Bedarfsgerecht – interdisziplinär – vernetzt

Erschließung und Digitalisierung

12. Januar 2021 Digitalisierung von Handschriften

Auch bei den Inhalten wird es immer wichtiger, alle Akteure von Beginn einzubeziehen, wie im Projekt „Orient-Digital“.

Deutsche Bibliotheken wollen Sammlungen mit historischen Handschriften aus dem Orient künftig online auffindbar machen. Hier das Titelblatt einer persischen Prachthandschrift aus dem 15. Jahrhundert.

In dem Vorhaben, das die DFG 2019 bewilligt hat, sollen 22 000 islamische Handschriften aus etwa 20 Einrichtungen über ein eigenes Portal zugänglich gemacht werden. „In deutschen Universitätsbibliotheken – nicht nur in den großen, auch in den kleineren – liegen viele Tausende kostbare Schriften aus dem Orient: etwa in türkischer, arabischer und persischer Sprache. Wir wollen eine Onlineinfrastruktur schaffen, die erstmals alle Sammlungen zusammenfasst und durchsuchbar macht“, sagt Christoph Rauch, Leiter der Orientabteilung an der Staatsbibliothek zu Berlin, die das Projekt koordiniert.

„Mittlerweile sind wir in der digitalen Welt angelangt. Forscher kommen seltener in Bibliotheken, sondern bestellen sich eher eine digitale Kopie einer Handschrift“, berichtet der Berliner Bibliothekar. Um auch gemeinsame technische Standards einzulösen, setzt „Orient-Digital“ auf eine enge Kooperation mit dem von der DFG geförderten Handschriftenportal für mittelalterliche und neuzeitliche Buchhandschriften. Langfristig ist außerdem geplant, dass sich Nutzer über „Orient-Digital“ direkt Handschriften ansehen können und bei Rückfragen zu Schrift, Sprache oder Material Experten vermittelt bekommen.

Die Digitalisierung bleibt weiterhin ein wichtiger Bestandteil der DFG-Förderung. 2019 liefen dazu mehrere Ausschreibungen: etwa zur „Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften“, zur „Digitalisierung und Erschließung archivalischer Quellen“ sowie zur „Digitalisierung historischer Zeitungen“.