Bedarfsgerecht – interdisziplinär – vernetzt

Programm Forschungsdaten

12. Januar 2021 Informationsinfrastrukturen für Forschungsdaten

Wichtige Vorarbeit zur Vernetzung innerhalb der Fächer liefert seit 2013 das DFG-Förderprogramm „Informationsinfrastrukturen für Forschungsdaten“. Es wurde eingeführt, um die Wissenschaft bei der Sicherung, Archivierung und Nachnutzung von Forschungsdaten zu unterstützen, und 2019 erstmals
bewertet.

Befragungen von gestern können eine wichtige Quelle für die sozialwissenschaftliche Forschung von heute sein, etwa um herauszufinden, wie sich Einstellungen und Werte gewandelt haben. Gefördert von der DFG arbeiten Forschende an einem Konzept für ein

Dabei zeigte sich, dass das Thema Forschungsdatenmanagement seit Beginn der Förderung erheblich an Bedeutung gewonnen hat, sowohl hinsichtlich der Sicherung von Daten als auch bezogen auf Standardbildung und Vernetzung. „Dieses Programm wird es nicht nur weiterhin geben, sondern die zuständigen Gremien werden sich mit der Frage befassen, wie die Förderung in diesem Programm auch mit der Förderung im Rahmen der NFDI in geeigneter Weise verschränkt werden kann“, so Anne Lipp.

Das Projekt „Sozialdaten als Quellen der Zeitgeschichte“, das die DFG 2019 bewilligt hat, setzt genau da an. Daten aus der sozialwissenschaftlichen Forschung – etwa aus Befragungen, Beobachtungen oder Inhaltsanalysen – sind inzwischen zu einer unverzichtbaren Quelle für Forschungen zur Zeitgeschichte geworden. Allerdings gibt es noch keine etablierten Verfahren, über die Historikerinnen und Historiker gezielt auf die oft fragmentierten Datenbestände aus der Nachbardisziplin zugreifen könnten. Deshalb wird eine Forschungsdateninfrastruktur für die Zeitgeschichte konzipiert, die eine Brücke zwischen den Disziplinen schlägt, dabei unterschiedliche Datentypen miteinander kombiniert und zugleich eine mögliche Weiterentwicklung im Rahmen von NFDI und European Open Science Cloud (EOSC) berücksichtigt. 

Vernetzung ist auch Gegenstand des Projekts „re3data COREF“, das ebenfalls 2019 bewilligt wurde. Hier wird Bestehendes weiterentwickelt, nämlich das international anerkannte Nachweisinstrument für Forschungsdatenrepositorien „re3data“. Dieser offen zugängliche Service mit mehr als 2400 Repositorien für Forschungsdaten wird weltweit zur Recherche genutzt. „re3data COREF“ will den Service weiter professionalisieren, die Technik weiterentwickeln und individualisierbare Beschreibungen von Forschungsdatenrepositorien ermöglichen. Dabei stellt die intensive Mitwirkung
externer Anwender sicher, dass die Ressource den Bedarfen der Community vollauf Rechnung trägt.