Auftakttreffen der Afrika-Initiative vom 20. bis 22. Juli 2010

Das Auftakttreffen der
Das Auftakttreffen der "Afrika-Initiative" der DFG brachte afrikanische und deutsche Wissenschaftler zusammen
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Auftakttreffen der "Afrika-Initiative" der DFG

Intensive Gespräche kennzeichneten das Treffen
Intensive Gespräche kennzeichneten das Treffen
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Partner, die sich gut verstehen
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Ein Besuch der Ausstellung
Ein Besuch der Ausstellung "MenschMikrobe" und eine Podiumsdiskussion rundeten das Auftakttreffen ab
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Die Diskussion war lebhaft
Die Diskussion war lebhaft
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Und die Ausstellung spannend
Und die Ausstellung spannend
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Der Kampf gegen tödliche Infektionskrankheiten fordert die Forschung. Denn auch im 100. Todesjahr des Nobelpreisträgers und Mitbegründers der Bakteriologie Robert Koch sind viele Fragen rund um Bakterien, Viren und Parasiten offen - und wirksame Medikamente fehlen. In der "Afrika-Initiative" der DFG gehen 25 Teams aus afrikanischen und deutschen Wissenschaftlern diese Fragen besonders für die sogenannten „vernachlässigten Krankheiten“ an, die aus wirtschaftlichen Gründen oft weniger gut erforscht und häufig auf Armutsbedingungen zurückzuführen sind. Der DFG sind bei der Initiative die Beteiligung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den betroffenen Ländern und die Unterstützung beim Aufbau einheimischer Forschungskapazitäten („capacity building“) ein zentrales Anliegen. Für die Afrika-Initiative der DFG stehen rund 20 Millionen Euro zur Verfügung.

Bei der Auftaktkonferenz vom 20.bis 22. Juni 2010 in Berlin kamen rund 100 Forscherinnen und Forscher der Kooperationsprojekte erstmals zusammen und stellten exemplarisch ihre wissenschaftlichen Arbeiten vor. Im Mittelpunkt standen dabei der Austausch, der Aus- und Aufbau gemeinsamer Forschungsprojekte sowie die Möglichkeiten, die die DFG-Förderung eröffnet. Zusätzlich besuchten die Teilnehmer mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) und dem Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie zwei der großen deutschen und international renommierten Einrichtungen auf diesem Gebiet.

Den Abschluss der Konferenz bildete eine Diskussion im Thaer-Saal der Humboldt-Universität Berlin, wo die Wanderausstellung des RKI und der DFG „MenschMikrobe – das Erbe Robert Kochs und die moderne Infektionsforschung“ einen inhaltreichen wie passenden Rahmen setzte. Zusammen mit dem Plenum schilderten Dr. Stella Smith aus Nigeria, Dr. Thomas Junghanns aus Heidelberg, Dr. Hassan Mshinda aus Tanzania sowie Professor Gottfried Kremsner aus Tübingen moderiert von Professor Stefan Kaufmann aus Berlin die Herausforderungen der Forschung vor Ort und mögliche Abhilfe. So sind beispielsweise Stromausfälle an der Tagesordnung und die Versorgung von Kühlaggregaten und Messgeräten damit eine Grundvoraussetzung für die Forschung. Auch hier kann die DFG helfen. Sie kann Aufwendungen, die in direktem Zusammenhang mit dem bewilligten Projekt stehen, auch dann unterstützen, wenn es sich um Dieselgeneratoren oder geeignete Fahrzeuge handelt.

Die Diskussion machte auch klar, wie eng afrikanische und europäische Forschende seit Langem zusammen arbeiten. Oft leben die Kooperationen von persönlichen Kontakten – und einem strikten Regelwerk. Junghanns nannte in seinem Statement elf Grundregeln für die Zusammenarbeit, die sich sehr grundsätzlich anhören und doch oft nicht einzuhalten sind. Besonders die unterschiedlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen seien hier oft ein Hindernis. Zusätzlich stellt er heraus, dass Forschung auch zu Bildung und damit zu gesellschaftlichem Wandel beitragen müsse. In diesem Kontext stand die Bildung herausragender Zentren versus der Unterstützung universitärer Forschung in der Diskussion.

Ein großes Thema war der „Brain Drain“. Viele der afrikanischen Forscher beklagten, dass gut ausgebildeter Nachwuchs für die Promotion nach Europa oder die USA ginge – um dann nicht zurückzukehren. Gute Bedingungen vor Ort wurden als ein Argument für die Rückkehr genannt – beispielsweise in DFG-geförderten Projekten, in denen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler die Techniken anwenden können, die sie im Ausland gelernt haben.

Insgesamt zeigte der Abend, welche Herausforderungen die Forschung nicht nur in wissenschaftlicher Hinsicht meistern muss, gab aber auch viele hoffnungsvolle Signale. So nannten die Teilnehmer die Auftaktkonferenz als wichtigen ersten Erfolg für Austausch und Aufbau und die DFG-Förderung eine große Chance.

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© 2010-2019 DFG Letzte Aktualisierung: 15.07.2010 Sitemap   |  Impressum  |  Datenschutzhinweise  |  Kontakt  |  Service

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