„Essenziell für Umsetzung nachhaltiger Entwicklungsziele“

Jörg Hacker eröffnet Vortragsreihe zu Sustainable Development

„Wissenschaft als verlässlichen Partner der Politik verankern“ empfahl Jörg Hacker in seinem Vortrag.
„Wissenschaft als verlässlichen Partner der Politik verankern“ empfahl Jörg Hacker in seinem Vortrag.
© B. Frommann

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Welchen Beitrag kann Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung leisten? Zur Beantwortung dieser Frage kann Jörg Hacker ganz besondere Expertise beitragen. Der Mikrobiologe hat nicht nur aus seiner eigenen Forschungsarbeit, als ehemaliger Präsident des Robert Koch-Instituts, langjähriger Vizepräsident der DFG und in seinem jetzigen Amt an der Spitze der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina vielfältige Erfahrungen mit den Gestaltungsmöglichkeiten der Wissenschaft und auch von Wissenschaftsorganisationen gewonnen. Hacker ist auch Mitglied – das einzige aus Deutschland zumal – im Scientific Advisory Board (SAB), dem 2013 von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon höchstselbst berufenen wissenschaftlichen Beratungsgremium der Vereinten Nationen. Und in eben dieser Rolle eröffnete Hacker Mitte April im Bonner Universitätsforum eine von der Bonner Universität, der Stadt Bonn und der Deutschen UNESCO-Kommission veranstaltete und von der DFG unterstützte Vortragsreihe zum Thema „Global Solutions for Sustainable Development“.

Der Vortrag richtete sich an eine interessierte Öffentlichkeit, aber auch an Fachpublikum. Im Bild Martin Visbeck, Sprecher des „Deutschen Komitees für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth“ (DKN Future Earth) bei einer Nachfrage.
Der Vortrag richtete sich an eine interessierte Öffentlichkeit, aber auch an Fachpublikum. Im Bild Martin Visbeck, Sprecher des „Deutschen Komitees für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth“ (DKN Future Earth) bei einer Nachfrage.
© B. Frommann

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„Wissenschaft ist weit mehr als nur ein Hilfsmittel bei der Implementierung von nachhaltiger Entwicklung“, so die Grundthese von Hackers Vortrag – „sie ist schlichtweg essenziell für die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele“. Die sogenannten „Sustainable Development Goals“ waren von den Vereinten Nationen 2015 offiziell als Nachfolger der Millennium Goals bestimmt worden. Sie umfassen insgesamt 17 soziale, wirtschaftliche und ökologische Ziele, die in der Agenda 2030 festgelegt sind. Das Scientific Advisory Board, so Hacker, trage wesentlich zur Verwirklichung dieser nachhaltigen Entwicklungsziele bei, indem es seiner Rolle als politikberatendes Gremium nachkomme. Als solches habe es bereits acht globale Herausforderungen identifiziert, darunter etwa die Bedrohung der Biodiversität, die weltweite Versorgung mit sauberem Trinkwasser oder mehr Investitionen in Bildung und Grundlagenforschung

Essenziell sei der wissenschaftliche Input insbesondere auch wenn es darum gehe, wirkungsvolle globale Strategien gegen Infektionskrankheiten zu entwerfen, wie dann der Mikrobiologe Hacker besonders hervorhob. Ziel sei hier, dass künftige Entscheidungen der WHO – in stärkerem Maße noch als bisher – auf wissenschaftlichen Erkenntnissen fußen sollten. So sei beispielsweise der Kampf gegen die Ebola-Seuche erst dann wirksam geworden, als nicht nur Medizin und Lebenswissenschaften ihren Teil dazu beitrugen, sondern auch die Sozialwissenschaften: Letztgenannte „konnten bei der Übersetzung von Texten und Hinweisen in lokale Sprachen und Dialekte helfen“, sagte Hacker, „aber auch bei der Erforschung von regionalen Bestattungsriten, deren Verständnis für die Eindämmung der Krankheit ebenfalls bedeutsam war“.

Zwei Empfehlungen an die Wissenschaft

DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek würdigte Hacker als „Denker mit internationaler Perspektive“.
DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek würdigte Hacker als „Denker mit internationaler Perspektive“.
© B. Frommann

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Hackers Vortrag mündete in zwei Empfehlungen an die wissenschaftliche Community: Zum einen sollten sich die „Sustainable Development Goals“ der UN stärker als bisher in den Forschungsagenden von Institutionen und einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern niederschlagen. Auch die Agenda 2030 insgesamt solle bei neuen Forschungsvorhaben eine größere Rolle spielen. Des Weiteren empfahl er, die Wissenschaft als verlässlichen Partner der Politik zu verankern und so die die Schnittstellen von Politik und Wissenschaft zu verbessern.

Wie sehr Hacker als einziger deutscher Wissenschaftler im 26-köpfigen SAB tatsächlich „unmittelbar an der globalen Schnittstelle von Wissenschaft und Politik platziert“ ist, hatte zuvor Dorothee Dzwonnek, in ihrer Einführung hervorgehoben. Hacker, so die Generalsekretärin der DFG, sei nicht nur einer der bedeutendsten und einflussreichsten Wissenschaftsmanager in Deutschland, sondern darüber hinaus ein „Denker mit einer wahrhaft internationalen Perspektive“ und ein „Kosmopolit im besten Wortsinne“. Den nächsten Vortrag der Reihe „Global Solutions for Sustainable Development“ hält im Bonner Universitätsforum am 25. April, 18:15 Uhr, der Präsident der Russischen Akademie der Wissenschaft, Professor Vladimir E. Fortov.

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