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DFG begrüßt die geplante Gründung der indischen National Research Foundation

Prof. Krishnaswamy VijayRaghavan – Wissenschaftsberater der indischen Regierung

Prof. Krishnaswamy VijayRaghavan – Wissenschaftsberater der indischen Regierung, und Architekt der geplanten NRF

(26.02.21) Mit dem aktuellen Entwurf des Bundeshaushalts plant die indische Regierung kaum weniger als eine Transformation des indischen Forschungssystems. Nicht nur gibt der Haushaltsentwurf Forscherinnen und Forschern Planungssicherheit durch die versprochene Aufstockung der Budgets der wissenschaftsbezogenen Departments und Councils, darunter des Department of Science and Technology (DST) und des Department of Biotechnology (DBT). Und nicht nur verspricht er die Unterstützung der Infektionsforschung durch die Gründung neuer Virologie-Institute und -Labore. Vor allem sieht der Haushaltsentwurf die Bereitstellung einer stolzen Summe von 50.000 Crore Rupien (entspricht etwa 5,7 Milliarden Euro) über die kommenden fünf Jahre für die Gründung einer neuen Forschungsförderorganisation vor: der indischen National Research Foundation (NRF).

„Dies sind aufregende Neuigkeiten“, so Matthias Kiesselbach vom Indienbüro der DFG. „Eine indische National Research Foundation könnte die Forschung an Universitäten voranbringen und zehntausende neue Forscherinnen und Forscher ausbilden. Aus der Perspektive des Indienbüros der DFG ist außerdem besonders spannend, dass die NRF die Internationalisierung der indischen Forschung weiter ausbauen könnte. Außerdem wäre sie ein natürlicher Partner für die DFG.“ Tatsächlich ist die DFG einer von wenigen Förderern, die im NRF-Projektbericht des Wissenschaftsberatergremiums der Zentralregierung als mögliche Modelle für die neue Organisation genannt werden.

Obwohl es in Indien seit vielen Jahrzehnten weltberühmte Institute und hervorragende Forschung gibt, stagnierten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung mit bloßen 0,7% des BIP lange Zeit auf einem niedrigen Niveau (zum Vergleich: Deutschland: 3,1%, China: 2,2%, Brasilien: 1,3%, Israel: 5,0%, Daten von 2019, UNESCO). Dies hat zur Folge, dass der Wissenschaftssektor in Indien kleiner ist, als man es von einem Land mit 1,3 Milliarden Menschen erwarten würde. Die geplante Aufstockung der Wissenschaftsmittel zeigt, dass die Regierung es mit der Vergrößerung und Modernisierung des Wissenschaftssystems nun ernst meint. „Beachtlich ist, dass die Ankündigung in eine Pandemie fällt, die den öffentlichen Haushalt empfindlich getroffen hat,“ erklärt Vaibhav Agarwal vom Indienbüro der DFG. „Aber letztlich ist das folgerichtig: Krisen bewältigt man durch Wissenschaft.“

Die DFG begrüßt die Gründung der NRF und steht als Partner zur Verfügung, sowohl in Verwaltungsbelangen als auch – sollte die NRF Entsprechendes planen – in der Form gemeinsamer Projektförderung.