WISSENSCHAFFTKUNST

Koordinaten des Menschlichen

14. Januar 2020 - 16. März 2020

Die Ausstellung in der Reihe WissenschafftKunst war vom 14. Januar bis zum 16. März 2020 im Berliner Büro der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu sehen und gewährte Besucherinnen und Besuchern faszinierende Einblicke in die Verwebungen von Wissenschaft und Kunst aus der Perspektive des Fotografen und Künstlers David Ertl.

In der folgenden Bilderstrecke findet sich eine Auswahl von Werken aus der Ausstellung.

Eine der Arbeiten vom Künstler David Ertl für die Ausstellung

„Koordinaten des Menschlichen" zeigt Arbeiten des Künstlers David Ertl, die Praktiken und Hintergründe wissenschaftlichen Schaffens aus einer künstlerischen Perspektive reflektieren. David Ertl hat dazu über drei Jahre (2016 bis 2019) eine Reihe DFG-geförderter Arbeitsgruppen photographisch begleitet und sich in einer Vielzahl von Gesprächen mit Forschenden auf die Suche nach den „Koordinaten des Menschlichen" in wissenschaftlichen Erkenntnisprozessen begeben. Im Rahmen dieser Besuche führte er Gespräche mit unterschiedlichen Mitgliedern der Arbeitsgruppen, die ihm die je eigene Sichtweise auf ihr Tun eröffneten.

Bei seiner künstlerischen Spurensuche greift David Ertl auf mannigfaltiges Material zurück. Ausgangsbasis für die in der Ausstellung gezeigten vielschichtigen Photocollagen sind nüchterne photographische Dokumentationen des wissenschaftlichen Umfelds und Arbeitens. Diese werden ergänzt durch bei den Gesprächen zu Tage geförderten wiederkehrenden Themen. Auch wenn diese Gespräche bewusst keinem Fragenkatalog folgen, sind Grenzen und Unwägbarkeiten des wissenschaftlichen Arbeitens oft zentrales Motiv. Im Rahmen dieser Austauschsituationen lotet David Ertl aus, wie sich Menschliches in den abstrakten, wissenschaftlichen Funktionszusammenhängen verorten lässt. Den hierdurch erarbeiteten Bestand reichert er mit Archivmaterialien assoziativ an. Hierbei greift er einerseits auf persönliches Material zurück und integriert andererseits Artefakte und Motive aus dem wissenschaftlichen Arbeitsprozess.

Diese scheinbar widerstreitenden Ausgangspunkte werden in einem künstlerischen Prozess zusammengeführt. Ergebnis dieser Synthese sind scheinabstrakte Überlagerungen, bei denen der ursprüngliche Sinngehalt nach der künstlerischen Aneignung teils nur noch erahnt werden kann. Die Arbeiten verharren an der Grenze zum objektiv Erkennbaren und werfen den Betrachter auf seine Fähigkeit zu individueller Wahrnehmung zurück. Den technisch abstrakt anmutenden Kompositionen und Arrangements fügt David Ertl durch die Aufbringung auf handgeschöpftes Japanpapier als Trägermaterial ein organisch fragiles Moment hinzu.

Im Gesamtarrangement ergänzt sich Kleinformatiges, das zum kontemplativen Vertiefung einlädt, mit dem Banner, das sich durch sein raumgreifendes Format einer unmittelbaren und vollständigen Erschließung in bloß einem Betrachtungsvorgang entzieht.

Zum Künstler

David Ertl lebt im Kölner Raum, hat an der Folkwang Hochschule Essen Photographie studiert und arbeitet seitdem mit zahlreichen renommierten Museen, Galerien, Künstlern und Architekten zusammen.

Zur Ausstellungsreihe

In der Reihe WissenschafftKunst zeigt die DFG seit 1993 in unregelmäßigen Abständen Ausstellungen, die den Schnittmengen und Bruchstellen einer wechselseitigen Befragung von Wissenschaft und Kunst öffentlichkeitswirksam nachgehen. Die Werkschau der Arbeiten von David Ertl wurde in Zusammenarbeit mit dem Berliner Büro zur Einweihung der neugestalteten DFG-Etage im WissenschaftsForum Berlin konzipiert.

Eine Ausstellungsdokumentation kann angefordert werden und steht hier zum Download bereit.