Fliegen und Forschen für das Klima

Im Auftrag für das Klima: Neues von HALO

20. September 2019 Nachtflüge über Patagonien

Unbestritten ist das deutsche Forschungsflugzeug HALO seit seinem ersten Start 2012 weltweit für Missionen gefragt. Auch in der aktuellen Forschungskampagne "SouthTRAC" von Patagonien bis zur Antarktis hilft HALO Wissenschaftlern, den Klimawandel besser zu verstehen.

Blick aus dem Cockpit.

Seit seinem ersten Start 2012 eröffnet HALO, kurz für High Altitude and Long Range Research Aircraft, Wissenschaftlern bis dato nicht dagewesene Möglichkeiten in der Umwelt- und Klimaforschung. Das Höhen- und Langstreckenforschungsflugzeug schließt die einstige Lücke, die es zwischen Messungen von Bodenstationen und Satellitendaten gab. In über 20 Missionen war HALO bereits im Einsatz.

Zuletzt war HALO auf Feuerland im argentinischen Rio Grande stationiert, um von dort aus Klimamessungen vorzunehmen. Unter dem Missions-Namen "SouthTRAC" im Rahmen des DFG-geförderten Infrastruktur-Schwerpunktprogramms HALO SPP 1294 soll das mit hoch spezialisierten Messinstrumenten ausgestattete Flugzeug in zwei Phasen klimatisch hochrelevante atmosphärische Veränderungen am südlichsten Ende Patagoniens und nahe der Antarktis messen. Dafür war HALO in einer ersten Kampagnenphase vom dem 11. September bis Anfang Oktober über der südlichen Hemisphäre unterwegs. Phase 2 soll im November erfolgen. Damit die Lasermessungen störungsarm verlaufen konnten, fanden die Forschungsflüge ausschließlich in der Nacht statt. "Gerade die Flüge in Richtung Antarktis, wo es keine Flugverkehrskontrolle und keine Ausweichflugplätze gibt, müssen besonders gründlich geplant werden, um den Ausgangspunkt wieder sicher zu erreichen. Das ist für die Crew eine große Herausforderung", so Pilot Marc Puskeiler von Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das HALO betreibt.

Daten von aktuellen und früheren Klimaschädigungen 

Die aktuelle Forschungsflugkampagne ist beispielhaft für eine institutionenübergreifende und internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit: Von Seiten der DFG-Partnerorganisationen (siehe unten) sind die universitären Wissenschaftler Peter Hoor von der Universität Mainz und Andreas Engel von der Universität Frankfurt vor Ort und arbeiten eng mit ihren außeruniversitären Kollegen Markus Rapp (DLR), Martin Riese (Forschungszentrum Jülich) und Björn-Martin Sinnhuber (KIT) zusammen. SouthTRAC wird jedoch nicht allein von HALO-Wissenschaftlern durchgeführt. An der Mission in Rio Grande ist ein ganzes Team aus europäischen, US-amerikanischen und lokalen Institutionen und Forschungsgruppen beteiligt – sowohl durch finanzielle Unterstützung als auch mittels Technik, Personal und Know-how. Rund 40 Prozent der Kosten für diese Mission werden von der DFG getragen.

Die HALO-Forschungsflüge von Argentinien aus erforderten aufwendige Planungen und wurden von verschiedenen Bodenmaßnahmen und weiteren Messaktivitäten begleitet, etwa durch ein lokales Segelflugzeug und Ballon-Radiosonden. Ziel der gesamten Mission ist es, umfangreiche Daten über jüngste wie auch länger zurückliegende Klimaveränderungen zu ermitteln. Welche Auswirkungen haben die großen Waldbrände in den Amazonaswäldern derzeit auf das Klima? Und inwiefern hat sich die Ozonschicht seit dem Verbot des schädlichen Treibhausgases FCKW in den vergangenen 30 Jahren bereits erholt? Auch bei der Klärung dieser Fragen sollen die Messungen von atmosphärischen Parameten durch HALO helfen.

Die zweite Phase von SouthTRAC wird im November stattfinden. Jetzt ist HALO erst einmal nach Deutschland zum heimatlichen DLR-Flughafen in Oberpfaffenhofen zurückgekehrt. Auf den Transferflügen zwischen Südamerika und Europa nimmt das Forschungsflugzeug jeweils zusätzliche Messungen vor, die der allgemeinen interhemisphärischen Klima- und Umweltforschung dienen.

Externer LinkAusführliche Informationen zur Mission "SouthTRAC" beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Weitere Informationen

HALO wird von einem Konsortium betrieben, dem neben der DFG die Max-Planck-Gesellschaft, das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt, das Forschungszentrum Jülich, das Karlsruher Institut für Technologie sowie das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung angehören.