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Global Research Council (GRC)

Logo: Global Research Council (GRC)

Der GRC ist ein freiwilliger, informeller Zusammenschluss der Präsidenten und Vorsitzenden von Forschungs- und Forschungsförderorganisationen aus der ganzen Welt. Er wurde 2012 im Rahmen des „Global Summit on Merit Review“ in Washington, DC, gegründet, der von der amerikanischen National Science Foundation (NSF) ausgerichtet wurde.

Maßgeblich beteiligt an der Gründung waren der ehemalige NSF-Direktor Dr. Subra Suresh und der damalige DFG-Präsident Professor Dr.-Ing. Matthias Kleiner.

Der GRC repräsentiert das Gros der öffentlichen, nicht direkt von Regierungen getragenen Forschung und Forschungsförderung und will die internationale Kooperation in der Forschung und zwischen Forschungsförderorganisationen stärken. Durch regelmäßige vorbereitende Konferenzen in den verschiedenen Weltregionen und sein Jahrestreffen bietet er ein Forum, aktuelle Fragen, die sich durch die Globalisierung und die Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung sowie deren Förderung ergeben, zu diskutieren und die Ergebnisse in gemeinsame Empfehlungen einfließen zu lassen.

GRC-Governing Board

DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker gestaltet als Vorsitzende des Governing Board des GRC maßgeblich die Aktivitäten des internationalen Zusammenschlusses mit. Die DFG begleitet den GRC seit Langem - unter anderem war die satzungsgebende Jahresversammlung 2013 in Berlin mit dem damaligen DFG-Präsidenten Professor Dr. Peter Strohschneider ein wichtiger Schritt für die Organisation.

Die Regionalkonferenzen und Jahrestreffen bieten darüber hinaus eine Plattform für den Austausch von Erfahrungen und „best practices“, die sich neu entwickelnden Systemen als Anhaltspunkte für den Aufbau neuer Strukturen und Verfahren dienen können.

Jahrestreffen des Global Research Councils

Jahrestreffen 2021

Neuntes Jahrestreffen des Global Research Councils

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) übernimmt innerhalb des Global Research Councils (GRC) weiterhin eine zentrale Rolle und damit Verantwortung in der weltweiten Zusammenarbeit in der Forschungsförderung: So wurde DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker nun zur Vorsitzenden des Governing Boards des GRC gekürt. Zuvor war sie von ihren europäischen Kolleginnen und Kollegen in dieses Gremium gewählt worden. Die Wahlen erfolgten im Rahmen des neunten Annual Meetings des Zusammenschlusses der Präsidentinnen und Vorsitzenden von Forschungsförderorganisationen aus der ganzen Welt. Gastgeber des Meetings waren in diesem Jahr die National Research Foundation (NRF) of South Africa und die UK Research and Innovation (UKRI). Die Zusammenkunft fand zum ersten Mal rein virtuell statt, nachdem das Treffen 2020 wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben werden musste.

„Ich freue mich über meine Wahl und sehe darin eine Bestärkung des Engagements der DFG für den Global Research Council“, sagt DFG-Präsidentin Katja Becker. „Die Erwartungen der Gesellschaft an die Wissenschaft sind seit Beginn der Coronavirus-Pandemie drastisch gestiegen. Heute fragt die Welt dringender denn je nach wissenschaftlichem Rat und evidenzbasierten Lösungsvorschlägen zu drängenden Fragen. Viele dieser Ansätze können nur in globaler Zusammenarbeit gefunden werden. Die im GRC zusammengeschlossenen Förderorganisationen tauschen Daten und Erfahrungswerte aus und erproben Mechanismen für eine hochwertige Forschungskooperation; sie verbessern die Kommunikation und Kooperation untereinander; und sie diskutieren Themen von gemeinsamem Interesse zur Unterstützung der Forschung. Somit übernimmt der GRC eine Katalysatorrolle bei der Förderung der weltweiten Zusammenarbeit in der Forschung“, so Becker.

