Emmy Noether-Treffen 2014

Workshops und Posterflash

13. Juli 2015 Erfahrungsaustausch

„Noch im letzten Jahr lautete die Frage, wie komme ich an den Overhead heran, in diesem Jahr bereits, wie gebe ich den Overhead aus“, stellte Leif Schröder fest und beurteilte dies als „positive Entwicklung“, da sie zeige, dass der Mehrzahl der Emmy Noether-Geförderten die Programmpauschale mittlerweile zur Verfügung steht.

Auf dem Weg zum Workshop

Schröder und Christoph Rummel, beides Biowissenschaftler, moderierten auch 2014 den Workshop „Aufbau und Leitung einer Nachwuchsgruppe“. Die Frage zur sinnvollen Verwendung des Overheads tauchte in deminteraktiven Workshop im Problemfeld „Austattung“ auf. Weitere Felder waren „Personal“, „Betreuungsrechte und -pflichten“ sowie „Fakultätsverpflichtungen“. Fragen dazu wurden erst in Kleingruppen gesammelt, dann an eine Pinnwand geheftet und schließlich im Plenum diskutiert.

Doch zunächst wollten die beiden Moderatoren ein generelles Stimmungsbild einholen und wissen, wie es den Geförderten insgesamt mit ihrer Nachwuchsgruppe ergehe. Dazu sollten sich diese entlang einer Linie aufstellen, die auf der einen Seite mit „gut“, auf der anderen Seite mit „schlecht“ gekennzeichnet war. Das positive Ergebnis: Die meisten positionierten sich in der Nähe des „guten“ Linienendes. Dennoch gab es eine Reihe von Fragen, die die Teilnehmenden umtrieben, beispielsweise zur Mitarbeitermotivation und -auswahl, zum Promotionsrecht oder zum Anteil von Lehre und Zusatzaufgaben. Viele dieser Fragen wiederholten sich in jedem Jahr, kommentierten die Moderatoren. Doch nicht zuletzt die Frage zur Programmpauschale zeige, wie sich das Programm und dessen Bedingungen, auch durch Einwirkung der Geförderten, mit der Zeit durchaus verbesserten.

Hilfreiche Tipps von Expertinnen und Experten

Insgesamt war das Angebot der thematischen Workshops ganz auf die Belange der Emmy Noether-Geförderten abgestimmt. Umfangreiche Informationen konnten sie etwa zur Beteiligung an Verbundprojekten, zur Heisenberg-Professur oder EU-Forschungsförderung erhalten. Im Workshop „Vom Ruf zur Professur“ verriet Wiltrud Radau vom Deutschen Hochschulverband zahlreiche Tipps und Tricks für die Verhandlungen mit der Hochschule im Falle einer Berufung. „Ausführliche Vorgespräche mit dem Dekan und den Fakultätsmitarbeitern im Vorfeld sowie ein durchdachtes und realistisches Konzeptpapier sind die Grundlage erfolgreicher Berufungsverhandlungen“, so die Justitiarin. Gute Vorbereitung und strategische Kommunikation seien daher das A und O. Radau riet zudem eindringlich davon ab, bestehende Verträge zu lösen, solange die Professur nicht in „trockenen Tüchern“ ist.

Über das Emmy Noether-Treffen 2014 selbst wies das Thema “Mentoring und Networking” hinaus. Denn nach dem Erfahrungsaustausch im Workshop wurde das Thema auch im Plenum vorgestellt. Schnell wurde klar, dass alle Anwesenden ihre Expertise anderen Geförderten gern zur Verfügung stellen. Und dass sich aus dem Erfahrungsaustausch ein tragfähiges Netzwerk entwickelt, hat sich nicht zuletzt auf dem Treffen selbst gezeigt.

Workshop - auch mal draußen

Austausch mit Gleichgesinnten

Den thematischen waren die fachlichen Workshops vorgelagert, die den Teilnehmenden die Gelegenheit boten, geförderte Kolleginnen und -kollegen aus denselben oder verwandten Fachdisziplinen sowie deren Forschungsprojekte kennenzulernen und sich über die spezifischen Fragen und Probleme von „Emmys“ innerhalb der jeweiligen Disziplin auszutauschen. Im Workshop der Mediziner war dies beispielsweise die Frage nach einem angemessenen Verhältnis von Forschung und Klinikarbeit. Die Geistes- und Sozialwissenschaftler verlegten ihren Workshop aufgrund einer defekten Klimaanlage kurzer Hand auf die Sonnenterasse und diskutierten über das „richtige“ Verhältnis zu Promovierenden oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Bei den Chemikern ging es unter anderem um Verständnisprobleme mit der Universitätsverwaltung. Die „Emmys“ aus den Geo- und Ingenieurswissenschaften sowie der Informatik stellten kurz ihre Projekte vor - es gab also einen „Blick über den Tellerrand“ direkt zu Beginn.

In einer Minute auf den Punkt

Wofür im vergangenen Jahr noch zwei Minuten zur Verfügung standen, das sollte 2014 innerhalb einer einzigen Minute vollbracht werden: Das eigene Forschungsthema verständlich und unterhaltsam dem Publikum vermitteln. Insgesamt acht „Emmys“ stellten sich der Herausforderung des Poster-Flashs, angefeuert durch das Moderatorenduo aus „Emmy-Alumnus“ Wolf-Tilo Balke und Michael Fuchs aus der DFG-Geschäftsstelle, das mit viel Witz durch das unkonventionelle Format leitete.

Das Themenspektrum der Forschungsarbeiten reichte dabei vom Informationsaustausch zwischen einer Fledermaus und einer Motte über die Entwicklung eines sicheren Mobiltelefons für Angela Merkel bis hin zu den „unwahrscheinlich spektakulären schwarzen Rauchern in der Tiefsee“, an dem die Biologin Solveig Bühring NICHT forscht. Beim Einhalten der Zeitvorgabe überschlugen sich die eine oder der andere beinahe beim Vortragen, um innerhalb einer Minute alles Wichtige gesagt zu haben und den Applaus des Publikums einzuheimsen. Im Anschluss an die unterhaltsame Veranstaltung konnten die Forschenden die Hintergründe und Ergebnisse ihrer Arbeiten nochmal in aller Ruhe mit allen Interessierten an ihren Postern diskutieren.