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DFG-Präsident beim Jahrestreffen des Global Research Council in Tokio

Internationale Förderorganisationen diskutieren „Scientific Breakthroughs” und „Building Research and Education Capacity“

(06.07.15) Auf dem 4. Jahrestreffen des Global Research Council (GRC) vom 26 bis 28. Mai in Tokio diskutierten rund 70 Spitzenvertreter/innen internationaler Förderorganisationen die Themen „Scientific Breakthroughs” und „Building Research and Education Capacity“. Gastgeber war in diesem Jahr die Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) gemeinsam mit der National Research Foundation South Africa (NRF).

Bei seinem Aufenthalt in Tokio anlässlich des GRC-Jahrestreffens wurde DFG-Präsident Professor Dr. Peter Strohschneider von Dr. Jörg Schneider (Gruppenleiter Internationale Zusammenarbeit) und Dr. Rainer Gruhlich (Referent Internationale Zusammenarbeit), die innerhalb der DFG für den GRC zuständig sind, und von Dr. Marion Schulte zu Berge (Referentin Gruppe Strategie und Grundsatzfragen) begleitet.

Jahrestreffen des Global Research Council in Tokio

Jahrestreffen des Global Research Council in Tokio

Am Vortag des GRC-Jahrestreffens fand ein öffentliches Symposium zum Thema „Scientific Breakthroughs” statt. Wissenschaftliche Durchbrüche sind für Industrienationen wie Deutschland oder Japan ebenso wie für Schwellen- und Entwicklungsländer unverzichtbar. Sie sind die Grundlage für wirtschaftliches Wachstum und Wohlergehen sowie für die Entwicklung und den Erhalt wichtiger Lebensgrundlagen. Die Politik zahlreicher Länder neigt deshalb dazu, Forschung unter unmittelbaren Nützlichkeitsaspekten zu betrachten und in Themen-orientierten Programmen zu fördern, die einen direkten Anwendungsnutzen versprechen. Wenn es um dringende Probleme wie die Sicherstellung einer nachhaltigen Energieversorgung oder die Bekämpfung von Infektionskrankheiten geht, sind neue Entdeckungen und innovative Lösungen tatsächlich unverzichtbar.

DFG-Präsident Strohschneider wies in seinem Beitrag zur Podiumsdiskussion allerdings darauf hin, wie schwierig es sei, wirkliche Durchbrüche zu fördern. Denn das wirklich Neue und Innovative könne nicht vorhergesehen und geplant werden. Für Durchbrüche in der Wissenschaft müsse sich daher die Erwartungshaltung der Förderorganisationen ändern. Ein Durchbruch zeichne sich gerade auch durch den Bruch des zuvor Erwarteten aus. Indem die DFG Grundlagenforschung „bottom-up“ fördert, versucht sie geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, um Durchbrüche möglich zu machen. Besonders wichtig für die Innovationskraft der Wissenschaft sei eine Balance zwischen wettbewerblicher und nachhaltiger Förderung, so DFG-Präsident Strohschneider.

Zu Beginn des eigentlichen Jahrestreffens des Global Research Council (GRC), an dem auch zahlreiche Vertreter/innen aus Subsahara-Afrika teilnahmen, betonte der japanische Premierminister Abe in einer Grußbotschaft eines der zentralen Anliegen des GRC: aufbauend auf einem gemeinsamen Verständnis von Wissenschaft und ihrer wichtigsten Aufgaben, möglichst einheitliche Standards zu erarbeiten, die neue bzw. sich entwickelnde Forschungs- und Förderorganisationen beim Aufbau ihrer Strukturen und Verfahren unterstützen und so die Basis internationaler Kooperationen verbessern.

In deshalb bemerkenswert zu nennenden Erklärungen bekannten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Stellenwert freier, erkenntnisgeleiteter Forschung als wesentlicher Grundlage für gesellschaftliches und wirtschaftliches Wohlergehen, und zur Notwendigkeit und politischen Verantwortung, dafür auch entsprechende Kapazitäten auszubilden und konkrete Maßnahmen zu ergreifen. In einer vielgelobten Rede hob der DFG-Präsident einige aus seiner Sicht zentrale, paradigmatische Probleme hervor und beleuchtete im Anschluss die sich daraus ergebenden Potentiale für internationale Zusammenarbeit.

In dem in Tokio einmütig verabschiedeten „Statement of Principles for Funding Scientific Breakthroughs“, das zuvor i. R. der weltweit stattfindenden GRC-Regionalkonferenzen vorbereitet worden war, setzen sich erstmals Förderorganisationen weltweit für die freie Grundlagenforschung ein. Diese wird nicht mehr als in Opposition zu ökonomischen und gesellschaftlichen Anwendungsbezügen verstanden, sondern um diese zu erreichen. Dafür hatte nicht zuletzt die DFG in den letzten Jahren immer wieder geworben.

Im Rahmen des GRC-Jahrestreffens wurde außerdem ein Papier zum Thema „Building Research and Education Capacity“ verabschiedet, dass die Förderorganisationen zu Maßnahmen aufruft, im Entstehen begriffene Wissenschaftssysteme und Förderorganisationen beim Aufbau von Strukturen zu unterstützen (z. B. durch best practice-Workshops, Personalaustausch, Zugang zu Forschungsinfrastrukturen etc.).

Am Rande des GRC-Jahrestreffens kam außerdem das Governing Board zusammen, dass sich auf einige für die Zukunft des GRC wesentliche prozedurale Neuerungen verständigte und über das nächste Jahrestreffen beriet, das im Mai 2016 in Neu Delhi stattfinden und sich den Themen Chancengleichheit in der Wissenschaft und Transdisziplinarität widmen soll.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen besichtigten die GRC-Teilnehmer das Yokohama Institute for Earth Sciences (YES) der Japan Agency for Marine-Earth Science and Technology (JAMSTEC) in Yokohama. Das Institut ist mit einem Supercomputer, dem sogenannten „Earth Simulator“ ausgestattet, der die großen Datenmengen analysiert, auf denen beispielsweise Klimasimulationen basieren.

An den folgenden Tagen nahm Präsident Strohschneider Termine mit den Präsidenten der Partnerorganisationen der DFG, JSPS und Japan Science and Technology Agency (JST) sowie der im April 2015 neu-gegründeten Japan Agency for Medical Research and Development (AMED) wahr.

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