Das Event: Im Zentrum der Neugierde - Sonne, Kunst und Wissenschaft

DFG2020 - Für das Wissen entscheiden

Beim Abschlussevent der DFG-Expedition #fürdasWissen am letzten Juniwochenende 2021 hat alles zusammengepasst: aufgeschlossene Gäste, inspirierende Performances, engagierte Forschende und ein strahlend blauer Himmel über Berlin. In der alten Malzfabrik hatte das Künstlerkollektiv Kompanie Kopfstand (KoKo) Stationen aufgebaut, an denen sich die etwa 50 geladenen Gäste aus vielen Bereichen der Gesellschaft mit allen Sinnen ihren eigenen und fremden Fragen widmeten. Eine Teilnehmerin bilanzierte: „Das war echt super! Ich bin mit meiner Frage gekommen, und nun habe ich sogar Antworten auf Fragen bekommen, die ich vorher gar nicht hatte!“

Im Zentrum des Events standen die Fragen der Teilnehmenden, die gleich zu Beginn auf langen Papierbändern notiert und an weißen Ballons befestigt wurden. Diese Fragen tauchten über den Tag immer wieder in verschiedenen interaktiven Formaten auf. Um Antworten ging es dabei nicht, sondern um den Austausch über das Fragen an sich. So erkannten die Beteiligten Ähnlichkeiten zueinander und entwickelten schnell ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch die geladenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten sichtlich Spaß an den Dialogen mit den Gästen. Von den Vorgesprächen über die Proben bis zum Event wuchsen sie altersübergreifend und interdisziplinär zu einem echten Team zusammen, das sich aufgeschlossen und ehrlich den Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern zuwandte. Alle waren sich einig: Die Zeit verging viel zu schnell.

Ein inspirierender Austausch

„Der direkte Austausch hat sich als sehr inspirierend für alle Beteiligten erwiesen“, sagte Charlotte Baumgart , eine der künstlerischen Leiterinnen des Projekts. „Aus unserer Sicht hat die Idee, Wissenschaft und Öffentlichkeit mit Hilfe der Kunst zusammenzubringen, sehr gut funktioniert.“ Alle nahmen das künstlerische Angebot gerne an. Egal, ob in der Werkstatt des Wissens, in der die Besucherinnen und Besucher ihre eigenen Fragen physisch „nachbauen“ konnten, oder im Gespräch über einen poetischen Monolog zu Schmetterlingsstaub – die Teilnehmenden zeigten nach der langen Corona-Pause eine große Lust auf das einzigartige, kulturelle Erlebnis und den Austausch untereinander.

Die Stationen

In Kleingruppen ging es für die Gäste – angeleitet und performativ begleitet von den Künstlerinnen und Künstlern – entlang einer zuvor detailliert ausgearbeiteten Route durch die Stationen. Im „BlindDate Forschung“ begegneten sie Forschenden und sprachen mit ihnen über ihre Arbeit. In kurzen 1-zu-1-Interaktionen mit den Performenden, wie etwa im „Institut für zweifelhafte Überzeugungen“, überprüften die Teilnehmenden die eigenen Meinungen. Im BusKino erlaubte der Kurzfilm „Im Licht“ persönliche Einblicke von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf ihre Arbeit. In Soundcollagen hörten die Gäste vielfältige Meinungen zum Thema Wissenschaft. Die Aufnahmen stammten aus KoKos vorangegangenem Recherchestopp in Königs Wusterhausen . Weitere Fragen, die KoKo auf dieser Reise eingesammelt hat, konnten die Gäste in transparenten Archivkuppeln nachvollziehen – wiederum auf Bänder an den weißen Ballons.

Den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit weiterführen

Zum Abschluss des Tages übergab KoKo die gesammelten Fragen an die Generalsekretärin der DFG, Dr. Heide Ahrens, die selbst an der Veranstaltung teilnahm und ein sehr positives Fazit zog: „Wir freuen uns, dass trotz der Pandemie ein so schönes Format entstehen konnte. Der Dialog mit der Öffentlichkeit ist der DFG sehr wichtig, und wir haben mit der Expedition #fürdasWissen versucht, einen neuen Weg zu gehen. Wir möchten die Impulse aus der Veranstaltung aufnehmen und werden auch in Zukunft Möglichkeiten schaffen, Wissenschaft und Gesellschaft in den Austausch zu bringen und so das gegenseitige Vertrauen zu stärken.“

Eine lange Reise neigt sich dem Ende zu

Ursprünglich war die Expedition #fürdasWissen als Deutschland-Tour im Jubiläumsjahr 2020 geplant – konzipiert von der DFG in Zusammenarbeit mit der Hamburger Kommunikationsagentur Mann beißt Hund und der Kompanie Kopfstand. Aufgrund der Pandemie musste umgeplant werden. Und so entstand die Idee zu dem interaktiven Event mit geladenem Publikum in der Malzfabrik, natürlich mit einem strengen Hygienekonzept. Die Produktionsleitung und der Hygieneschutz vor Ort lagen beim Produktionsbüro plan+stage aus Berlin. Ein in Kürze erscheinender Dokumentarfilm des Videokünstlers Aaike Stuart wird die Reise des Projekts zusammenfassen und einem größeren Publikum zugänglich machen.