Zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen

Logo: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - zur Startseite Deutsche Forschungsgemeinschaft

Anträge zu besonderen persönlichen Situationen / Härtefallanträge

1. Antragstellung: Benötige ich einen Nachteilsausgleich wegen unvermeidbarer Verzögerungen in der wissenschaftlichen Karriere?

Bei einer Entscheidung der DFG über Anträge auf Förderung von Forschungsprojekten sind die Qualität des Vorhabens und der zu erwartenden Ergebnisse, sowie die Aussicht auf ein Gelingen des Projektes zentrale Bewertungskriterien. In diese Gesamtabwägung wird auch die bisherige wissenschaftliche Leistung Antragstellender einbezogen. Um die wissenschaftlichen Leistungen eines Individuums angemessen zu beurteilen, müssen auch dessen individuelle Lebensumstände Beachtung finden. Wissenschaftliche Chancengleichheit bedeutet hier, unvermeidbare Verzögerungen im wissenschaftlichen Werdegang antragstellender Personen angemessen zu deren Gunsten zu berücksichtigen.

Zu unvermeidbaren Verzögerungen einer wissenschaftlichen Karriere können insbesondere die folgenden Umstände führen:

  • Schwangerschaft und Geburt
  • Kinderbetreuung
  • Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen
  • Behinderung, sowie chronische oder langfristige Erkrankung (Faustregel: Ausfall in der wissenschaftlichen Tätigkeit von mehr als drei Monaten pro Jahr)
  • Freiwilligendienste, Wehr- oder Zivildienst
  • Pandemiebedingte Verzögerungen
  • Wechsel zwischen verschiedenen Wissenschaftssystemen, Spracherwerb
  • Flucht, Asyl

Wenn aus solchen oder ähnlichen Umständen längere Qualifikationsphasen, Publikationslücken oder verminderte Auslandsaufenthalte resultieren, kann ein entsprechender Nachteilsausglich bei Antragstellung erbeten werden. Eine Pflicht zur Offenlegung aller oben aufgeführten, grundsätzlich privaten Umstände besteht aber bei Antragstellung bei der DFG nicht. Die freiwillige Offenlegung kann jedoch im Einzelfall sinnvoll sein, um ansonsten ungerechtfertigt erscheinende Lücken im wissenschaftlichen Werdegang zu erklären. Die Bitte um einen solchen Nachteilsausgleich kann dafür sorgen, dass trotz unvermeidbarer Verzögerungen im Lebenslauf allein die bisherige wissenschaftliche Leistung im Vergleich mit anderen Antragstellenden bewertet wird.

Die Geburtsdaten von Kindern sowie Zeiten der ausschließlichen Kinderbetreuung (beispielsweise zeitweise Aufgabe der beruflichen Tätigkeit oder Teilzeittätigkeit wegen familiärem Betreuungsbedarf) können für Personen aller Geschlechter freiwillig im Lebenslauf aufgeführt werden. Diese freiwillige Angabe ist von allen am Entscheidungsprozess beteiligten Personen ausschließlich zugunsten Antragstellender bei der Beurteilung der bisherigen wissenschaftlichen Leistung zu berücksichtigen. Bitte nehmen Sie in Ihr Dokument „Lebenslauf“, das Gutachtenden und Gremienmitgliedern zur Verfügung gestellt werden soll, bei Bedarf nur die vorgenannten Punkte („familiärer Betreuungsbedarf“ oder „[konkretes Geburtsdatum]“) auf. Wenn Sie uns sonstige besondere persönliche Situationen freiwillig mit dem Antrag zur Berücksichtigung mitteilen möchten, gilt Folgendes:

