Das Digitale als Brückenbauer

Philosophie und MMI

17. Juli 2019 Mensch-Maschine-Interaktionen

Die Pulsuhr misst unsere Herzschlagfrequenz und registriert unseren Kalorienverbrauch, Smartphones navigieren uns durch Staus, und soziale Roboter fungieren als Spielzeug, therapeutische Hilfe, Assistent oder gar als Liebesobjekt: Die Mensch-Maschine- Interaktion (MMI) begegnet uns längst überall im Alltag.

Die Mensch-Maschine-Interaktion (MMI) begegnet uns im Alltag und wirft philosophische Fragen auf, mit denen sich die Medizinerin und Philosophin Orsolya Friedrich in der 2019 von der DFG bewilligten Emmy Noether-Gruppe auseinandersetzt.

Das wirft zahlreiche philosophische Fragen auf. Einige von ihnen, beispielsweise Gehirn-Computer-Schnittstellen oder „soziale“ Roboter, stehen im Mittelpunkt der 2019 bewilligten Emmy Noether-Gruppe „Mensch-Maschine-Interaktion in neuen medizinischen Technologien. Eine philosophische Analyse der MMI und ihrer Auswirkung auf den Menschen auf individueller und gesellschaftlicher Ebene“, die von der Medizinerin und Philosophin Orsolya Friedrich geleitet wird.

„Ich befasse mich mit philosophischen Fragen, die sich aus der Technisierung unter anderem der Medizin ergeben“, erklärt die Juniorprofessorin  für Medizinethik an der Fernuniversität Hagen. „Dabei geht es mir vor dem Hintergrund der neuen Interaktionsqualitäten mit Maschinen um unser  Selbstverständnis als Mensch und um gesellschaftliche Auswirkungen.“ Es gehe darum, „Folgen neuer MMI auf individueller und gesellschaftlicher Ebene zu konzeptualisieren und zu bewerten“. Und
so untersucht und reflektiert Friedrichs Team philosophisch neue digitale Technologien und die damit
verbundenen Interaktionsphänomene.

Auch wenn klar ist, dass bei der MMI Auswirkungen auf die Gesellschaft und den Einzelnen zusammengehören, trennt die Forschungsgruppe zunächst bewusst die beiden Ebenen und blickt mit unterschiedlichen Perspektiven auf die Themen. Bedingt durch die  verschiedenen Schwerpunkte der beteiligten Postdoktorandinnen spielen dabei Handlungstheorie, Ethik, Psychologie und analytische Philosophie eine Rolle, auf der anderen Seite aber auch Kultur- und Medienwissenschaften sowie Sozialphilosophie. Die Klammer bildet Orsolya Friedrich indes selbst: Ihre Interessen verbinden beide Perspektiven miteinander.

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