Die Zeit des Nationalsozialismus

Namen im Wandel der Zeiten

4. März 2016 Von der „Notgemeinschaft“ zur „Deutschen Forschungsgemeinschaft“

Im Jahr 1920 gründete sich die „Deutsche Gemeinschaft zur Erhaltung und Förderung der Forschung – Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft – E.V.“. Die verkürzt zur „Notgemeinschaft“ gewordene Institution veränderte dann zum ersten Mal 1929 im Zuge von Reformbemühungen ihren Namen. Sie sollte nun heißen: „Deutsche Gemeinschaft zur Erhaltung und Förderung der Forschung (Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft)“. Über diese Namensänderung setzte Gründungspräsident Friedrich Schmidt-Ott am 19. Dezember 1929 alle Abteilungen der Notgemeinschaft mit einem entsprechenden Schreiben in Kenntnis.

Briefkopf der Mitteilung der Notgemeinschaft an das Reichsinnenministerium vom 18.5.1933 über die Selbstauflösung des Präsidiums

Briefkopf der Mitteilung der Notgemeinschaft an das Reichsinnenministerium vom 18.5.1933 über die Selbstauflösung des Präsidiums

Diese Namensgebung setzte sich jedoch nicht durch; und schon früh schlich sich die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ in den Sprachgebrauch. So nannte die Geschäftsordnung vom 9. September 1929 sich bereits „Geschäftsordnung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft). Auch der Hauptausschuss thematisierte diesen Richtungswechsel: Auf seiner Sitzung im November 1929 schlugen der Physiker Heinrich Konen und weitere Ausschussmitglieder den Namen „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ vor, um den erwünschten „Dauerzustand“ der Wissenschaftsorganisation schon in ihrer Bezeichnung anzumelden. Präsident Schmidt-Ott benutzte aber bis zu seiner Absetzung 1934 weiterhin lieber die alte Bezeichnung „Notgemeinschaft“. In den Briefköpfen fand sich die Bezeichnung „Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft“, allerdings mit dem Untertitel „Deutsche Forschungsgemeinschaft“.

Das Schreiben zur ersten Namensänderung der „Notgemeinschaft“

Das Schreiben zur ersten Namensänderung der „Notgemeinschaft“

Mit der Präsidentschaft von Johannes Stark ab 1934 bürgerte sich die Bezeichnung „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ immer mehr ein. Präsident Rudolf Mentzel (1936 - 1945) ließ 1938 diesen Namen im Zuge der Satzungsänderung in das Vereinsregister eintragen.

Auszug aus dem Vereinsregisterauszug vom 27. April 1938

Auszug aus dem Vereinsregisterauszug vom 27. April 1938