Wissenschaftsjahr 2014 - Die digitale Gesellschaft

MS Wissenschaft 2014

3. März 2015 Das schwimmende Science Center

Die MS Wissenschaft informiert 2014 auf ihrer Deutschlandtour über aktuelle Forschungsprojekte rund um das Thema "Digitale Gesellschaft". Auch die DFG hat von ihr geförderte Projekte eingeladen, ihre Arbeit auf dem schwimmenden Science Center vorzustellen. Die MS Wissenschaft ist vom 6. Mai bis zum 28. September 2014 unterwegs und legt dabei in deutschen und österreichischen Städten an.

Die MS Wissenschaft 2014

Therapie per SMS

Vom digitalen Herzschrittmacher über die Diagnose per Smartphone-App bis hin zu Medikamenten mit eingebauten Computerchips – digitale Technologien verändern auch die Medizin grundlegend. Lassen sich mit ihnen auch Krankheiten wie Diabetes oder Alkoholabhängigkeit behandeln?

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und der Klinik und Polyklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am HELIOS Hanseklinikum Stralsund erforschen, ob und auf welche Weise sich digitale Technologien zur Behandlung von Krankheiten eignen. Im Rahmen des DFG-geförderten Forschungsprojekts „Kontinuierliche Unterstützung bei Alkoholabhängigkeit mittels SMS (CAPS)“ untersuchen sie den Einfluss eines SMS-Dialogsystems auf den Alkoholkonsum.

Auf der MS Wissenschaft erfahren die Besucherinnen und Besucher, ob sich durch ein SMS-Dialogsystem auch der Blutzucker bei Patienten mit Diabetes senken lässt. Am Exponat können sie testen, welche Effekte der Austausch von Kurznachrichten auf den Blutzucker von Patienten erzielen kann.

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Ein sehender Multitouch-Tisch

Immer mehr Computer und Kommunikationstechnologien halten Einzug in Museen und sind Bestandteil von Ausstellungen. Doch was müssen die digitalen Exponate können, um nicht nur unterhaltsam zu sein, sondern gleichzeitig auch Wissen zu vermitteln?

Im Rahmen des DFG-geförderten Graduiertenkollegs „Kopplung virtueller und realer sozialer Welten“ beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Konzeption eines „sehenden“ Multitouch-Tisches. Sie wollen herausfinden, wie Menschen mit einem solchen Tisch interagieren und daraus ableiten, wie er eingesetzt werden kann, um Menschen zum Dialog und gemeinsamen Handeln anzuregen. Ein vom Forscherteam entwickelter Prototyp kann durch ein Kamerasystem erkennen, wie viele Personen am Tisch stehen und sich dadurch auf diese einstellen.

Auf der MS Wissenschaft haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, sich selbst von den Fähigkeiten des sehenden Tisches zu überzeugen, gemeinsam ihr Wissen zu testen und spielerisch zu erkunden, was der Tisch sonst noch alles kann.

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Menschen und Medien im digitalen Wandel

Die neuen digitalen Medien durchdringen unseren Alltag und unsere Arbeitswelt. Internet und Mobiltelefon sind längst unsere selbstverständlichen Begleiter. Wie wirkt sich dies auf unsere Kultur und unsere Gesellschaft aus?

Als Teil der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder bringt die Creative Unit „Kommunikative Figurationen” Forscherinnen und Forscher unterschiedlicher Disziplinen an der Universität Bremen zusammen. Gemeinsam untersuchen sie die Bedeutung des Wandels von Medien und welche Herausforderung er mit sich bringt.

Am Exponat der Bremer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher an einem interaktiven Multimedia-Tisch spielerisch entdecken, in welchen Kommunikationsverhältnissen wir gestern, heute und zukünftig leben und handeln.

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Digitale Medien im Bild der Generationen

Digitale Technologien sind aus vielen Lebensbereichen nicht mehr wegzudenken. Wie gut Menschen mit ihnen zurechtkommen, ist oft auch eine Frage des Alters. Besonders für diejenigen, die nicht mit neuen Medien aufgewachsen sind, bedeuten diese Faszination und Herausforderung zugleich.

Ein Team von Erziehungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Eberhard Karls Universität Tübingen möchte im DFG-geförderten Projekt „Bedeutung informellen intergenerativen Lernens für Medienkompetenz und Internetnutzung“ herausfinden, wie Menschen aus verschiedenen Altersgruppen den Umgang mit digitalen Medien erlernen. Besonders interessiert sie dabei, inwieweit jüngere und ältere Menschen davon profitieren, wenn sie sich über den Umgang mit neuen Medien austauschen.

