Emmy Noether-Treffen 2015

Workshops

26. März 2019 Die „Zeit danach“

Neben altbewährten Workshops unter anderem zu „Heisenberg-Professur“, „EU Forschungsförderung“ oder „Verbundprojekten“ gab es auch neue Angebote.

In einem der Workshops zu

Bei „Couch & Coach“, geleitet von Emmy Noether-Nachwuchsgruppenleiterin Juniorprofessorin Isabel Heinemann, suchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Perspektiven für die Zeit nach der Emmy Noether-Förderung; auch ein Workshop eigens für Alumni des Programms, geleitet von Dr. Gerit Sonntag von der DFG-Geschäftsstelle, blickte auf die „Zeit danach“ und welche Aktivitäten und Aufgaben Frischberufenen den Weg in die Hochschul-Hierarchie ebnen.

Der Workshop „Wissenschaft und Medien – Partner oder Gegner?“ von Emmy-Alumnus Dr. Bernhard Fink und Cornelia Lossau aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG gab die Gelegenheit, sich über Erfahrungen im Umgang mit Medienanfragen auszutauschen.

Den Auftakt gaben die erstmals nach Fachgebieten aufgeteilten Workshops zu „Aufbau und Leitung einer Nachwuchsgruppe“. Hierin sammelten und bearbeiteten die Geförderten interaktiv und mithilfe von Flipcharts Fragestellungen von Personal und Selbstorganisation, über das Uni-Gefüge und die Verwaltung bis zur Ausstattung. Manche Themen beschäftigten alle Gruppen – „Wie rekrutiere ich gute Doktorandinnen und Doktoranden?“ – andere Themen betrafen nur bestimmte Forschungsfelder wie beispielsweise die Lebenswissenschaften: „Wie funktioniert die Tierhaltung?“

Ein individuelles Beratungsangebot von DFG-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern, eine „Suche und Biete“-Börse und der Posterflash rundeten das dreitägige Programm am Templiner See ab.

Gespräche

Workshop für ENP-Alumni

In dem Workshop für ENP-Alumni sprachen die Anwesenden zunächst an, dass sie im ersten Jahr nach ihrer Berufung sehr damit beschäftigt waren, herauszufinden, wo an der Hochschule welche Entscheidungen fallen. Man war sich einig, dass auch für berufene Professorinnen und Professoren Mentoren sehr nützlich sein können, um die Strukturen an der jeweiligen Hochschule zu verstehen. Die Frage, was die Alumni besser oder anders machen als ihre eigenen Doktoreltern, beantworteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops so: Früher habe man sich über die Professorinnen und Professoren gewundert, die ständig über den Mittelbau geschimpft haben - heute sei klar, dass die Personen im Mittelbau der Hochschule einfach mehr Zeit und mehr Erfahrung in Sachen Entscheidungswege haben. Mithin können sie Entscheidungen durchsetzen, die eigentlich Professorinnen und Professoren obliegen würden, was die Alumni ebenso frustriert wie ihre ehemaligen Doktoreltern.

Die Anwesenden tauschten sich auch aus, welche Argumente gegen unliebsame Ämter ins Feld geführt werden können - beispielsweise mangelde Sekretariatsunterstützung. Außerdem konstatierten sie den Unterschied einer Professur in Deutschland, die die oberste Hierarchiestufe im universitären Kontext darstellt, zu einer im Ausland, bei der es sich oft um eine ganz normale Anstellung handelt. Beide Konstruktionen haben ihre spezifischen Vor- wie Nachteile.

Die Frage, ob andere Aufgaben die Forschung verdränge, beantworteten die Anwesenden mit einem "Nein". Viele empfinden auch das Schreiben von Forschungsanträgen oder die Vorbereitung von Lehre als interessante Forschungsarbeit. Es kam die Frage auf, wie man sich trotz aller intrinsischen Motivation und Begeisterung für die Arbeit Freizeit schaffen kann. Im Erfahrungsaustausch zeigte sich, dass viele Alumni konsequent freie Zeit blocken und schon mit langem Vorlauf im Kalender festlegen. Insbesondere bei der Trennung von Arbeit und Privatleben habe man seinen Mitarbeitern gegenüber eine Vorbildverantwortung, denn das eigene Verhalten präge den Umgang in der ganzen Gruppe. Das heiße auch, nicht ständig erreichbar zu sein, an Wochenenden und im Urlaub nicht zu arbeiten oder E-Mails zu schicken.

Die Alumnae und Alumni wünschten sich zusätzliche Workshops im Rahmen des ENP-Jahrestreffen, beispielweise zu professionellem Zeitmanagement oder auch zur Stimmbildung. Die Geschäftsstelle wies in diesem Zusammenhang auf die regelmäßig stattfindenden Speyer-Kurse des Zentrums für Wissenschaftsmanagement hin.