Internationales

Nobelpreisträger und mehr: Post-Lindau-Tour 2012

1. Juli 2012 Nachwuchsförderung

Die DFG hat auch 2012 eine Gruppe junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Indien zum Besuch der Nobelpreisträgertagung in Lindau und eine Rundreise durch deutsche Institute eingeladen. Vom 1. bis zum 14. Juli besuchten die jungen Leute nicht nur zahlreiche Einrichtungen, sondern knüpften auch vielfältige Kontakte – nicht nur in Lindau selbst, sondern auch mit etlichen DFG-geförderten Forschenden in ganz Deutschland.

Die indische Delegation

Die 62. Lindauer Nobelpreisträgertagung vom 1. bis zum 6. Juli 2012 widmete sich der Physik. Und so wählte die DFG talentierte Gäste aus Indien aus, die ebenfalls an diesem Thema forschen. Mit von der Partie war auch eine Journalistin der Times of India. Die Gruppe profitierte von der Idee des Lindauer Treffens, die nächste Generation der Forschung durch den Kontakt zu Nobelpreisträgern zu motivieren und zu inspirieren. Vorträge, Workshops und Diskussionen gaben dabei Anlass zu regem Austausch zwischen den mehr als 25 Nobelpreisträgern und den rund 580 Nachwuchskräften aus 69 Ländern.

Nach diesem Highlight begann die Deutschlandtour der Gruppe in der Weltkulturerbestadt Regensburg. Die nächste Station der Reise war Dresden, wo zunächst die weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie Frauenkirche, Zwinger und Semperoper und eine Bootsfahrt auf einem der ältesten Dampfschiffe der Welt auf dem Programm standen. Der Palast in Pillnitz im „Indischen Stil“ war in ihren Augen jedoch alles andere als indisch. Auch die Wissenschaft kam nicht zu kurz: Ein Besuch im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf mit seinen Großgeräten für Strahlenphysik, Hochfeld-Magnetforschung, Thermofluiddynamik und dem Ionenstrahlzentrum gab Einblick in die Forschungsvorhaben und Ziele der Helmholtz-Gemeinschaft. Auch das Max-Planck-Institut für die chemische Physik fester Stoffe zeigte den indischen Gästen deutsche Spitzenforschung.

In Berlin führte der Weg zunächst nach Adlershof. Im Institut für Physik der Humboldt-Universität öffneten die Forschenden die Türen beispielsweise zu ihren Photonik-Experimenten. Nicht mehr um einzelne oder verschränkte Photonen aber immer noch um Licht ging es beim anschließenden Besuch im Max-Born-Institut der Leibniz-Gemeinschaft. „Laser“, seien es ultrakurze und ultraintensive Laser oder laserbasierte Kurzpuls-Lichtquellen, waren hier das zentrale Thema. Inhaltlich passend war die letzte wissenschaftliche Station des Tages der Sonderforschungsbereich „Halbleiter-Nanophotonik“ an der Technischen Universität Berlin. Der Sonderforschungsbereich verknüpft die drei Bereiche Materialien, Modelle und Bauelemente und führt mehr 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und Magdeburg zusammen. Nach einem Tag voller Wissenschaft lud der indische Botschafter seine Landsleute und die DFG-Begleiter in die Botschaft zu einem Empfang ein. Am Folgetag führte ein Stadtrundgang durch Berlin zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Metropole. Das nächste Forschungsgebiet, in das die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eintauchten, war die Astrophysik. Im gleichnamigen Leibniz-Institut in Potsdam untersuchen Forscherinnen und Forscher kosmische Magnetfeldern und blicken über unsere Milchstraße hinaus ins Universum.

Neben der indischen Delegation ermöglichte die DFG auch einer Gruppe chinesischer Wissenschaftler den Besuch in Lindau und eine Reise durch Deutschland. Die Gruppen trafen sich in der DFG-Geschäftsstelle in Bonn.

Das Zentrum für Quantum Engineering and Space-Time-Research (QUEST) in Hannover wird von der DFG als Exzellenzcluster gefördert. Hier manipulieren die Forschenden einzelne Atome und Moleküle mit Laserlicht, suchen nach Gravitationswellen oder überprüfen Naturkonstanten. Dazu sind hochmoderne und komplexe Geräte und Aufbauten nötig, die die Gäste besichtigen konnten.

Auch der informelle Teil des Programms gab Gelegenheit zum Austausch

Den Endpunkt der Reise setzte ein Besuch in Bonn. In der Geschäftsstelle erfuhren die indischen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mehr über die Arbeit und die Fördermöglichkeiten der DFG. Im Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik der Universität Bonn gab es Einblicke in die Forschung in dieses Forschungsgebiet – und einen Blick auf das Synchrotron, das der spätere Nobelpreisträger Wolfgang Paul ab 1954 aufbaute und das somit älter ist als das DESY in Hamburg: Dort arbeiten – auch in DFG-geförderten Projekten – Experimentatoren und Theoretiker an Fragen rund um subnukleare Systeme, zur Laserspektroskopie sowie zur Festkörper- und angewandte Physik. Vor dem Rückflug nach Delhi traf sich die Gruppe zu einem Abendessen am Rhein, um die vielen Eindrücke Revue passieren zu lassen und die zwischen Deutschland und Indien geknüpften Kontakte weiter zu festigen.

Einige der Geförderten aus deutschen Graduiertenkollegs

Zu Gast in Lindau

Neben der indischen Delegation hat die DFG einer chinesischen Delegation sowie 14 Promovierenden in DFG-geförderten Graduiertenkollegs eine Reise zum Nobelpreiträgertreffen ermöglicht. Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus ganz Deutschland nutzten die Möglichkeiten der Tagung und nahmen nach eigener Einschätzung wichtige Impulse sowie viel Inspiration mit nach Hause.