Wissenschaftsjahr 2012

MS Wissenschaft 2012

24. Mai 2012 Ausstellungsschiff

Das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zeigt im Wissenschaftsjahr 2012 – Zukunftsprojekt Erde – eine Ausstellung zur Forschung für nachhaltige Entwicklungen.

MS Wissenschaft 2012 in Berlin

Das schwimmende Science Center macht Wissenschaft auf unterhaltsame Weise erlebbar und bietet vor allem Schülern und Familien faszinierende Einblicke in die aktuelle Forschung. Der Binnenfrachter ist vom 30. Mai bis 15. Oktober 2012 unterwegs und macht in rund 35 deutschen und österreichischen Städten halt. Auch DFG-geförderte Projekte beteiligen sich mit Exponaten zu verschiedenen Themen.Die Besucher des Schiffs begeben sich auf einen farbenfrohen Rundgang durch die Stadt: zum Kiosk, über den Markt, ins Kino, zum Reisebüro, auf den Spielplatz oder durch den Park. Die vielen Stationen verdeutlichen, dass Nachhaltigkeit an allen Schauplätzen des täglichen Lebens beginnen kann. Die Ideen dazu reichen vom Wäschewaschen über die Mülltrennung bis hin zum Ackerbau in einem Hochhaus. Zu den Themen der Ausstellung gehören neben Lichtverschmutzung und Wassermanagement auch Biodiversität, Klimawandel und nachhaltige Energieversorgung. Die Ausstellung regt auch zum Nachdenken darüber an, welche Auswirkungen unser Handeln heute für künftige Generationen haben kann.

Riesige Fischtrawler vor der Küste Afrikas entziehen den Menschen die Nahrungs- und Lebensgrundlage.

Nachhaltige Fischerei

Der überwiegende Teil aller Speisefische stammt aus den Weltmeeren - bereits ein Drittel davon ist allerdings schon heute überfischt. Gründe dafür sind zu hohe erlaubte Fangquoten oder das Fischen zu kleiner und junger Exemplare, die sich noch nicht vermehren konnten. Da etwa acht Prozent der Weltbevölkerung von der Fischerei abhängig sind, ist der Handlungsbedarf groß.

Informationen zum nachhaltigen Fischen

Für einen nachhaltigen Umgang mit den Fischbeständen ist es wichtig, dass Fischereiwirtschaft, Politik und Wissenschaft gemeinsam an Lösungswegen arbeiten. Das Ziel ist die Haltung von Fischbeständen in optimaler Größe, damit diese konstant den höchstmöglichen Ertrag erbringen.

Der Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft” untersucht den Wandel der Ozeane. Die damit zusammenhängenden, zentralen Themen sind der Treibhauseffekt, maritime Ressourcen und Naturgefahren. Für eine umfassende Erforschung aller Aspekte der Ozeane arbeiten Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen zusammen.

Die Besucher können Fischmodelle unterschiedlicher Größen „angeln“ und mit einem computergestützten Maßband vergleichen, ob der Fisch groß genug zum Verzehr ist. Sonst sollte er doch noch einmal zurück ins virtuelle Meer.

Die Geschichte der Nordseeküste in fünf Minuten

Küstenschutz und Klimawandel

Durch den Klimawandel steigen die Meere jedes Jahr um mehrere Millimeter an. Vor rund 20.000 Jahren lag der Meeresspiegel noch etwa 120 Meter tiefer als heute. Den Jägern und Sammlern, die sich nach der Eiszeit an der Nordsee ansiedelten und noch keine Deiche bauten, raubte der Anstieg des Meeresspiegels stetig weiteren Lebensraum.

Meeresforscher untersuchen die Geschichte der Nordseeküste und entwickeln daraus Modelle für die möglichen Konsequenzen des Klimawandels. Am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) in Bremen steht die Rolle der Ozeane im System Erde im Mittelpunkt. Gegenstand der Untersuchungen sind geologische und biologische Prozesse sowie ihre Wechselwirkungen. Aus den Erkenntnissen leiten sich wertvolle Beiträge zu einer nachhaltigen Nutzung der Meere ab.

Auf der MS Wissenschaft veranschaulichen ein Deichmodell und der filmische Blick in die Geschichte der Nordseeküste, wie Küstenschutz und Klimawandel zusammenhängen.

Wenn Städte nicht genügend Grünflächen haben, kann Regenwasser nur schwer versickern und es drohen Überschwemmungen.

Klimagerechte Städte

In vielen Städten der Welt sind die Bevölkerungszahlen bereits hoch, doch weiteres und stärkeres Wachstum wird erwartet. Zusätzlich beeinflussen die Veränderungen des globalen Klimas das städtische Leben. So wird in Regionen mit viel Regen das Wassermanagement an Bedeutung gewinnen, in trockenen Ländern gilt gleiches für die Kühlung. Solche und weitere Herausforderungen stellen sich beim Bau neuer Stadtgebiete. Wie wirken sich Gebäude, Industrie, Grünflächen und Verkehr auf das Stadtklima aus? Wie gewährleisten Städte ein angenehmes Klima?

Virtueller Städtebau

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Exzellenzclusters „Integrated Climate System Analysis and Prediction“ (CliSAP) suchen nach Antworten. Dazu arbeiten Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler der Universität Hamburg, des Max-Planck-Instituts für Meteorologie, des Deutschen Klimarechenzentrums und des Helmholtz-Zentrums Geesthacht zusammen.

Am interaktiven „StadtKlima-Architekt“-Touchscreen können die Besucher ihre eigene Stadt bauen und müssen dabei die klimatischen Bedingungen des jeweiligen Kontinents, wachsende Bevölkerungszahlen, steigende Kohlendioxyd-Werte und eine ausreichende Wasserversorgung gleichzeitig im Blick behalten.

Biologische Vielfalt sorgt für funktionierende Ökosysteme

Artenvielfalt für die Zukunft

Dass in einem Bienenstock oder in einem Ameisenhaufen jedes einzelne Tier eine wichtige Aufgabe innerhalb der Gemeinschaft erfüllt, ist vielen Menschen bereits bekannt. Doch welche Rolle spielt solch ein kleines Insekt in einem größeren System wie einem Wald? Allein in einem der größten Laubwaldgebiete Deutschlands, dem Hainich, leben mehr als 2.000 Käferarten. Sie bilden mit zahlreichen weiteren Tier- und Pflanzenarten komplexe Ökosysteme, in denen kleinste Tierchen einen Beitrag für das große Ganze leisten.

Über 330 Wissenschaftler und 30 Forschungseinrichtungen beschäftigen sich im Schwerpunktprogramm „Biodiversitäts-Exploratorien“ mit dem Zusammenspiel von Flora und Fauna in drei über Deutschland verteilten Untersuchungsgebieten. Auch die Auswirkungen von Eingriffen in diese Ökosysteme und deren Biodiversität durch Menschenhand sind Gegenstand ihrer Untersuchungen.

Experimente zur Biodiversität

Die „Daten-Bank“ des Forschungsprojektes erschließt Besucherinnen und Besuchern die bisherigen Ergebnisse aus den Exploratorien und gibt die Möglichkeit, selbst zu experimentieren.