Wissenschaftliche Karriere

Marke „Forschen in D“ hat aufgeholt

20. September 2013 13. GAIN-Jahrestagung in San Francisco

Strahlendes Spätsommerwetter in San Francisco am Labor Day Weekend, das traditionell noch einmal ein paar freie Tage am Ende des Sommers beschert. Nicht so für rund 300 deutsche Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler, die vom 30. August bis zum 1.September zur GAIN (German Academic International Network)-Tagung zusammenkamen.

Marke „Forschen in D“ hat aufgeholt

Aber die Reise lohnte sich, denn die Jungforscher trafen in San Francisco auf rund 150 Vertreter deutscher Institutionen – darunter die Spitzen der großen deutschen Wissenschaftsorganisationen sowie zahlreiche Präsidentinnen und Präsidenten deutscher Universitäten. Reichlich Gelegenheit also, sich aus erster Hand über den akademischen Arbeitsmarkt in Deutschland zu informieren.

Und genau darum geht es bei GAIN, der Gemeinschaftsinitiative von DFG, DAAD und der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH): dem hervorragend qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchs die neuen Entwicklungen am Wissenschaftsstandort Deutschland vor Augen zu führen und die jungen Wissenschaftler davon zu überzeugen, ihre akademische Karriere in Deutschland fortzusetzen. Wenn in den zurückliegenden Jahren in Workshops und Plenumsdiskussionen die Kritik am Wissenschaftsstandort Deutschland oft stärker war, als der Wunsch nach einer Rückkehr in die Heimat, scheint sich das Blatt inzwischen gewendet zu haben. Die Priorität Deutschlands für Wissenschaft und Forschung – so auch der Titel der Tagung – lässt sich an Zahlen festmachen. So stieg der Haushalt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in den vergangenen acht Jahren um mehr als 80 %, wie Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen betonte. Durch die Exzellenzinitiative wurden rund 6000 neue Stellen für Wissenschaftler geschaffen, rund ein Viertel davon ging an Wissenschaftler mit ausländischem Pass. Viele Universitäten in Deutschland entwickeln gezielt Tenure-Track-Professuren, auch um international herausragende Köpfe gewinnen zu können. In den USA hingegen stagnieren die Forschungsausgaben oder gehen gar zurück und auch die Tenure-Track-Positionen sind längst nicht mehr selbstverständlich. Die Marke „Forschen in D“, wie DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek es nannte, hat klar aufgeholt.

Dass die Zahl der begehrten Lehrstühle bei allen Anstrengungen begrenzt bleibt, ist allen Seiten klar. So wünschten sich Teilnehmer wie Verantwortliche in San Francisco eine Stärkung des Mittelbaus, in Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder der Industrie, ebenso wie Positionen im Wissenschaftsmanagement. Dringlich ist für die jungen Forscher auch die Dual-Career-Thematik. Sie brauchen bei einer Rückkehr nach Deutschland nicht nur Unterstützung für sich selbst, sondern auch für die Integration ihrer Partner. Auf dem Wunschzettel standen weiterhin eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen (Gehalt, langfristige Arbeitsverträge), sowie flachere Hierarchien und mehr Flexibilität.

Übereinstimmend gelobt wurden die Qualität und Vielfalt der deutschen Hochschul- und Forschungslandschaft. Keine Frage: der Wissenschaftsstandort Deutschland ist nicht nur weit geöffnet, sondern auch attraktiv geworden.