Antragstellende, die sich freiwillig im Rahmen der wissenschaftlichen Begutachtung und Bewertung auf andere unvermeidbare Verzögerungen im wissenschaftlichen Werdegang berufen möchten, müssen ausdrücklich auf den jeweiligen Umstand hinweisen und gegebenenfalls (sofern dieser Umstand nicht selbsterklärend ist) dem Antrag eine kurze Erläuterung beifügen. Bitte verwenden Sie hierfür immer das unten verlinkte DFG-Formular 73.01 und teilen Sie der DFG solche Informationen bitte auf einem gesonderten Blatt mit (getrennt von allen für die Gutachtenden und Gremienmitglieder bestimmten wissenschaftlichen Angaben zum Antrag). Grund dafür ist, dass den Gutachtenden und den Entscheidungsgremien der DFG nur der Umfang der zeitlichen Unterbrechung Ihrer wissenschaftlichen Karriere mitgeteilt wird, sowie die Tatsache, dass die Unterbrechung als unvermeidbar anzuerkennen ist. Zum Schutz der persönlichen Daten und der Privatsphäre von Antragstellenden und ihren Familien wird der konkrete Grund im Regelfall nicht im Begutachtungsprozess mitgeteilt. Dieser Grund wird nur intern, also innerhalb der DFG-Geschäftsstelle daraufhin geprüft, ob er als „unvermeidbar“ anerkannt wird. Damit der Ausfallzeitraum angemessen berücksichtigt werden kann, beziffern Sie bitte Dauer und Umfang möglichst konkret. Auch ein anteiliger Ausfall in der wissenschaftlichen Tätigkeit kann angegeben werden, beispielsweise „Einschränkung in der wissenschaftlichen Tätigkeit von 100% vom 13.3.2020 bis 30.06.2020 und von 50 % vom 1.7.2020 bis 30.06.2021“.

Soweit insbesondere die genannten unvermeidbaren Verzögerungen dazu führen, dass formale Programmkriterien nicht erfüllt sind (beispielsweise ein bestimmter Zeitraum nach der Promotion ist im Emmy-Noether-Programm bereits überschritten), beachten Sie bitte die entsprechenden Programminformationen und die hierzu bereitgestellten „Interner LinkHäufig gestellten Fragen – FAQ“, ggfs. kontaktieren Sie bitte die jeweiligen Ansprechpersonen des konkreten Programms zu möglichen Anrechnungsregelungen.

Wenn Sie einen Antrag auf Berücksichtigung einer besonderen persönlichen Situation bzw. einen Härtefallantrag stellen möchten, muss immer das nachfolgende DFG-Formular zum Datenschutz (Einwilligung, DFG-Vordruck 73.01) beigefügt werden. Ohne dieses Formular können die freiwillig mitgeteilten zusätzlichen Informationen zu Ihrem Antrag nicht in Bearbeitung genommen werden.

2. Benötige ich einen anderen Nachteilsausgleich bei Antragstellung oder später – beispielsweise bei Eintritt einer besonderen persönlichen Situation während eines laufenden Projekts?

Insbesondere aus den unter Nr. 1 genannten Gründen kann es auch besondere Mittel- oder Gestaltungsbedarfe in beantragten oder bewilligten Projekten geben. Dies können beispielsweise sein:

  • Veränderung der Projektlaufzeit
  • Änderung des für das Projekt zur Verfügung stehenden Arbeitsumfangs bei der Projektleitung oder bei im Projekt mit DFG-Mitteln finanziertem Personal (beispielsweise Wechsel auf Teilzeittätigkeit oder vollständiger Ausfall von Personen wegen langfristiger Erkrankung von mehr als drei Monaten pro Jahr oder wegen familiärer Verpflichtungen)
  • Umdisposition von Mitteln (bitte beachten Sie hierzu die Regelungen der zu Ihrer Bewilligung gehörenden Verwendungsrichtlinien)
  • Übertragung der Projektleitung auf eine andere Person (ggfs. mit der Absicht einer späteren Rückübertragung)
  • Unterbrechung der Arbeiten am Projekt (beispielsweise wegen einer langfristigen Erkrankung von mehr als drei Monaten pro Jahr oder wegen familiärer Verpflichtungen).

Bitte lassen Sie sich in solchen Fällen individuell von der DFG-Geschäftsstelle beraten, welche der vorgenannten Maßnahmen für Ihre persönliche Situation und Ihr konkretes wissenschaftliches Projekt am sinnvollsten eingesetzt werden können. Bei Bedarf können einige dieser Maßnahmen auch miteinander kombiniert werden. Wenn Sie einen solchen Antrag auf Berücksichtigung einer besonderen persönlichen Situation bzw. einen Härtefallantrag in Bezug auf die Projektgestaltung stellen möchten, muss ebenfalls immer das nachfolgende DFG-Formular zum Datenschutz (Einwilligung, DFG-Vordruck 73.01) beigefügt werden. Ohne dieses Formular können die freiwillig mitgeteilten zusätzlichen Informationen zu Ihrem Antrag nicht in Bearbeitung genommen werden.

3. Wie wird mit Ihren Angaben zu besonderen persönlichen Situationen / Härtefallanträgen in der Begutachtung und wissenschaftlichen Bewertung Ihres Antrags umgegangen?

Informationen zu diesem Thema finden Sie unter

Weitere Informationen