Technik und Erkenntnis

Großgeräte als Trendsetter

25. September 2019 PET-MRT in der Medizin

Dabei sein am Puls der aktuellsten Forschung: Das können Hochschulen durch eine Bereitstellung neuester, aufwendiger – und oftmals auch sehr teurer – wissenschaftlicher Gerätetechnologien, deren Beschaffung innerhalb von Großgeräteinitiativen vollständig durch die DFG finanziert wird.

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Manchmal gelangten bei diesen Initiativen, die die DFG infolge von thematischen Vorschlägen aus der Wissenschaft ausschreibt, sogar die weltweit ersten Geräte überhaupt zum Einsatz. Und oft ist, wie beim Forschungsneubau „CALA“, auch bei Großgeräteinitiativen ein langer Atem nötig: Kurzfristige Effekte sind nicht das Ziel.

So war es auch bei der 2009 gestarteten DFG-Großgeräteinitiative „PETMRT“, bei der die international ersten 3-Tesla-Magnetresonanz-Positronenemissionstomografen installiert werden konnten: Die Maßnahme, die eine simultane Kombination von nuklearmedizinischer PET mit radiologischer MRT eröffnet, wurde im Berichtsjahr abgeschlossen. Fast zehn Jahre nach der Anschaffung dreier Geräte an den Standorten München, Essen und Leipzig lässt sich der Erfolg der Maßnahme auch gut bewerten: Eine DFGunterstützte Evaluation, die schon bei der Ausschreibung eingefordert worden war, kam 2018 zu einem differenzierten Bild bei der Anwendung zur Früherkennung, Therapieplanung und Verlaufskontrolle von Tumoren, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie in der neurologischen Bildgebung.

„Im Vergleich zur PET-CT bietet die PET-MRT einen wesentlich besseren Weichteilkontrast für innere Organe, Muskulatur und Gehirn bei gleichzeitig deutlich reduzierter Strahlenbelastung durch Verzicht auf die CT“, betonen auch Markus Schwaiger und Stephan Nekolla vom Klinikum rechts der Isar der TU München, wo das System 2010 erstmals zum klinischen Einsatz kam. Für Patientengruppen wie Kinder, bei denen die Strahlenbelastung unbedingt minimiert werden muss, stellt diese Reduzierung der Messungen einen erheblichen Vorteil dar. Ohnehin sind die Geräte durch ihre besondere Aussagekraft für die medizinische Forschung wertvoll. Nebenbei hat sich auch gezeigt, dass in bestimmten Konstellationen die kombinierte PET-MRT-Bildgebung logistische Vorteile bietet und damit kosteneffizierter als zweifache Einzelbildgebung sein kann.

Mit dem Verlauf der Großgeräteinitiative, die in der Zwischenzeit einen vielversprechenden Platz in der Diagnostik gefunden hat, ist Markus Schwaiger sehr zufrieden. „Es ist für den Wissenschaftsstandort Deutschland bezeichnend, dass dieses komplexe Projekt erfolgreich im Zusammenspiel von Methodenentwicklung, klinischer Implementierung und Interaktion mit der Industrie so rasch in einen routinenahen Betrieb übergehen konnte.“ So stehen heute in Deutschland bereits mehr als zehn Systeme zur Verfügung – und die PET-MRT-Kombination hat sich, mit den drei geförderten Universitätsklinika als Vorreiter, zu einem wichtigen Thema in der internationalen Forschung zu neuen Bildgebungsverfahren entwickelt.