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Alle wollen nach Deutschland!

European Career Fair 2013 am MIT

Reger Betrieb auf der ECF

Reger Betrieb auf der ECF

© DFG

(28.02.13) Es war gegen 9.30 Uhr, die ersten Besucher waren in die große Halle des Johnson Athletic Center am Massachussetts Institute of Technology (MIT) zur 17. European Career Fair (ECF) geströmt, als plötzlich Sicherheitspersonal von Stand zu Stand ging. Niemand dürfe die Halle verlassen, niemand hereinkommen – auf dem Gelände sei ein bewaffneter Mann gesichtet worden. Glücklicherweise wurde eine gute Stunde später der Alarm aufgehoben – indirekt waren die vielen Aussteller aus Europa mit einem der großen Probleme der USA konfrontiert worden. Die Erleichterung war groß, als die nächsten Besucher kamen und sich rasch an den Ständen verteilten – insgesamt gehen die Veranstalter von rund 5000 Personen aus.

Auffallend war die Dominanz der Deutschen auf der ECF 2013. Von den knapp 100 Ausstellern kamen rund zwei Drittel aus Deutschland – der überwiegende Teil davon waren Universitäten, Forschungsorganisationen wie die DFG, der DAAD, die Max Planck Gesellschaft, und deutsche Firmen wie BASF, Boehringer Ingelheim, Continental und Siemens. Am Informationsstand der DFG herrschte den ganzen Tag über rege Nachfrage, rund 120 Beratungsgespräche wies die Statistik am Ende aus. Die überwiegend jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erkundigten sich nach Fördermöglichkeiten für Post-Docs, nach offenen Stellen, nach Kooperationsmöglichkeiten mit deutschen Kollegen. Neu war das Interesse auch vieler Studierender, die sich häufig nach Praktika erkundigten. Überraschend auch, dass viele Besucher der ECF von weit her angereist waren. Wie auch schon im vergangenen Jahr war der Anteil der US-Amerikaner und anderer Nationalitäten, die sich für Deutschland interessieren, auffallend hoch. Wenn sich bis vor einiger Zeit noch hauptsächlich Deutsche, die im Großraum Boston forschen und arbeiten, für Rückkehrmöglichkeiten interessierten, hat sich das Bild gewandelt.

Deutschland ist international interessant geworden – wozu die vielfältigen Fördermöglichkeiten für den wissenschaftlichen Nachwuchs, die wachsende Flexibilität vor allem durch die Exzellenzinitiative, und die zunehmende Internationalisierung an den Hochschulen beitragen. Ein Beispiel: ein junges türkischstämmigesPaar, beide in den Lebenswissenschaften am MIT tätig, wollen zusammen mit dem knapp einjährigen Sohn als Postdocs nach Deutschland – eine Herausforderung und Bereicherung für die aufnehmende Institution.

Am DFG-Stand

Am DFG-Stand

© DFG

Um Fördermöglichkeiten für Promovierende und Post-Docs in Deutschland ging es dann noch einmal kompakt am Sonntagvormittag in zwei parallelen Sessions, die vom German Academic International Network (GAIN) koordiniert wurden. Die Session für die Post-Docs war mit gut 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern voll ausgebucht – und fand auch das Interesse der Politik. Dr. Philipp Murmann, MdB der CDU und Mitglied des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, war eigens angereist, um sich ein Bild von der Situation der jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu machen. Die Session, moderiert von der Leiterin des DFG-Verbindungsbüros New York, wurde eingeleitet durch einen Überblick über die deutsche Forschungslandschaft, den Dr. Anjana Buckow, Programmdirektorin Nachwuchs in der DFG-Zentrale in Bonn und Dr. Sonja Ochsenfeld-Repp, Leiterin von von KoWi Bonn, gemeinsam gaben.

Es folgten Präsentationen und Testimonials zu Juniorprofessuren, Fördermöglichkeiten durch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Positionen an Fachhochschulen. Auch Möglichkeiten für Wissenschaftler in der Industrie und alternative Karrierewege gehörten zum dichtgedrängten Programm des Vormittags. Herausragend war das Testimonial von Victoria Bertics, Meeresforscherin in Harvard. Nach der Promotion an der University of Southern California ging sie mit einem Alexander von Humboldt Forschungsstipendium für Post-Docs für zwei Jahe zum GEOMAR in Kiel. Ihre Präsentation geriet zu einer Liebeserklärung an die Humboldt Stiftung – die sehr schnell über den Antrag entschied, beste Betreuung bot und die junge Wissenschaftlerin das Humboldt Netzwerk aufnahm. „Germany has wonderful conditions and resources for research“, so Victoria Bertics. Und fuhr fort: “Even if you return afterwards, you will always have a home away from home.”

Am Ende gab es viel Dank und Anerkennung für das reichhaltige Informationsangebot und die Vielfalt der Fördermöglichkeiten in Deutschland.

von Eva-Maria Streier