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DFG-Leibniz Lecture zur Quantenmetrologie an der Lomonossow-Universität in Moskau

Wolfgang Ertmer (Leibniz-Universität Hannover) an der Lomonossow-Universität in Moskau
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Wolfgang Ertmer (Leibniz-Universität Hannover) an der Lomonossow-Universität in Moskau

© DFG

(22.02.17) Ende Februar richtete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Physikalischen Fakultät der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität (MSU) eine Lecture mit dem Leibnizpreisträger, Vizepräsidenten der DFG und ausgewiesenen Experimentalphysiker Professor Wolfgang Ertmer aus. Mit dem Thema „Cold Atom Based Quantum Metrology“ lockte Professor Ertmer ein interessiertes Fachklientel und vor allem eine studentische Zuhörerschaft an.

Zum Auftakt der Abendvorlesung, die vom Prorektor für Wissenschaftspolitik Professor Andrej Fedyanin, moderiert wurde, sprachen auch der Prorektor für Innovationen und Internationale Kooperation, Alexei Khokhlov, und Aleksandr Khlunov, Direktor der Russian Science Foundation (RSF), Grußworte an das Auditorium. Zudem zeigte Andreas Meitzner in seiner Funktion als Gesandter und damit Ständiger Vertreter des Botschafters an der Deutschen Botschaft in Moskau auf, welche wichtige Rolle das Format der DFG Leibniz-Lectures mittlerweile im wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Russland einnimmt. Co-Organisator der Veranstaltung war in diesem Jahr die Russian Science Foundation, mit der die DFG über ein Kooperationsabkommen verfügt und seit 2015 gemeinsame Ausschreibungen durchführt.

In seiner Leibniz Lecture erläuterte Professor Ertmer den circa 100 Zuhörerinnen und Zuhörern den enormen Fortschritt, den die Quantenphysik in der jüngsten Zeit durch die Physik "ultra-kalter Quantengase" erfahren hat. Das hierdurch mögliche "Quanten Engineering" insbesondere mit Bose Einstein-Kondensaten, eröffnet der Quantenmetrologie völlig neue Horizonte in Präzision. Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten gibt es in den Bereichen genauester Atomuhren, in dem neuen Feld der relativistischen Geodäsie sowie der Sensorik basierend auf Atominterferometrie im Labor und neuerdings auch im Weltraum.

Mittlerweile zum sechsten Mal fand dieses Veranstaltungsformat in der Russischen Föderation statt und hat sich so bereits zu einer Institution des fachlichen aber auch wissenschaftspolitischen Austauschs entwickelt. So ging der Vorlesung etwa ein Treffen zwischen Professor Ertmer und dem Vize-Rektor der MSU, Aleksey Khokhlov, voraus, der bereits im Jahr 2012 die Reihe der Leibniz-Lectures in seiner Universität mit dem damaligen Präsident Professor Matthias Kleiner eröffnete. Es folgte eine Führung durch das imposante Hauptgebäude der ältesten russischen Universität sowie eine Besichtigung von Laboren der Physikalischen Fakultät.

Die mit der Leibniz Lecture verbundene Reise wurde zudem aus der DFG-Bonn von Karin Zach (Gruppe „Physik und Mathematik“) und Jörn Achterberg (Internationale Zusammenarbeit) begleitet und diente auch der Anregung weiterführender Kooperationen.

So ermöglichte ein Besuch des Lebedew-Instituts der Akademie der Wissenschaften intensive Einblicke in die Physikalische Spitzenforschung Russlands. Der Institutsdirektor Nikolay Kolachvsky empfing Professor Ertmer und informierte über laufende Forschungslinien, jüngste Forschungsergebnisse sowie Perspektiven der deutsch-russischen Zusammenarbeit.

Wolfgang Ertmer, Vize-Präsident der DFG und Mitglied im DFG-Senat seit 2007, ist Professor für Experimentalphysik an der Universität Hannover. Für seine Arbeiten wurde er im Jahr 1997 mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG, dem renommiertesten deutschen Forschungsförderpreis, und im Jahr 2009 mit dem Wissenschaftspreis des Landes Niedersachsen ausgezeichnet.

Die DFG organisiert Leibniz-Lectures von Preisträgern des bedeutendsten deutschen Forschungspreises weltweit an Standorten mit eigenen Auslandsrepräsentanzen. Dabei werden Themen der Spitzenforschung in Deutschland präsentiert und Möglichkeiten der bilateralen Zusammenarbeit aufgezeigt. Leibniz-Lectures werden im Ausland als „Botschaft deutscher Wissenschaft“ viel geschätzt und führen immer wieder zu neuen Forschungskooperationen.

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