Impulse für das Digitale

Infrastrukturen für Forschungsdaten

14. August 2018 Nationale Forschungsdateninfrastruktur

Wie geht es politisch weiter mit den Forschungsdateninfrastrukturen? Dieses Thema bestimmte 2017 die Diskussionen um den stufenweisen Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und bei der Positionierung seitens der Allianz der Wissenschaftsorganisationen, an der die DFG maßgeblich mitgewirkt hat.

Illuminierte Handschriften und historische Manuskripte sind wichtige, aber auch empfindliche Kulturgüter, die trotz ihrer Fragilität erforscht werden müssen. Die digitale Erschließung ist hierfür ein probates Mittel.

„Der Weg zu einer NFDI muss von der Nachfrageseite, also den wissenschaftlichen Communities und deren Bedürfnissen, ausgehen“, betont hierzu Anne Lipp von der DFG-Geschäftsstelle. „Gemeinsam mit Infrastrukturpartnern bilden sie die Konsortien: Sie sind die Hauptakteure bei der Ausgestaltung des Forschungsdatenmanagements – und damit beim sukzessiven Aufbau der NFDI. “ Entscheidend für den Erfolg einer NFDI werde sein, dass ein wissenschaftsgetriebenes Verfahren implementiert werde, so Lipp. „Nur so wird die NFDI zu einem genutzten Instrument werden, das den Forschungsstandort Deutschland und seine Wettbewerbsfähigkeit infrastrukturell stärkt.“Von Deutschland nach Europa und in den europäischen Forschungsraum: Die 2016 von der Europäischen Kommission formulierte Idee einer „European Open Science Cloud“ wird auf verschiedenen Ebenen diskutiert, wobei auch hier aus Sicht der DFG die Wissenschaftsgetriebenheit des Verfahrens dazu beitragen muss, datenintensive Wissenschaft und deren Vernetzung voranzubringen. Langfristig, so die Vision, sollen bestehende digitale Infrastrukturen über Länder- und Disziplingrenzen hinweg zusammengeführt und in eine anschluss- und wettbewerbsfähige Gesamtstruktur eingebettet werden.

Das ist freilich noch ein langer Weg. Es mag für heutige Ohren etwas weihevoll klingen, was die Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach (1830–1916) einstmals festhielt: „Wissen ist das Einzige, das sich vermehrt, wenn man es teilt.“ Die Voraussetzungen dafür sind in Zeiten des digitalen Weltenwandels besser denn je.