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11. Deutsch-Russische Nachwuchswoche “Internationalisation of Science and Research during the Pandemic”

(25.10.21) Ende Oktober richteten die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unter dem Dach des Deutschen Hauses für Wissenschaft und Innovation (DWIH Moskau) die 11. „German-Russian Week of the Young Researcher“ aus. Dabei wurden die aktuellen Herausforderungen und die Bedeutung der grenzüberschreitenden Forschungszusammenarbeit unter Pandemiebedingungen diskutiert. Wie im letzten Jahr fand die Woche angesichts der Pandemie als eintägiges Online-Event statt, das von DFG-Präsidentin Professor Katja Becker und DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee eröffnet und durch Impulsstatements zu einer Paneldiskussion begleitet wurde.

Session I der virtuellen Deutsch-Russischen Nachwuchswoche (v.l.): J. Mukherjee (DAAD), K. Becker (DFG), A. Khlunov (RSF), G. Hermani (BMBF), V. Kvardakov (RFBR), Yu. Balega (RAS), B. Grzeski (Deutsche Botschaft Moskau, per Videobotschaft), S. Salikh

Session I der virtuellen Deutsch-Russischen Nachwuchswoche (v.l.): J. Mukherjee (DAAD), K. Becker (DFG), A. Khlunov (RSF), G. Hermani (BMBF), V. Kvardakov (RFBR), Yu. Balega (RAS), B. Grzeski (Deutsche Botschaft Moskau, per Videobotschaft), S. Salikhov (NUST MISIS).

© DFG

Zur Eröffnung wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von den Vorständen der beiden federführenden Organisationen begrüßt. Den Ansprachen von DFG-Präsidentin Professor Katja Becker und DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee folgte eine Videobotschaft der Gesandtin Beate Grzeski der Deutschen Botschaft Moskau, die die Veranstaltung als herausragenden Beitrag zum laufenden Deutschlandjahr in Russland würdigte. Im Anschluss überbrachte die Leiterin des Referats 212 „Zusammenarbeit mit den Ländern der Östlichen Partnerschaft, Russland und Zentralasien“ Gabriele Hermani offizielle Grußworte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), in denen sie die Bedeutung der Nachwuchswochen für die Umsetzung der Roadmap zwischen Deutschland und Russland betonte. Auf russischer Seite waren die Russian Science Foundation mit Generaldirektor Alexander Khlunov, die Russian Academy of Sciences mit Vize-Präsident Yury Balega, die Russian Foundation for Basic Research mit Stellvertretendem Ratsvorsitzenden Vladimir Kvardakov sowie der Erste Prorektor Sergej Salikhov der diesjährigen Partneruniversität für die Veranstaltung, der Nationalen Universität für Forschung und Technologie MISIS, Moskau, vertreten.

Die 11. Nachwuchswoche widmete sich ähnlich wie im letzten Jahr der bilateralen Zusammenarbeit in Zeiten der Pandemie und wurde angesichts der weiterhin bestehenden Einschränkungen noch einmal auf eine eintägige virtuelle Veranstaltung mit zwei Sektionen reduziert. Nach den Grußworten folgte eine erste Gesprächsrunde zu den „Challenges for Science and Prospects of Joint Research for Germany and Russia”. Impulsvorträge der hochrangigen VertreterInnen von DFG, DAAD, RSF, RAS, RFBR und MISIS behandelten aktuelle aber auch zukünftige Auswirkungen der Pandemie auf die Wissenschaft und die bilaterale Kooperation. Das Panel griff dabei die Diskussion aus dem letzten Jahr auf und zeigte, mit welchen Maßnahmen und Strategien die einzelnen Wissenschaftsorganisationen auf die Pandemie reagierten und welche Formen der Zusammenarbeit sich in Zukunft ergeben können. In diesem Zusammenhang wurden die Bedeutung der langjährigen und guten wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland und die zahlreichen gemeinsamen Forschungsvorhaben als stabile Basis hervorgehoben, die die Kooperation auch über die Pandemiezeiten hinwegtragen können. Alle Vortragenden waren sich einig, dass dabei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein sehr hoher Stellenwert zukäme. Das bedeute aber auch die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für den Austausch, beispielsweise hinsichtlich neuer Mobilitätsprogramme, neuer Publikationsformen im Zuge der Digitalisierung sowie neuer Netzwerkplattformen und Kommunikationsforen.

In der zweiten Sektion wurden laufende Forschungsprojekte der Unterstützerorganisationen des DWIH-Moskau aus verschiedenen Bereichen der Grundlagenforschung vorgestellt. NachwuchswissenschaftlerInnen der Helmholtz-Gemeinschaft (Karlsruhe Institute of Technology), der Leibniz-Gemeinschaft (IOER Leipzig), der Universität Duisburg-Essen, der RWTH Aachen und der Universität Regensburg berichteten gemeinsam mit ihren russischen KooperationspartnerInnen aus Moskau, Sankt Petersburg, Krasnojarsk und weiteren Städten von ihren aktuellen Erfahrungen aus wissenschaftlicher, aber auch persönlicher Sicht. Dabei zeichnete sich der Wunsch nach physischen Treffen mit den wissenschaftlichen KollegInnen und verbesserten Mobilitätsmöglichkeiten deutlich ab. Gleichzeitig zeigte sich aber, dass trotz massiver Einschränkungen auch neue Chancen des Austauschs entstehen. Die zahlreichen deutsch-russischen Kooperationen zwischen den Hochschulen und Forschungseinrichtungen laufen weiter oder werden sogar unter Pandemiebedingungen gestartet.

Grundlegendes Ziel des Formats der Nachwuchswochen ist eine breite Netzwerkbildung und die Intensivierung der Kooperation auf der Ebene des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dabei greifen die Konferenzen interdisziplinäre und zukunftweisende Themen auf, die zugleich aktuelle Schwerpunkte oder Potenziale der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland berücksichtigen. Die letzten beiden Wochen dienten vor allem auch dem persönlichen Austausch und der Kontaktpflege zwischen den VertreterInnen der teilnehmenden Wissenschaftsorganisationen und den WissenschaftlerInnen, da physische Treffen in den letzten beiden Jahren nicht möglich waren.

Die Nachwuchswochen wurden 2011 auf Initiative von DAAD und DFG im Rahmen des Deutsch-Russischen Jahres der Wissenschaft, Bildung und Innovation ins Leben gerufen und finden einmal pro Jahr an wechselnden Standorten mit wechselnden Themen in Russland statt. Veranstaltet werden die Wochen in Zusammenarbeit mit den russischen Wissenschaftsorganisationen an den bedeutendsten Universitäten und Forschungszentren des Landes (Moskau, St. Petersburg, Kazan, Jekaterinburg, Novosibirsk). Die diesjährige Partneruniversität war die Nationale Universität für Forschung und Technologie MISIS in Moskau, die 2008 den Status einer „Nationalen Forschungsuniversität“ erreichte und damit zur Gruppe der führenden Hochschulen Russlands zählt. In direkter Verbindung mit MISIS steht der Nobelpreisträger Alexei Abrikosov, der den Lehrstuhl für Theoretische Physik innehatte. MISIS unterstützt durch die Organisation und die Beteiligung an bilateralen Veranstaltungen aktiv die Umsetzung der deutsch-russischen Roadmap, bei der sie als wichtiger Ansprechpartner auf russischer Seite fungiert.

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