Der 2012 ins Leben gerufene GRC repräsentiert einen Großteil der öffentlichen, nicht direkt von Regierungen getragenen Forschung und Forschungsförderung und will die internationale Kooperation in der Forschung und zwischen Forschungsförderorganisationen stärken. Durch regelmäßige Konferenzen in den verschiedenen Weltregionen auf der einen sowie dem jährlichen Treffen aller Mitglieder auf der anderen Seite bietet er ein Forum, um aktuelle, drängende Fragen der Globalisierung und Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung sowie deren Förderung zu diskutieren und die Ergebnisse in gemeinsame Empfehlungen einfließen zu lassen.

Im Rahmen des diesjährigen Annual Meetings tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer etwa zu „missionsorientierter Forschung“ aus. Diese biete, so formuliert es der GRC in seinem Statement of Principles on Mission-Oriented Research, einen Mechanismus, um die Gesellschaft bei der Bewältigung einer Vielzahl globaler Herausforderungen zu unterstützen, die immer vielfältiger, komplexer und vernetzter werden. In weiteren Sessions tauschten sich die versammelten Förderorganisationen unter anderem über generelle Prinzipien des „Public Engagements“, die Bedeutung der Wissenschaft während der Pandemie oder zur Rolle des GRC in der Wissenschaftsdiplomatie aus. Mit Blick auf das nächstjährige zehnte Annual Meeting stellte der GRC außerdem Fragen nach seinem Rollenverständnis und zukünftigen Handlungsfeldern.

Jahrestreffen 2019

GRC-Jahrestreffen in São Paulo

Anlässlich des Jahrestreffens des Global Research Councils (GRC) kam DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider vom 1. bis 3. Mai nach São Paulo. An der Veranstaltung, die erstmalig in Südamerika stattfand und gemeinsam von den Förderinstitutionen DFG, FAPESP (São Paulo, Brasilien) und CONICET (Argentinien) organisiert wurde, nahmen Vertreterinnen und Vertreter von 49 Forschungsförderorganisationen aus 45 Ländern teil.

Das zentrale Thema in diesem Jahr war der Umgang mit den zunehmenden Erwartungen von Regierungen und Verwaltungsorganen öffentlicher Gelder an den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen der von ihnen finanzierten Forschung.

Diese Tendenz stellt Förderorganisationen weltweit vor Herausforderungen: Zum einen liegt sie darin, den potenziellen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Nutzen eines Forschungsprojekts im Voraus abzuschätzen, ohne die zukünftigen Anwendungsfelder oder gesellschaftlichen Anforderungen zu kennen. Einige Regierungen fordern dies jedoch als Begutachtungskriterium für Förderentscheidungen, was insbesondere für die erkenntnisgetriebene und nicht unmittelbar auf Anwendung ausgerichtete Forschung ein Problem darstellt.

Zum anderen stehen die Fördereinrichtungen vor der Schwierigkeit, auch nach Projektende den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen der geförderten Projekte festzustellen und zu bewerten.

Für Jorge Tezon, Direktor für wissenschaftliche und technologische Entwicklung der argentinischen Förderinstitution CONICET, ist besonders der Zeitraum zwischen Projektende und der Feststellung des Nutzens problematisch: „In einigen wenigen Fällen zeigt sich dieser sofort, oft dauert dies jedoch mehrere Jahre.“ „Oder sogar Jahrzehnte“, wie Prof. Dr. Strohschneider ergänzend hinzufügte. „Nimmt man die Relativitätstheorie als Beispiel, zeigte sich deren Nutzen erst nach 80 Jahren in der Entwicklung von GPS-Technologien“.

Nach Ansicht des DFG-Präsidenten wird die Debatte um den Nutzen wissenschaftlicher Forschung von einer Reihe irrtümlicher Annahmen bestimmt. Dazu zählt unter anderem auch die Vorstellung, dass Forschung hauptsächlich dazu dienen soll, in kurzer Zeit konkrete Lösungen für aktuelle Probleme zu finden. Strohschneider zufolge ist dies jedoch nur ein Aspekt moderner Wissenschaftssysteme und sollte nicht allgemeingültig auf alle Forschungsbereiche angewendet werden. „Die wichtigste Funktion moderner Forschung ist es, neue Methoden und Kenntnisse hervorzubringen, die nicht nur der heutigen Gesellschaft dienlich sind, sondern die auch zu Lösungen für zukünftige und noch unbekannte Probleme führen können“, bekräftigte er.

