Internationales

DWIH New Delhi eröffnet

29. Oktober 2012 Wissenschaft und Wirtschaft in Indien

Im Deutschen Wissenschafts- und Innovationhaus (DWIH) New Delhi vereinen 14 Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft unter Koordination der DFG ihre Kräfte. Die feierliche Eröffnung wurde begleitet durch die ersten DWIH-Lectures, einen Science-Slam für junge Forscher und eine Delegationsreise deutscher Wissenschaftler unter Leitung von DFG-Präsident Matthias Kleiner.

Eröffnung des DWIH New Delhi

Mit einem gemeinsamen Auftritt wollen die deutsche Wissenschaft und Wirtschaft ihre Präsenz in Indien und die Zusammenarbeit mit ihren indischen Partnern künftig weiter ausbauen. In der indischen Hauptstadt wurde hierzu am Samstag, dem 27. Oktober 2012, das Deutsche Wissenschafts- und Innovationhaus (DWIH) New Delhi eröffnet. In dem vom Auswärtigen Amt (AA) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt vereinen Forschungs- und Förderorganisationen sowie die forschungsaktive Wirtschaft ihre Kräfte. Auf diese Weise wollen sie noch intensiver für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland werben. Beteiligt am DWIH New Delhi sind insgesamt 14 Partner, Koordinatorin des Konsortiums ist die DFG.

„Von nun an wird es eine Anlaufstelle geben, die besonders wichtigen in Indien tätigen Organisationen ein Dach bietet. Dies ist ein Meilenstein, durch den Synergien geschaffen und gemeinsame Initiativen Hand in Hand mit indischen Partnerorganisationen vorangetrieben werden“, sagte DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner bei der Eröffnung des Wissenschafts- und Innovationshauses. Zu der feierlichen Zeremonie waren hochrangige Politikerinnen und Politiker, Repräsentanten der Wissenschaftsorganisationen sowie Forscherinnen und Forscher aus Deutschland und Indien in den Millennium Indraprastha Park in New Delhi gekommen. Für die deutsche Seite würdigte die Staatssekretärin des Auswärtigen Amtes Dr. Emily Haber das Projekt: „Das DWIH wird unseren wissenschaftlichen Austausch und Dialog mit der Wissenschaftsnation Indien weiter voran bringen. Es ist künftig die zentrale Anlaufstelle für Akademiker und Forscher aus Deutschland und Indien.“ Aus indischer Sicht betonte der renommierte Literat, Politiker und Diplomat Dr. Karan Singh: „Die kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Indien bringen die Menschen einander näher. Wenn ihnen also besondere Aufmerksamkeit zukommt, werden die Verbindungen zwischen den beiden Ländern insgesamt gestärkt.“

Vorhang auf für das DWIH - Professor Hacker, Präsident der Leopoldina; Dr. T. Ramasami, Staatssekretär im Department of Science& Technology; Dr. Karan Singh, Abgeordneter im Oberhaus des indischen Parlaments und Vorsitzender des Indian Council for Cultural Relations; Dr. Emily Haber, Staatssekretärin im Auswärtigen Amt, DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner; Dr. Torsten Fischer, Leiter des DFG-Büros Indien (v.l.)

Im Konsortium finden sich an der Seite der DFG Forschungsförderer wie die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), die Fraunhofer Gesellschaft (FhG), der Deutsche Akademische Aus-tauschdienst (DAAD) und die Max Planck-Gesellschaft (MPG). Die Wirtschaft ist vertreten durch die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die Deutsch-Indische Handelskammer. Als Forschungseinrichtungen und Universitäten kommen das Forschungszentrum Jülich GmbH, die Freie Universität Berlin, die Universität Heidelberg, die RWTH Aachen, die Technische Universität München, die Universität zu Köln und die Universität Göttingen hinzu. Mit Blick auf die beteiligten Partner hob DFG-Präsident Kleiner hervor: „Ich freue mich sehr, dass sich die Repräsentanten von 14 deutschen Organisationen zusammengetan haben, um das DWIH ins Leben zu rufen. Somit vereint das Haus in Delhi unter den weltweiten Wissenschafts- und Innovationshäusern eine besonders hohe Zahl an Mitgliedern.“

Das DWIH in New Delhi ist das fünfte seiner Art. Weitere Deutsche Häuser werben in New York, Sao Paolo, Moskau und Tokio für die deutsche Forschungslandschaft. Mit Indien kommt nun das zweitgrößte Land der Erde als dynamischer Markt hinzu. Indien hat in den vergangenen zwei Dekaden ein starkes wie stetiges Wirtschaftswachstum erlebt, und auch die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Indien hat sich in dieser Zeit weiter intensiviert. Dies hat einen stetigen Zufluss von Vertretungen deutscher Organisationen zur Folge gehabt. Für die indische Öffentlichkeit ist es oftmals nicht leicht, die unterschiedlichen Kompetenzen und Zuständigkeiten zu unterscheiden. In der Konsequenz führt dies zu Reibungsverlusten. „Daher wurde es höchste Zeit, die nächste Phase einzuläuten und systematisch und vor Ort Strukturen zu schaffen, die die Orientierung für indische Studierende, Wissenschaftler und weitere Interessierte erleichtern“, so Kleiner anlässlich der Eröffnung des DWIH.

Staatssekretärin Haber (v.) und DFG-Präsident Kleiner auf dem Weg zur Eröffnung

Wie intensiv die Kooperationen in der Wissenschaft bereits sind, zeigt ein Blick auf forschungsbezogene Indikatoren der Zusammenarbeit. So ist Deutschland laut einer von der DFG 2011 veröffentlichten Studie bezüglich der Zahl der gemeinsamen Publikationen der zweiproduktivste Partner nach den USA. In einem von acht Fällen arbeiten indische Forschende bei internationalen Publikationen mit deutschen Kolleginnen und Kollegen zusammen. Insgesamt sind zwischen 2004 und 2009 die binationalen Forschungskooperationen um jährlich 6,8 Prozent gestiegen. Ein gutes Beispiel dafür sind auch die zwei deutsch-indischen Graduiertenkollegs in den Bereichen Glycochemie und molekulare Infektionsbiologie, in denen seit mehreren Jahren konzentriert und im Austausch zwischen beiden Ländern Nachwuchsförderung betrieben wird.

Die Eröffnung des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses war der Höhepunkt und Anlass des Besuchs einer Delegation aus in Deutschland tätigen und gleichzeitig international agierenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter der Leitung von Professor Matthias Kleiner. Dabei wurde, um Kooperationen in Zukunft noch weiter zu erleichtern, auch ein Abkommen zwischen der DFG und dem Department for Biotechnology (DBT) der indischen Regierung unterzeichnet. In diesem Abkommen werden die Rahmenbedingungen für eine enge Zusammenarbeit verlässlich fixiert. Als weiterer Höhepunkt wurde Professor Kleiner als Foreign Fellow in die Indian National Science Academy (INSA) aufgenommen. Diese hochangesehene Auszeichnung illustriert ebenfalls die äußerst engen und guten wissenschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern.