Präsidenten der DFG

Rudolf Mentzel

Präsident der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft von 1936 bis 1945
Rudolf Mentzel

Rudolf Mentzel

Akademische Vita

Rudolf Mentzel wurde am 28. April 1900 in Bremen geboren. Nach abgeschlossenem Studium der Chemie folgte 1925 die Promotion. 1925-1926 leitete er das Labor einer Bremer Ölfirma. Bis 1933 war er als Assistent im chemischen Universitätsinstitut Göttingen an der verbotenen Entwicklung chemischer Kampfstoffe für das Heereswaffenamt beteiligt.

1925 trat er in die NSDAP ein und wurde 1928 SA-Sturmführer. 1932 folgte der Eintritt in die SS, 1933 wurde er zum SS-Obersturmführer befördert.

War seine Habilitation in Göttingen vor 1933 nicht geglückt, so ermöglichte der Göttinger Mathematikprofessor Theodor Vahlen, selbst NSDAP-Mitglied, Mentzels Habilitation. Die Habilitationsschrift war angeblich so kriegswichtig, dass sie nicht veröffentlicht wurde. 1933 wurde Mentzel Leiter einer neuen Abteilung für chemische Kampfstoffe am Kaiser-Wilhelm-Institut für physikalische Chemie und Elektrochemie. 1935 erhielt er die Professur für Wehrchemie, ohne Lehrverpflichtungen erfüllen zu müssen. 1936 übertrag Wissenschaftsminister Rust ihn die Präsidentschaft der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Im Reichsforschungsrat war er 1937 Geschäftsführer und seit 1939 Vizepräsident. 1939 wurde Mentzel Chef des Amtes Wissenschaft im Reichserziehungsministerium. 1941 wurde er zweiter Vizepräsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.

Am 2. Mai 1945 floh Mentzel gemeinsam mit Rust Richtung Schleswig-Holstein. Dort wurde er gefangen genommen und interniert. Im Rahmen eines Entnazifizierungsverfahren wurde er zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, die mit seiner Internierungszeit verrechnet wurde. Später arbeitete er in der Industrie. Mentzel starb 1987.

Mitgliedschaften und Ehrungen

1941Vizepräsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft

Forschungsschwerpunkte und Veröffentlichungen

1925Stereoisomerie von β-substituierten Dekalinen (Dissertation)