Impulse für das Digitale

Offen für explorative Projekte

14. August 2018 "Weltenwandel"

Wenn es um den rasanten digitalen Wandel und eine digitalisierte Alltagskultur von heute und morgen geht, mangelt es nicht an schwarz-weißen Zukunftsszenarien: Die einen bilanzieren teils sehr einseitig Mehrwerte, andere sehen weitaus mehr Risiken und gesellschaftliche Nebenwirkungen.

Illuminierte Handschrift

Nur eines scheint sicher: Tragweite und Konsequenzen für uns alle können kaum überschätzt werden. DFG-Präsident Peter Strohschneider sprach 2017 denn auch von einem paradigmatischen „Weltenwandel“, der von allen Fachdisziplinen tragfähige Antworten einfordert.

Spätestens in der viel zitierten „Digitalgesellschaft“ ist die technologische nur eine unter vielen Fragen. Stattdessen geht es bei digitaler Information, digitaler Transformation oder Open Science um vielschichtigere Herausforderungen. Alle Fachdisziplinen stehen vor der Aufgabe, analoge Materialien wie Bücher, Zeitschriften, Handschriften oder Fotos, Filme und Objekte zu digitalisieren. Des Weiteren müssen digital gestützt arbeitende Forscherinnen und Forscher – von der Datenerhebung bis zur elektronischen Publikation – in ihrer fachspezifischen Arbeit unterstützt werden.

Dieser Hintergrund hat die Arbeit und die Aktivitäten der Gruppe Literaturversorgungs- und Informationssysteme (LIS) in der DFG-Geschäftsstelle 2017 maßgeblich geprägt, wie deren Gruppenleiterin Anne Lipp unterstreicht: „Die Förderung im Bereich der Informationsinfrastrukturen erfolgt mit dem Anspruch, sich an einem von der Wissenschaft formulierten Bedarf zu orientieren, der anhaltend hohen Veränderungsdynamik gerecht zu werden, für unkonventionelle Projektideen sowie Projekte in einem explorativen Stadium offen zu sein und impulsgebend sowie struktur- und standardbildend zu wirken.“

Damit ist die doppelte Blickrichtung der Förderarbeit benannt. Sie gilt einerseits dem qualitätsorientierten Ausbau schon vorhandener Strukturen, und sie richtet sich andererseits darauf, neue Impulse für die Förderprogramme und die Wissenschaftspolitik zu setzen. Das Umfeld dafür ist bestimmt durch eine gewachsene Vielfalt mit Blick auf Akteure, elektronische Arbeitsprozesse, Standards und Kooperationsanforderungen.

Das entscheidende Merkmal, um den Anforderungen an die Förderung von Infrastrukturen im digitalen Zeitalter gerecht zu werden, ist die Bandbreite der Förderung, die sowohl den gezielten Ausbau bereits vorhandener Strukturen ermöglicht und gleichzeitig darauf abzielt, neue Impulse zu setzen. Gezielt muss von den Veränderungen infolge der Digitalisierung ausgegangen werden, die sich in alle Phasen wissenschaftlicher Arbeit eingeschrieben haben: von der Fakten- oder Quellenerhebung über die Datenanalyse und Datenauswertung bis hin zu wissenschaftlichen Kollaborationen, elektronischen Publikationsmodellen und der Wissenschaftskommunikation.