Fliegen und Forschen für das Klima

Der erste Flug der GEOHALO-Mission

27. August 2012 Italienreise im Schnelldurchgang

Zur Person: Dr. Mirko Scheinert von der Technischen Universität Dresden ist Principle Investigator (PI) der Mission „Geophysikalische Untersuchung des Mittelmeeres mit dem Forschungsflugzeug HALO (GEOHALO)“. Diese Flugkampagne stellt die erste wissenschaftliche Mission mit HALO dar. Scheinert berichtet von dem Flug am 6. Juni 2012:

GEOHALO hebt ab

„HALO hat erfolgreich den ersten Flug der GEOHALO-Mission absolviert! Dem gesamten Team – Piloten, Ingenieuren und Technikern und überhaupt allen Beteiligten von der DLR-Forschungsflugzeugabteilung und den weiteren Institutionen – war die Freude über den Erfolg deutlich anzusehen!

Am Mittwoch, dem 6. Juni 2012 um 07:04 Uhr, startete der erste GEOHALO-Flug von Oberpaffenhofen mit dem Ziel, Daten zur Kalibrierung der Gravimeter- und Magnetometer zu gewinnen. Dazu haben wir Querprofile über Italien angelegt, die als Kreuzungspunkte mit Längsprofilen dienen werden. Diese Struktur bildet das Raster für die Messungen. Die Längsprofile entstehen bei den nächsten drei Missionsflügen in Richtung des italienischen Stiefels. Insgesamt werden die Missionsflüge rund 16.150 Kilometer bei 33 Stunden Flugzeit umfassen.

Dr. Mirko Scheinert

Der Weg des ersten Flugs führte zunächst über die Alpen. Danach nahm HALO Kurs auf einen Wegpunkt in der nördlichen Adria, bei 44°45' N, von wo die Messung des ersten Querprofils in südwestlicher Richtung begann. Dem folgten drei weitere parallel verlaufende Profile, deren Mittelpunkte bei circa 42° N, 39°30' N und 37° N lagen. Insgesamt entstehen bei den Flügen sieben Profile mit einer Länge von jeweils über tausend Kilometern. Diese verlaufen fast parallel und in nordwestlich-südöstlicher Richtung. Die Querprofile liegen zu den Längsprofilen im 90-Grad-Winkel. Davon entstehen wir vier, jeweils im Abstand von etwa 300 Kilometern.

Der Ätna von HALO aus

Nach der dichten Bewölkung über den Alpen empfing uns Italien mit schönem Wetter. Für die Messflüge herrschten somit beste Bedingungen, die zusammen mit den hervorragenden Flugeigenschaften von HALO eine überaus stabile Fluglage bewirkten. Gemessen wurde in 3500 Metern Höhe und bei Geschwindigkeiten von 425 bis 600 Stundenkilometern.

Wegen der hervorragenden Sicht bot sich den fliegenden Beobachtern – Pilot, Bordingenieur und Wissenschaftler – eine Italienreise im Schnelldurchgang: Florenz und Pisa, die Insel Elba, die Vulkane der liparischen Inseln, Kalabrien, Sizilien mit dem 3300 Meter aufsteigenden Ätna, Rom, die Abruzzen mit dem Gran Sasso, schließlich die Po-Mündung und die Lagune von Venedig.

Der Vesuv

Nach einem Überflug über die Landebahn in 1200 Metern Höhe über Grund, der der Kalibrierung des Laseraltimeters dient, landete HALO um 15:11 Uhr - Missionsflug erfolgreich absolviert!

Während des gesamten Fluges wurden fleißig Daten aufgezeichnet: Gravimetrie, Magnetometrie, Laseraltimetrie, GPS (Global Positioning System) mit Zenit-, Nadir- und seitwärts gerichteten Antennen. Alle Daten werden analysiert, um möglicherweise wichtige Erkenntnisse für die drei ausstehenden Messflüge zu gewinnen. Für tiefergehende, detaillierte Schlussfolgerungen ist es aber natürlich noch zu früh. Umso mehr freuen wir uns auf die nächsten Missionsflüge!“