Wissenschaftsjahr 2016*17 - Meere und Ozeane

Jubiläumsfahrt der METEOR

14. Juli 2016 Forschungsschiff

Bereits seit 30 Jahren ist das Forschungsschiff METEOR für die Wissenschaft auf See. Bei den rund 400 Forschungsfahrten, die das Schiff seit 1986 unternommen hat, durchquerte es zahlreiche Weltmeere – vom Atlantik über den Ostpazifischen und den Westindischen Ozean bis in die Nord- und Ostsee.

Die METEOR im Hafen von Ponta Delgada

Aus diesem Anlass lud die DFG-Senatskommission für Ozeanographie am 17. Juli 2016 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wissenschaftsorganisationen zu einer Jubiläumsfahrt ein, um ihnen einen unmittelbaren Eindruck von der Arbeit auf einem Forschungsschiff zu vermitteln. Die Fahrt führte die METEOR vor die atlantische Inselgruppe der Azoren.

Da die Zeit an Bord eines Forschungsschiffes kostbar ist und die Delegation gespannt darauf war, einen Einblick in den Forscheralltag auf See zu gewinnen, führten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Arbeit auch während der Jubiläumsfahrt fort. Der Geologe Dr. Christoph Beier von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg war mit seinem Team unterwegs, um das Phänomen des sogenannten Intraplattenvulkanismus zu untersuchen. Dazu erforschen sie die vulkanischen und tektonischen Strukturen des Azoren-Plateaus, um über die gesammelten Proben und Daten Rückschlüsse auf die Entstehung der Inselgruppe ziehen zu können.

Gruppenbild an Deck

Seitens der Gäste konnten sich DFG-Präsident Professor Dr. Peter Strohschneider und Abteilungsleiter Dr. Karl Eugen Huthmacher vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein Bild dieser aktuellen Forschungsarbeiten machen. Auch vier Mitglieder des deutschen Bundestags waren der Einladung zur Jubiläumsfahrt gefolgt und erlebten den 400. Tauchgang des Bremer Forschungsroboters MARUM-QUEST. Der Tauchroboter ist seit 2003 im Einsatz und war damals der erste seiner Art, der der deutschen Meeresforschung zur Verfügung stand. Für die Wissenschaft ist er inzwischen unentbehrlich: Er macht es möglich, hochaufgelöste Bilder und Videos in bis zu 4000 Metern Tiefe aufzunehmen, und kann über Greifarme unterschiedlichste Proben am Meeresgrund sammeln und Messdaten erheben.

Der Jubiläumstauchgang westlich der Insel São Miguel war für die Gäste nicht nur spektakulär zu beobachten, er brachte auch neue Erkenntnisse mit sich, wie Expeditionsleiter Beier erklärt: „Der Vulkanismus vor Ort ist nicht, wie bisher vermutet, in einem größeren Areal zu finden, sondern tritt offenbar nur sehr lokal auf.“ Die Forschungsergebnisse dieser Fahrt reihen sich ein in das Wissen, das bislang knapp 10.000 Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichsten Disziplinen von der METEOR aus sammeln konnten. Für die Forschungsreisen kamen dabei Betriebskosten von rund 250 Millionen Euro zusammen. Diese tragen zu 70 Prozent die DFG, die die METEOR als sogenannte Hilfseinrichtung der Forschung fördert, und zu 30 Prozent das BMBF, das auch Eigentümer des Schiffes ist.

Die Steuerzentrale an Bord der METEOR

Dass dies eine äußerst wichtige Investition für die erkenntnisgeleitete Wissenschaft ist, hob DFG-Präsident Strohschneider am Ende des eindrucksvollen Tages auf der METEOR noch einmal hervor: „Die besondere Leistungskraft der deutschen Meeresforschung auch im internationalen Vergleich wäre ohne Forschungsschiffe undenkbar.“

Das Jubiläum des Forschungsschiffes METEOR fällt in das Wissenschaftsjahr 2016*2017, das sich den Meeren und Ozeanen widmet. Unter dem Motto „Entdecken – Nutzen – Erforschen“ soll das vom BMBF ausgerufene Jahr verdeutlichen, welch wichtigen Beitrag die Forschung dazu leistet, die Meere besser zu verstehen und nachhaltig zu nutzen. Die Gäste der Jubiläumsfahrt hätten keinen besseren Eindruck von der praktischen Meeresforschung bekommen können als bei diesem Tag auf der METEOR.