Communicator-Preisträger 2020

"Als Jungangler hatte ich selber viele Fragen"

Drei Fragen an Prof. Dr. Robert Arlinghaus

Professor Dr. Robert Arlinghaus ist Experte für Integratives Fischereimanagement - ein Fischereiwissenschaftler, wenn man so will. Er lehrt und arbeitet an der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB).

Sein Fachgebiet ist wohl eines der Forschungsthemen, die der Allgemeinheit wenig bekannt sind. Dennoch schafft es Robert Arlinghaus seine Erkenntnisse und Anliegen mit vielfältigen Ansätzen und kreativer Wissenschaftskommunikation zu präsentieren: mit Comics, Filmen oder Podcasts, wie auch Science Slams bis hin zu Diskussionsveranstaltungen, Vorträgen und Büchern.

In seinen Antworten auf unsere drei Fragen zeigt der Wissenschaftler auf, was am Fischereimanagement ziemlich spannend ist:

Robert Arlinghaus ist viel auf Seen unterwegs um seine Projekte vor Ort zu realisieren. Hier: Der Fischbesatz mit Hecht im Projekt "Besatzfisch", 2011.

Was fasziniert Sie an Ihrem Forschungsthema am meisten?

Faszinierend ist für mich vor allem die Vielfalt der Themen - von der Fischereibiologie über die Anglerpsychologie bis hin zu wirtschaftswissenschaftlichen und ethischen Themen. Außerdem findet die Forschung "im echten Leben" und gleichzeitig "unter Wasser" statt. Damit einher gehen Geerdetsein und Mythos gleichermaßen. Und ganz profan: Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht! Als Jungangler hatte ich viele Fragen - heute beantworten wir einige davon.

Welche Erkenntnis aus Ihrer Forschung hat Sie verblüfft?

Fasziniert hat mich, wie rasch der fischende Mensch als Evolutionsfaktor wirksam werden kann. Und, dass einige Fischarten nur wenige Tage benötigen, um sich effektiv den Nachstellungen durch die Angler über Hakvermeidungsverhalten zu entziehen. Also wenn Fische lernen, den Angler zu fürchten.

Was würden Sie gerne perspektivisch aufzeigen?

Ich möchte aufzeigen, dass die Nutzung von Wildfischpopulationen durch Fischer und Angler und deren effektiver Schutz und Erhalt keinen Widerspruch darstellen. Und ich möchte zeigen, dass effektives Fischereimanagement auch mit sogenannten datenarmen Verfahren auf der Grundlage lokaler Entscheidungsbefugnis in Angelvereinen möglich ist. Fischereimanagement ist eine Kunst, keine Wissenschaft, aber etwas Wissenschaft kann die Kunst durchaus verschönern.

Robert Arlinghaus

Prof. Dr. Robert Arlinghaus erhält 2020 den Communicator-Preis von DFG und Stifterverband für sein vielseitiges Engagement in der Wissenschaftskommunikation. Interner LinkMehr

Weitere Informationen

Website von Prof. Dr. Robert Arlinghaus: Externer Linkifishman.de (IFishMan: Integrative Fisheries Management)

Kanal Externer LinkIFishMan bei Youtube

Publikationen bei Externer Linkresearchgate.net

Externer LinkLeibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Robert Arlinghaus an der Externer LinkHumbold-Universität zu Berlin

Robert Arlinghaus bei Externer LinkORCID