Emmy Noether-Treffen 2013

Workshops und Posterflash

5. August 2013 Erfahrungsaustausch

Diagonal durch den Tagungsraum verläuft eine Line. Die Skala klebt am Boden, an ihren Enden die Kategorien „Positiv“ und „Negativ“. „Bitte schätzt doch mal ein, wie gut es läuft mit dem Aufbau eurer Nachwuchsgruppe. Und stellt euch dann entlang der Linie auf!“, hieß es im Workshop "Aufbau einer Nachwuchsgruppe.

Eindrücke aus...

Die beiden Referenten Christoph Rummel und Leif Schröder führten mit dieser Übung interaktiv zum Thema des Workshops hin und schaffen es so, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem intensiven Dialog anzuregen: Wo liegen die Probleme bei dem Aufbau einer Nachwuchsgruppe? Welche Herausforderungen sind zu bewältigen? Diskutiert werden die Problemfelder Personal, Ausstattung, Fakultätsverpflichtungen und Betreuungsrechte und -pflichten. Die Emmy Noether-Geförderten trugen die Ergebnisse zusammen – oftmals liegen ähnlich gelagerte Probleme vor, insbesondere bei der Auswahl des Personals und den Verhandlungen mit der Universität. Die Runde diskutierte deshalb verschiedene Problemfälle exemplarisch und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren von den Erfahrungen der anderen.

Der Workshop „Leitung eine Nachwuchsgruppe“ hatte ähnliche Themen, die die Geförderten zunächst zusammentrugen und dann in Kleingruppen diskutierten. Ein großes Thema für die Nachwuchsgruppenleiterinnen und -leiter war hierbei die Personalführung und der richtige Umgang mit Lob und Kritik.

... den Workshops

Breites Themenspektrum der Workshops

Auch in anderen Workshops geht es um Themen, die die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in ihrer jeweils aktuellen Situation beschäftigen: Heisenberg-Professur, EU-Forschungsförderung, Mentoring und Networking, Leitung einer Nachwuchsgruppe, Familie und Beruf, Do’s and Don’ts beim Vorsingen, Vom Ruf zur Professur und Gutachtertätigkeit.

Während viele Workshop-Inhalte mit Power Point vermittelt wurden, ist das beim Thema „Familie und Beruf“ natürlich nicht möglich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten hier stattdessen offen von ihrer privaten Situation: Von Fernbeziehungen und dem Wunsch nach funktionierenden Dual Career-Perspektiven. Von Kindertagesstätten, die zu früh schließen und keine Krankenstation für kränkelnde Kinder anbieten. Von Besprechungen und Konferenzen mit kleinen Kindern im Gepäck. Oder von Mitarbeitern, die während einer Babypause die klaren Anweisungen vermissen. Lösungen konnten hier keine geboten werden, dafür sind die einzelnen Situationen zu individuell – stattdessen tauschten sich die Geförderten über Tipps und Erfahrungen aus.

Die Do's and Don'ts beim Vorsingen gaben einen heiteren Einblick in oft gemachte Fehler. Die Workshop-Leiter Klaus Wehrle und Wolf-Tilo Balke, die beide im Emmy Noether-Programm gefördert wurden und mittlerweile "gestandene" Professoren sind, berichteten von ihren eigenen Erfahrungen - als "Vorsänger" aber auch als Mitglieder von Berufungskommissionen. Sie schilderten den Weg vom "Kitz" bis zum "Platzhirsch" eindrücklich und gaben hilfreiche Tipps für die gute Vorbereitung von Berufungsgesprächen.

Nicht nur thematisch gaben die Workshops ein breites Spektrum wieder, auch die Mischung zwischen Austausch unter Geförderten, Tipps von bereits Berufenen und die Beratung durch Profis gab vielfältige Möglichkeiten zur Information. So übernahmen Wiltraud Radau vom Deutschen Hochschulverband (DHV) und Bernd Pulverer, Chief Editor des EMBO Journal, die professionelle Beratung zu den Themen "Vom Ruf zu Professur - Berufungsverhandlungen" und "Gutachten für eine wissenschaftliche Zeitschrift".

Persönliche Beratung

Fachliche Workshops

Bevor die Emmy Noether-Geförderten sich den thematischen Workshops zuwandten, hatten sie sich in fachlichen Workshops mit Problemen innerhalb ihrer Fachgebiete befasst. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Fachbereichen – in den Geistes- und Sozialwissenschaften etwa stießen Psychologie, Kunstgeschichte, Politikwissenschaft, Soziologie, Philosophie, Psycho-Neurolinguistik, Geschichte und Archäologie aufeinander.

Trotz der vielen verschiedenen Fächerkulturen ähnelten sich die Fragestellungen der Emmy Noether-Geförderten: Wie finanziere ich meine Promovierenden zu Ende? Wie gehe ich mit dem Spannungsfeld zwischen Projekt- und Doktorarbeit um? Neben den Fragen zu den Mitarbeitern in der Nachwuchsgruppe gab es aber auch Diskussionsbedarf rund um die eigene Beziehung zur Universität, etwa: Wie bringe ich mich am besten in meinem Institut ein? Wie sehr lohnt sich eine Mitarbeit in universitären Gremien? Auch die Zeit nach der Berufung mit ihren vielen Herausforderungen in Organisation und Lehre war Thema in einigen der fachlichen Workshops.

Und Gespräche am See

Werbung für das mitgebrachte Poster - der Posterflash

Nach den Gesprächen zu solch forschungsorganisatorischen Fragen gab das Treffen auch Zeit für einen inhaltlichen Austausch über wissenschaftliche Ergebnisse in Form des unkonventionellen Posterflash: In zwei Minuten versuchten die Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler hierbei ihr Forschungsvorhaben darzustellen und Neugierde zu wecken – die dann im Anschluss in persönlichen Gesprächen vor der Posterwand gestillt wurde. Die Referentinnen und Referenten berichteten zum Beispiel von der Evolution von Galaxien oder von Teilchenphysik rund um Higgs Boson und Top Quark, von bakterieller Kommunikation oder Forstwirtschaft im Erdsystem.

Schwierig bei der Posterflash-Disziplin war nicht nur die klar umrissene Zeitangabe, sondern auch, dass das Publikum zusätzlich animiert wurde, zu applaudieren oder seine Begeisterung oder Verwunderung kund zu tun. Das sorgte für Dynamik und Witz. So forderte einer der Vortragenden, der bereits vor Ablauf der Zwei-Minuten-Frist mit seiner Präsentation fertig war: „Müsst ihr halt länger klatschen!“

Viefältige Gelegenheiten zur Vernetzung

Das Emmy Noether-Treffen bot auch darüber hinaus diverse Gelegenheiten zur fachlichen und interdisziplinären Vernetzung, etwa beim Sektempfang oder dem Barbecue. Zudem informierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DFG-Geschäftsstelle über die neuesten Entwicklungen in der DFG und berieten die Emmy Noether-Geförderten in konkreten Fragen.