Aus der DFG

Copernicus-Preisverleihung an polnisch-deutsches Wissenschaftlerduo

7. Juni 2016 Preisverleihung

In Warschau ist am 7. Juni 2016 der Copernicus-Preis der DFG und der Stiftung für die polnische Wissenschaft (FNP) verliehen worden. Die Auszeichnung erhielten Professor Dr. Agnieszka Chacińska vom Internationalen Institut für Molekular- und Zellbiologie Warschau und Professor Dr. Peter Rehling von der Georg-August-Universität Göttingen für ihre Verdienste um die deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Wissenschaft.

Rehling, Chacińska, Strohschneider, Żylicz (v.l.)

Der Preis wurde ihnen für gemeinsame Arbeiten auf dem Feld der molekularen Zellbiologie zuerkannt. Chacińska und Rehling verbindet eine langjährige wissenschaftliche Kooperation; sie haben 17 Aufsätze in anerkannten Fachzeitschriften – unter anderem in „Cell“ und „Science“ – gemeinsam publiziert. Ihre Zusammenarbeit begann vor 15 Jahren an der Universität Freiburg und soll auch in Zukunft fortgesetzt werden.Als Kulisse für die Preisverleihung diente der im 17. Jahrhundert errichtete Łazienki-Palast in Warschau. Das Schloss steht auf einer künstlichen Insel auf dem Łazienki-See und ist lediglich durch zwei Arkadenbrücken mit dem Festland verbunden. Hier begrüßte Tomasz Poprawka (FNP) etwa 60 Gäste aus Deutschland und Polen, darunter den deutschen Botschafter in Polen, Rolf Nikel, sowie den polnischen Senator Professor Dr. Jan Żaryn.

„Selten so wichtig wie heute, unsere gemeinsamen Werte zu stärken“, DFG-Präsident Peter Strohschneider

Der Präsident des FNP, Professor Dr. Maciej Żylicz, lobte in seinem Grußwort den Mehrwert, der durch internationale Kooperationen entstehe. Kulturelle Unterschiede führten zu verschiedenen Perspektiven – die sich im Rahmen einer Zusammenarbeit letztlich gegenseitig befruchten könnten. Wissenschaftliche Kooperationen über nationale Grenzen hinweg seien ein Benefit für die jeweiligen Gesellschaften, so Żylicz.

DFG-Präsident Professor Dr. Peter Strohschneider sprach im Anschluss von einem „wundervollen Moment für unsere Organisationen FNP und DFG“: Zehn Jahre Copernicus-Preis – er wurde zum ersten Mal im Jahr 2006 verliehen – seien ein Zeichen von großem Vertrauen und Freundschaft. Ein richtiges Zeichen in einer Zeit, in der immer mehr Menschen in Europa nun wieder nach Grenzen rufen, anstatt nach grenzüberschreitenden Kooperationen. „Zehn Jahre Copernicus-Preis: Dieses Jubiläum erinnert uns also auch daran, dass es selten so wichtig war wie heute, unsere gemeinsamen Werte zu stärken.“ Wissenschaftler wie Chacińska und Rehling zeigten, was möglich sei – und erinnerten daran, was nötig sei in Europa.