Wissenschaftsjahr 2016*17 - Meere und Ozeane

Tauchfahrten in die Tiefe

21. April 2016 Ausstellungseröffnung im Deutschen Museum Bonn

Sonderausstellung „MeerErleben“ rund um Ozeane und Meeresforschung / Deutsches Museum und Wissenschaftszentrum zeigen Ausstellung gemeinsam / DFG organisiert begleitende Vortragsreihe

Blick auf die Ausstellung im Deutschen Museum Bonn

Sonnenlicht dringt kaum tiefer als 300 Meter unter die Wasseroberfläche - darunter herrscht Finsternis. Deshalb ist es auch wenig verwunderlich, „dass wir weniger von der Tiefsee wissen, als von Mond und Mars", erklärte Professor Gerold Wefer, Gründungsdirektor des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen. Dabei stelle die Tiefsee mehr als die Hälfte des Lebensraums unseres Planeten. Der Geologe hielt am 6. Oktober 2016 vor knapp einhundert Gästen den Festvortrag zur Eröffnung der Ausstellung „MeerErleben" im Deutschen Museum Bonn. Die Erlebnisausstellung, die vom MARUM konzipiert wurde und auf von der DFG geförderte Forschung zurückgeht, zeigt, wie Atmosphäre, Ozeane, Sedimente, die von großen und kleinen Lebewesen besiedelte Biosphäre sowie Meereis und Festlandeis durch komplexe Wechselwirkungen eng miteinander verbunden sind. Das Deutsche Museum Bonn und das benachbarte Wissenschaftszentrum zeigen die Ausstellung gemeinsam.

Im Rahmen seines Vortrags präsentierte Wefer Bilder von Eiswürmern, Hydrothermalquellen und Tiefwasserkorallen - allesamt Phänomene, die man nur mithilfe eines Tauchroboters zu Gesicht bekommt. Diese Unterwassergefährte werden von Bord eines Forschungsschiffes aus gesteuert. In der Mitmach-Ausstellung „MeerErleben“ können die Besucherinnen und Besucher die Miniatur-Ausgabe eines solchen Vehikels mithilfe eines Joysticks selbst steuern.

DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek

Bei Tauchfahrten im weiten Ozean entdeckt man Orte, die zuvor noch kein Mensch erblickt hat. Wefer, ein erfahrener Meeresforscher, berichtete: „Das faszinierende an Tauchfahrten ist, dass die Lebewesen, die wir dort zu Gesicht bekommen, oftmals noch gänzlich unerforscht sind.“ Seine ersten Forschungsexpeditionen habe er Anfang der 1970er Jahre mit dem späteren DFG-Präsidenten Eugen Seibold unternommen. „Damals stocherten wir im Dunkeln, um Proben vom Meeresboden zu sammeln. Heute liefern uns die Kameras an unserem Tauchroboter fantastische hochauflösende Bilder." Zudem könne man mittlerweile auch zentimetergenau Proben am Meeresboden aufsammeln. „Mithilfe der Greifarme des Roboters können wir gezielt Pflanzen und Sedimente sammeln und später an Bord unseres Forschungsschiffes oder im Labor analysieren.“

Wie vielfältig die Meeresforschung ist, können die Besucherinnen und Besucher bis zum 18. Juni 2017 in der Ausstellung erfahren. „Dabei eröffnen sich ihnen einzigartige Einblicke in das Ökosystem Meer", unterstrich DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek bei der Eröffnung. „MeerErleben steht nicht nur für eine interaktive Wissenschaftsausstellung. Es ist auch die Einladung, auf Grundlage des aktuellsten Standes wissenschaftlicher Forschung über Bedeutung, Nutzen und Geschichte des Meeres nachzudenken“, so Dzwonnek.