Vor der Berufung: Das Heisenberg-Programm

Heisenberg-Vernetzungstreffen 2011

13. April 2011 Nachwuchsförderung

„Heisenberg – die zweite“, hieß es im April 2011 in der DFG-Geschäftsstelle in Bonn. Rund ein Jahr nach dem ersten Heisenberg-Vernetzungstreffen 2010 trafen sich erneut Geförderte aus dem Heisenberg-Programm.

„Heisenberg – die zweite“

Zum großen Teil waren es jedoch „neue Gesichter“, die zum sogenannten „kleinen“ Heisenberg-Treffen kamen.

Der Grund: Angesprochen war in diesem Jahr die jüngste Generation von „Heisenbergianern“, also Forschende, die seit maximal zwei Jahren im Programm gefördert werden.

Einige der rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren tatsächlich erst seit wenigen Wochen dabei. Ein idealer Zeitpunkt, um andere Geförderte und die DFG-Geschäftsstelle besser kennenzulernen. So war auch das Programm des Treffens auf die „Neulinge“ zugeschnitten.

„Der besondere Status der Heisenberg-Geförderten erfordert eine besondere Betreuungsform“, so DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek, die das Heisenberg-Treffen eröffnete. Die Heisenbergianer seien in einer entscheidenden Karrierephase, in der die DFG sie so gut wie möglich unterstützen wolle. Das Treffen solle Barrieren abbauen, offene Fragen klären und gleichzeitig ein Forum zum offenen Diskurs bieten. In ihrer Begrüßung formulierte Dzwonnek auch einen Wunsch der DFG-Geschäftsstelle: „Wir freuen uns, wenn der heutige Tag auch dazu beiträgt, dass Sie sich noch mehr als Gruppe von Kollegen verstehen.“

DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek eröffnete das Treffen.

Fachlich startete das Heisenberg-Treffen mit Vorträgen zum Übergang vom Heisenberg-Stipendium auf eine Heisenberg-Professur und zu Berufungsverhandlungen. Einerseits ging es darum, welche Details die Stipendiatinnen und Stipendiaten beim Antrag auf eine Heisenberg-Professur berücksichtigen sollten. Zu den Themen gehörten der „richtige“ Zeitpunkt der Antragstellung oder der konstruktive Umgang mit Verzögerungen im Berufungsverfahren. In der Diskussion kamen vor allem Fragen zum Verhältnis von Geförderten zur Universität oder zur Finanzierung auf. Das Fazit: Die Umwandlung vom Stipendium zur Professur verlangt ein hohes Engagement der Kandidatin oder des Kandidaten – mit einem schlüssigen Konzept sind die Erfolgsaussichten aber gut. Das belegt die Statistik: Rund 80 Prozent der Antragstellenden gelingt der Schritt zur Heisenberg-Professur.

Dr. Martin Hellfeier vom Deutschen Hochschulverband stellte im Parallelvortrag dar, wie Berufungsverhandlungen idealtypisch verlaufen. Seine Leitfrage: „Wie geht es nach Erteilung eines Rufs weiter?“ Dazu zeigte er typische Verhandlungspunkte auf und präsentierte auch Ergebnisse solcher Gespräche aus der Praxis. Entscheidend sei hier, detailliert und gut vorbereitet mit der Universität zu verhandeln. Dazu kann unter anderem der Umfang der Lehrverpflichtung zu Beginn der Professur gehören. Schon mit den Zielvereinbarungen können die angehenden Professorinnen und Professoren ihre Ideen in die Verhandlungen einbringen und auch die Rahmenbedingungen mitgestalten.

In der nächsten Vortragsrunde konnten sich die Geförderten dazu informieren, wie die Zwischenevaluation einer Heisenberg-Professur verläuft. Zentral ist dabei eine gute Zeitplanung – vor dem 37. Monat der Förderung muss die Entscheidung über den Fortsetzungsantrag getroffen sein. Die aktuelle Bewilligungsquote dürfte die Geförderten allerdings optimistisch stimmen: Sie liegt bei 100 Prozent.

Das Publikum: Konzentriert und optimistisch

Anschließend bot das Programm die Möglichkeit zum fachlichen Austausch und zur weiteren Vernetzung. Immer wieder drehten sich die Gespräche der Heisenbergianer um die Erfahrungen der anderen. Da ging es etwa um die Planung von weiteren Karriereschritten, Personalfragen, Lehrverpflichtungen oder die eigene Stellung an der Hochschule. Diese persönlichen Eindrücke zeigten, dass vermeintliche Einzelfälle auch für andere Geförderte Anregungen liefern können. Für Klarheit und nützliche Tipps sorgten die individuellen Sprechstunden: Parallel zum lockeren Austausch berieten die Mitglieder der DFG-Geschäftsstelle in Einzelgesprächen, für die sich die Geförderten auch spontan anmelden konnten. Beim eintägigen Treffen wurde damit die Zeit so intensiv wie möglich genutzt.

Mit Vorträgen zur Beteiligung an Verbundprojekten wie Sonderforschungsbereichen und Graduiertenkollegs und zu Fördermöglichkeiten durch den European Research Council (ERC) schloss das Treffen. Wie gut die Vernetzung ankam, zeigte sich schon gegen Ende der Veranstaltung, als sich einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu selbst organisierten Treffen am eigenen Universitätsstandort verabredeten. Generell sollte das Label „Heisenberg“ den Geförderten bei ihren Planungen und neuen Projekten zugutekommen. Mit Ulla Bonas und Joachim Friedrich Quack zählen schließlich auch zwei der aktuellen Leibniz-Preisträger zu den Alumni des Heisenberg-Programms.