden Sie ausschließlich diese URL, um das Dokument zu zitieren oder per Link einzubinden.