Internationales

DFG lädt indischen Nachwuchs zu Nobelpreisträgertreffen in Lindau und Deutschlandtour

28. Juni 2011 Nachwuchsförderung

Die DFG hat im Jahr 2011 erneut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Indien die Möglichkeit gegeben, Deutschland und seine Forschungslandschaft kennenzulernen.

DFG-Präsident Kleiner (m.) mit den indischen Gästen

Organisiert vom DFG-Büro in New Delhi besuchten die 19 jungen indischen Gäste mit zwei Vertreterinnen des Büros nicht nur das Nobelpreisträgertreffen in Lindau vom 28. Juni bis zum 2. Juli sondern hatten bei der anschließenden Deutschlandreise bis zum 9. Juli auch Gelegenheit, viele Forschungseinrichtungen ihres Fachgebiets, der Lebenswissenschaften, sowie etliche Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Zum Auftakt nahmen die jungen Forschenden an der renommierten Tagung in Lindau teil. Dort trafen sich vom 26. Juni bis zum 1. Juli 23 Nobelpreisträger mit 566 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus 77 Ländern. Sie hatten dabei ausgiebig Gelegenheit, sich auszutauschen, Projekte zu diskutieren und ein internationales Netzwerk aufzubauen. Das Thema in diesem Jahr: Physiologie und Medizin. Ein Essen auf Einladung von DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner rundete das Programm in Lindau ab.

Im Anschluss daran führte die Reise die indischen Gäste nach Rothenburg ob der Tauber, Weimar und dann Berlin. Während die ersten beiden Ziele eher touristischen Charakters waren, stellten sich in Berlin zwei DFG-geförderte Institute vor. Das Internationale Graduiertenkolleg 1673 „Functional Molecular Infection Epidemiology“, das Gruppen von der Freien Universität Berlin und aus Hyderabad zusammenführt, berichtete von seiner Arbeit. Dabei reichte der Blick nicht nur über nationale Grenzen hinweg sondern streifte auch etliche andere DFG-geförderte Projekte, die ähnliche Fragestellungen bearbeiten. Inhaltlich reichte das Spektrum vom Bioinformatikzentrum, über die Erforschung von Zoonosen und Probiotika bis hin zu Salmonelleninfektionen. Danach ging es weiter zur Charité, wo die in der Exzellenz-Initiative geförderte „Berlin-Brandenburg School für Regenerative Therapies“ von ihrer Arbeit berichtete. Hier gaben in Deutschland tätige indische Doktorandinnen und Doktoranden Einblick in ihre Projekte. Der authentische Blick von Landsleuten auf das Forschungsleben in Deutschland war ein Thema des Austauschs – neben intensiven inhaltlichen Fragen und Diskussionen. Ein Rundgang durch das Institut samt Reinraumlabor schloss das Programm ab.

Zu Besuch beim Oberbürgermeister in Heidelberg

Die nächste Station hieß Braunschweig. Dort besuchte die Gruppe die Abteilung Medizinische Mikrobiologie des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung und lernte deren Forschung zu Streptokokken kennen. Diese Erreger stehen im Fokus, weil sie völlig unterschiedliche, sehr unangenehme Krankheitssymptome hervorrufen können. Am 6. Juli folgte ein Besuch der Medizinischen Hochschule Hannover. Dort hatte die Klinik für Klinische Immunologie und Rheumatologie zu Vorträgen eingeladen.

In Bonn wartete die DFG-Geschäftsstelle mit einem Überblick über die DFG-Förderinstrumente auf. Zusätzlich stand ein Besuch bei der Deutschen Welle auf dem Programm. So erfuhren die Gäste nicht nur direkt bei ihrer Gastgeberin, der größten deutschen Forschungsförderorganisation in Deutschland, etwas über das hiesige Fördersystem und die Möglichkeiten, die sich besonders in der internationalen Kooperation bieten, sondern bekamen auch einen Einblick in die grenzüberschreitende Arbeit deutscher Medien. Am Nachmittag des 7. Juli öffnete das Forschungszentrum Caesar in Bonn seine Pforten für die indischen Besucher.

Den Schlusspunkt der Deutschlandtour setzte Heidelberg mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Hier hatten die indischen Nachwuchsforschenden Gelegenheit, die Abteilung Medizinische Physik in der Radiologie kennenzulernen und noch einen Spaziergang durch die Heidelberger Innenstadt anzuschließen. Ergänzt wurde das Programm durch einen Besuch beim Heidelberger Oberbürgermeister, der die jungen Leute in seiner Stadt empfing. Am 9. Juli flogen die indischen Besucherinnen und Besucher zurück nach Hause – nach zwei Wochen intensiven inhaltlichen Austauschs und vieler spannender neuer Einblicke.