Am Tübinger Exponat können sich die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher darüber informieren, wie Menschen aus verschiedenen Generationen mit Internet, Smartphone und Co. umgehen und welche Rolle digitale Medien in ihrem Alltag spielen.

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Vertrauen in der digitalen Gesellschaft

Dank digitaler Technologien ist es heute so einfach wie nie, privat und beruflich zu kommunizieren und Informationen auszutauschen. Gleichzeitig steigt durch die Vielzahl der Angebote die Unsicherheit auf Seiten der Nutzerinnen und Nutzer. Wie lässt sich unter diesen Bedingungen Vertrauen aufbauen und aufrechterhalten?

Im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs „Vertrauen und Kommunikation in einer digitalisierten Welt“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster analysieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Kommunikationswissenschaften, Psychologie, Sportwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsinformatik die Konsequenzen der digitalen Kommunikation für den Aufbau und die Aufrechterhaltung von Vertrauen.

Das Münsteraner Exponat möchte die Besucherinnen und Besucher der MS Wissenschaft für die Risiken und Gefahren der digitalen Kommunikation sensibilisieren. Hier können sie ihr Vertrauen in Sportler, Journalisten und Politiker testen und mit den Ergebnissen aus einer deutschlandweiten Umfrage vergleichen.

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Ein Online-Scout für engagierten Konsum

Eine-Welt-Läden, Bio-Supermärkte, Secondhandshops – immer mehr Menschen achten darauf, wo und wie die Produkte, die sie kaufen, hergestellt wurden. Mit ihrem persönlichen Lebensstil unterstützen sie die Entwicklung hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft und geben damit auch ein politisches Statement ab.

Digitale Medien eröffnen ihren Nutzerinnen und Nutzern vielfältige und kreative Möglichkeiten sich bürgerschaftlich zu engagieren. Im DFG-geförderten Projekt „Consumer Netizens – Neue Formen von Bürgerschaft an der Schnittstelle von politischem Konsum und Social Web“ untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Siegen die neuen Formen des Engagements, die sich in Zeiten von Facebook, Twitter und Co. im Bereich des nachhaltigen Konsums entwickeln.

Am Siegener Exponat bietet OSKA, der Online-Scout für Konsum- und Alltagsengagement, den Besucherinnen und Besuchern der MS Wissenschaft Orientierungshilfe im Dschungel der neuen Möglichkeiten der politischen Beteiligung.

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Souverän am Smartphone / Süchtig nach dem Internet

Das Internet erleichtert unser Alltags-, Schul- und Arbeitsleben, doch es kann uns auch von unseren täglichen Aufgaben ablenken. Den meisten Menschen ist dabei gar nicht bewusst, wie oft sie am Tag zum Smartphone greifen oder wie viele Stunden sie vor dem PC verbringen. Das permanente „Online-Sein“ führt zu der Frage, wie viel Internet eigentlich gut ist und ob es auch süchtig machen kann.

Im Rahmen des DFG-geförderten Projekts „Biologische Grundlagen von Internet- und Computerspielsucht“ untersuchen Bonner Psychologen, wie viele Menschen von einer möglichen Internetsucht betroffen sind und ab wann bei der Nutzung digitaler Medien von einem Suchtverhalten gesprochen werden kann. Zusammen mit Informatikern haben sie die Android-App „Menthal“ entwickelt, die das Smartphone-Verhalten aufzeichnet und dem Handynutzer rückmeldet. Auch die Forscher nutzen die App, um mehr darüber zu erfahren, wie oft und auf welche Weise Menschen ihr Smartphone nutzen.

Das Bonner Projekt ist mit zwei Exponatbeiträgen auf der MS Wissenschaft vertreten. Ein Exponat widmet sich dem Thema Internetsucht; hier können die Besucherinnen und Besucher ihre eigene Beziehung zum Internet überprüfen. Am zweiten Exponat haben sie die Möglichkeit, die von den Forschern entwickelte App „Menthal“ zu testen, und sie erfahren, wie viel Zeit sie tatsächlich mit dem Handy verbringen, welche Apps am meisten Zeit beanspruchen und wie wichtige Ereignisse im Leben die Handynutzung beeinflussen.

"Wissenschaft im Dialog"

Die DFG engagiert sich als Gründungs- und Mitgliedsorganisation seit 1999 bei der Initiative "Wissenschaft im Dialog"