Laut Prof. Dr. Carlos Henrique Brito, wissenschaftlicher Direktor der FAPESP, besteht ein weiterer Irrtum in der Erwartung, Wissenschaft könne aus dem Nichts innovatives Wissen und sofortige Lösungen generieren: „Wir können heute unmöglich ohne das jahrhundertealte und über Generationen hinweg angesammelte Wissen Lösungen für Probleme finden. Aus diesem Grund brauchen sowohl die Forschung als auch entsprechende Ergebnisse Zeit, wodurch wiederum die Erwartungen im Hinblick auf kurzfristige Lösungen nicht erfüllt werden.“

Eine weitere Schwierigkeit liegt Tezon zufolge in der Annahme, die Wissenschaft könne eine einzige und sichere Antwort für aktuelle Fragestellungen bieten. „Die Öffentlichkeit braucht ein besseres Verständnis für die Komplexität und Interdisziplinarität der Herausforderungen – es gibt keine Universallösung für Probleme wie Arbeitslosigkeit oder Drogenabhängigkeit“, erläuterte er.

Vor diesem Hintergrund sprach sich der DFG-Präsident in der Diskussion um den Nutzen von Forschung für eine methodische und gegen eine ideologische Herangehensweise aus: „Kein Wissenschaftler möchte sinnloses Wissen produzieren; vielmehr muss diskutiert werden, wie die gegenwärtigen und kostenaufwendigen Forschungsfördersysteme der Öffentlichkeit nähergebracht und gerechtfertigt werden können. Dies wirft wiederum methodische Fragen auf: „Wie zeigt, kommuniziert und kategorisiert man den Nutzen und wie können solche Aspekte in politische Entscheidungsprozesse integriert werden?“, analysierte Strohschneider.

Neben dieser Problematik wurden im Rahmen des GRC-Meetings auch weitere wissenschaftsrelevante Aspekte behandelt, wie zum Beispiel die Gleichstellung in der Wissenschaft, Open Science, die Bemühungen um universellen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen und nachhaltige Entwicklung.

Mit diesen Themen befassten sich die am GRC teilnehmenden Organisationen im Laufe des vergangenen Jahres im Rahmen von Regionaltreffen. Bezüglich der Frage des Impacts wissenschaftlicher Forschung erarbeiteten sie das Grundsatzpapier „GRC 2019 Statement of Principles“. Das während des Jahrestreffens in São Paulo verabschiedete Dokument plädiert für ein ausgewogenes Verhältnis von erkenntnisgetriebener und angewandter Forschung sowie für die Beibehaltung der wissenschaftlichen Qualität als vorherrschendes Kriterium bei der Auswahl zu finanzierender Projekte. Darüber hinaus sollte bei der Bewertung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzens ausreichend Flexibilität vorhanden sein. Das den Förderinstitutionen als Orientierung dienende Papier empfiehlt außerdem die Implementierung effektiverer Maßnahmen zur Wissenschaftskommunikation.

Der Global Research Council wurde 2012 mit dem Ziel gegründet, die internationale Kooperation in der Forschung und zwischen Forschungsförderorganisationen zu stärken – dazu gehört auch ein reger Austausch von Daten und Best Practices. Die DFG ist als aktives Mitglied mit Schlüsselpositionen im Governing Board und in der Executive Support Group sowie im Programme Committee und der Arbeitsgruppe zur Gleichstellung vertreten. Darüber hinaus nehmen Vertreterinnen und Vertreter der Gruppe für Internationale Zusammenarbeit auch regelmäßig an den vorbereitenden Regionaltreffen teil.

Im Rahmen des Jahrestreffens in São Paulo wurde Prof. Dr. Brito, wissenschaftlicher Direktor der FAPESP, zum Vorsitzenden des GRC Governing Boards gewählt.