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4. Oktober 2018 Mathematik

Auch im DFG-Graduiertenkolleg „Das Reguläre im Irregulären: Analysis von singulären und zufälligen Systemen" haben sich neue Partner gefunden, namentlich die Universität Bielefeld und die Seoul National University (SNU) in Südkorea.

Irreguläre Strukturen, wie beispielsweise Krebszellen, sind der Forschungsgegenstand des DFG-Graduiertenkollegs

„Wir hatten gezielt nach einem internationalen Partner gesucht, der thematisch zu uns passt und mit dem wir langfristig strategisch zusammenarbeiten können", berichtet der Bielefelder Mathematiker Moritz Kaßmann, Sprecher des Graduiertenkollegs. „Die SNU und wir ergänzen uns perfekt, die Kollegen in Südkorea hatten auch sofort großes Interesse."Eine Hürde gab es dann allerdings doch: Die mathematische Fakultät der SNU musste erst Bedenken ihrer Universitätsleitung ausräumen. „In Südkorea wird sehr stark auf internationale Rankings geachtet. Als führende Universität in Ostasien schaut die SNU eher nach Universitäten wie Oxford, Cambridge oder Princeton. Als man die Leistungen beziehungsweise Platzierungen der Bielefelder Mathematik in Augenschein nahm, gab es aber auch seitens der Universitätsleitung der SNU großen Zuspruch", erinnert sich Moritz Kaßmann. Im Oktober 2017 begann das Ausbildungs- und Forschungsprogramm. In dessen Mittelpunkt steht die mathematische Analyse von Problemen, die auf kleinerer Ebene von Zufallsgesetzen beschrieben werden (z. B. durch Zufallsmatrizen) oder aber durch Gleichungen, deren Lösungen stellenweise unendlich werden (z. B. nichtlineare Wellengleichungen).


„Die Welt ist voll von irregulären Strukturen wie Krebszellen, Galaxien oder Bewegungskurven von mikroskopischen Teilchen", erklärt Kaßmann. „Wir suchen versteckte Gesetzmäßigkeiten, die die Bildung von Irregularitäten bestimmen." Selbst wenn auf kleinerer Ebene das Verhalten schwer verständlich ist, können so belastbare, mathematisch strenge Aussagen auf größerer Skala gemacht werden. Dem Bielefelder Forscher sind aber nicht nur die Forschungsergebnisse und erstklassigen Dissertationen wichtig. „Wir haben auch einen Bildungsauftrag. Unsere Doktoranden forschen jeweils sechs Monate lang in Südkorea. Das ist eine besondere Chance, andere Arbeitsweisen, Haltungen und Einstellungen kennenzulernen", betont er. Daher ist es für ihn ein genauso wichtiger Erfolg, dass sich ein deutscher und ein südkoreanischer Doktorand für eine gemeinsame Arbeit zusammengefunden haben oder alle Promovierenden sich bei gemeinsamen Veranstaltungen wie zum Beispiel der Weihnachtsfeier stundenlang rege austauschten – zumal die elf Bielefelder Doktoranden nicht nur aus Deutschland kommen, sondern auch aus China, Dänemark, Kroatien, Kamerun und Weißrussland.

Die Zusammenarbeit läuft so gut, dass Moritz Kaßmann und seine Bielefelder Kolleginnen und Kollegen überlegen, Forschungsprojekte in der Mathematik zwischen den beiden Ländern über das eigene Graduiertenkolleg hinaus zu koordinieren. „Wir haben acht deutsche Forschergruppen identifiziert, die Beziehungen nach Südkorea pflegen. Mit denen werden wir Kontakte aufbauen und sie auf jeden Fall zu den Veranstaltungen unseres Kollegs nach Bielefeld einladen", blickt Kaßmann in die Zukunft. Bereits im Oktober 2018 wird es als Auftaktveranstaltung eine gemeinsame Tagung der Deutschen Mathematiker Vereinigung und der Korean Mathematical Society in Seoul geben.

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